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Evaluationsprozesse in Kinaesthetics-Bildungsangeboten: Unterschied zwischen den Versionen

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Dagmar Panzer (Diskussion | Beiträge)
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:''Während die Fremdevaluation aus einer Außenperspektive vorgenommen wird, erfolgt die Selbstevaluation aus einer Innenperspektive. Sie wird von Personen vorgenommen, die die zugehörigen Maßnahmen, Interventionen, Schulungen usw. beziehungsweise die damit verbundenen Aktivitäten und Prozesse ausführen oder für ihre Konzeption verantwortlich sind.''
:''Während die Fremdevaluation aus einer Außenperspektive vorgenommen wird, erfolgt die Selbstevaluation aus einer Innenperspektive. Sie wird von Personen vorgenommen, die die zugehörigen Maßnahmen, Interventionen, Schulungen usw. beziehungsweise die damit verbundenen Aktivitäten und Prozesse ausführen oder für ihre Konzeption verantwortlich sind.''
:''<small>Zur allgemeinen Bedeutung von Evaluation: Spektrum – Lexikon der Psychologie: „Evaluation“, <nowiki>https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/evaluation/4489</nowiki> (Zugriff: 2026-04-13).</small>''
:''<small>Zur allgemeinen Bedeutung von Evaluation: Spektrum – Lexikon der Psychologie: „Evaluation“, https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/evaluation/4489 (Zugriff: 2026-04-13).</small>''


====''3.4 Kinaesthetics-Evaluationsprozesse aus der Perspektive der allgemeinen Bedeutung''====
====''3.4 Kinaesthetics-Evaluationsprozesse aus der Perspektive der allgemeinen Bedeutung''====

Version vom 18. Juni 2026, 12:49 Uhr

Status mit Fachliteratur angelegter Artikel
AutorIn/RedakteurIn Redaktion, Texte: Ressourcenpool Curriculum und Forschung/Sabine Kaserer, Dagmar Panzer
Letzte Änderung 18.06.2026


Zusammenfassung
Dieser Artikel zitiert an erster Stelle den Text „Der Evaluationsprozess in Kinaesthetics-Bildungsangeboten“. Er ist ein Ergebnis der Arbeit des AusbilderInnen-Teams im Ressourcenpool Curriculum und Forschung der EKA und wird in der EKA-TrainerInnen-Bildung verwendet. Er beschreibt dieses Thema der Grundlagen des Rahmenelements Lernen. An zweiter Stelle werden die Ausführungen zur Dokumentation und Evaluation aus dem Buch „Kinaesthetics – Lernen und Bewegungskompetenz“ zitiert.

„Der Evaluationsprozess in Kinaesthetics-Bildungsangeboten“

Im ersten Kapitel wird der kybernetische Hintergrund erläutert und die Selbstevaluation als Instrument beschrieben, um den eigenen Lernprozess auszuwerten und zu optimieren. Im zweiten Kapitel werden die konkreten Schritte der Selbstevaluation im Rahmen und Ablauf einer gesamten TrainerInnen-Ausbildung Stufe 1 aufgezeigt. Das dritte Kapitel thematisiert die allgemeine Bedeutung des Begriffs Evaluation.

„Der Selbstevaluationsprozess

Lernen als selbstgesteuerter innerer Prozess

Vor dem kybernetischen Hintergrund der Selbstregulation ist Lernen ein aktiver, konstruktiver und selbstgesteuerter innerer Prozess. Was ein Mensch lernt und wie er etwas lernt, bestimmt letztlich nur er selbst.
Deshalb kann man von außen nie direkt bestimmen oder steuern, was und wie ein Mensch lernt. Gleichwohl findet Lernen stets in einer äußeren Umgebung statt. Diese Umgebung kann man von außen gestalten, sodass sie im Idealfall eine unterstützende und förderliche Lernumgebung für spezifische Lernprozesse bildet.
Zur Selbstregulation: https://wiki.kinaesthetics.de/wiki/Feedback-Control-Theorie (Zugriff: 2023-11-29) Zur Lernumgebung: https://wiki.kinaesthetics.de/wiki/Lernumgebung (Zugriff 2023-11-29)

Das eigene Lernen durch den fortgesetzten Selbstevaluationsprozess optimieren

Um das eigene Lernen zu evaluieren und zu optimieren, ist es hilfreich, die eigenen Lernprozesse und ihre Ausgangslage regelmäßig zu dokumentieren, zu reflektieren und mit dem aktuellen Stand und den angestrebten Kompetenzen und Zielen zu vergleichen. Dabei geht es einerseits darum, die eigenen Lernfortschritte im Vergleich mit der Ausgangslage und den angestrebten Kompetenzen und Zielen zu ermitteln. Andererseits geht es auch darum, Vertiefungsmöglichkeiten, den weiteren Lernbedarf oder offene Fragen herauszukristallisieren.
Ebenso förderlich für das eigene Lernen ist, diese Reflexionen und Selbstevaluationen mit den eigenen Praxisthemen in einen Zusammenhang zu bringen und ihre Bedeutung für den beruflichen oder privaten Alltag zu beschreiben.

Bedeutung der Bewegungsinteraktion, des Austauschs und der gemeinsamen Reflexion

Die Selbstevaluationen werden unterstützt durch die Bewegungsinteraktion, den Austausch und die gemeinsame Reflexion mit anderen Teilnehmenden und AusbilderInnen. Die daraus entstehenden Unterschiede der Erfahrungen und ihrer Beschreibungen können helfen, die eigenen Lernprozesse aus anderen Perspektiven zu reflektieren, zu evaluieren und präziser zu beschreiben.
In diesem Sinne werden insbesondere in der Mitte und am Ende von Kinaesthetics-TrainerInnen-Ausbildungen Evaluationsgespräche oder Standortbestimmungen mit den AusbilderInnen durchgeführt. Diese Fremdeinschätzungen unterstützen die eigene Einschätzung in Bezug darauf, wie weit man die angestrebten Kompetenzen und Ziele erreicht hat oder wo noch Lernbedarf besteht.

Die kinästhetische Fachsprache treffend verwenden lernen

Die regelmäßigen Dokumentationen, Reflexionen und Evaluationen tragen wesentlich dazu bei, die kinästhetische Fachsprache bewusst, treffend und differenziert verwenden zu lernen.

Instrumente der Selbstevaluation, Dokumente zu Zielgrößen und Kriterien

Bildungsfelder als Instrument der Selbstevaluation
Die Bildungsfelder umfassen die hauptsächlichen Bereiche, in denen mit Kinaesthetics-Bildungsangeboten ein Lern- oder Kompetenzzuwachs angestrebt wird. Mit ihnen können die Teilnehmenden ihre individuellen Lernprozesse systematisch erfassen und evaluieren.
Zu den Bildungsfeldern: „Kinaesthetics – Konzeptsystem“, EKA 2017, S. 59.; „Kinaesthetics – Lernen und Bewegungskompetenz“, EKA 2017, S. 26 ff.; https://wiki.kinaesthetics.de/wiki/Bildungsfelder (Zugriff: 2026-04- 13).
Selbstevaluation in methodischen Großformen (z. B. Lernzyklus)
Die Elemente der Selbstevaluation sind in verschiedene methodische Großformen, die in Kinaesthetics-Bildungsangeboten verwendet werden, und insbesondere in die sogenannten Lernzyklen integriert. In einem Lernzyklus dokumentieren die Teilnehmenden ihre Ausgangslage, unterschiedliche Einzel- und Partnererfahrungen und die Standortbestimmung. Sie evaluieren abschließend Ihre Erfahrungen und Dokumentationen mithilfe der Bildungsfelder und mithilfe der Fragen nach der persönlichen oder beruflichen Bedeutung.
Zum Lernzyklus: „Kinaesthetics – Lernen und Bewegungskompetenz“, EKA 2017, S. 18 ff.; https://wiki.kinaesthetics.de/wiki/Lernzyklus (Zugriff: 2026-04-13).
Der Selbstevaluationsprozess in Aus-, Fort- und Weiterbildungen
Der Selbstevaluationsprozess ist ein integrierter Bestandteil von Aus-, Fort- und Weiterbildungen. Die Teilnehmenden nutzen in den regelmäßigen Selbstevaluationen der Phasen und Etappen die Bildungsfelder und passende Fragen, um ihre Lernprozesse zu evaluieren und zu optimieren.
Zu den Phasen und Etappen: https://wiki.kinaesthetics.de/wiki/Lernphase (Zugriff: 2026-04-13).
Referenzgrößen: Kompetenzen und Ziele, Kompetenzkataloge, Kriterienlisten
In Selbstevaluationen führen die Teilnehmenden eine Standortbestimmung durch. Dabei vergleichen sie den aktuellen Stand der eigenen Lernprozesse einerseits mit der Ausgangslage, andererseits mit den Ziel- oder Referenzgrößen des Bildungsangebotes.
Als Referenzgrößen können die Angaben zu den angestrebten Kompetenzen und Zielen des Bildungsangebots in den Ausschreibungen dienen. Seit den 2020er-Jahren zeigen die kompetenzorientierten Curricula von Bildungsangeboten auf, in welchen Handlungsfeldern welche Kompetenzen bzw. Kompetenzressourcen (Fähigkeiten, Kenntnisse, Haltungen) angestrebt werden.
In den Ausbildungen zur Kinaesthetics-TrainerIn dienen seit längerer Zeit die Kompetenzkataloge als Referenzgrößen der Selbstevaluation. Im Rahmen der schweizerischen Berufsprüfung zur SpezialistIn für angewandte Kinästhetik wurden zudem Kriterienlisten zu den einzelnen Prüfungsteilen entwickelt. Sie sind für die PrüfungsabsolventInnen im Rahmen der Vorbereitung eine wertvolle Referenzgröße, um die eigenen Lernprozesse zu evaluieren bzw. den aktuellen Stand des Kompetenzzuwachses zu bestimmen.
Diese Referenzgrößen werden im Verlauf von Bildungsangeboten durch die AusbilderInnen weitergehend erläutert und mit konkreten Herausforderungen veranschaulicht. Desgleichen bilden Einzel- und Gruppengespräche mit AusbilderInnen eine Referenz, um das eigene Lernen zu evaluieren.

Der Selbstevaluationsprozess der Ausbildung zur Kinaesthetics-TrainerIn Stufe 1

Die Selbstevaluationen der TrainerInnen-Ausbildung Stufe 1

Der Selbstevaluationsprozess ist ein integrierter Bestandteil der Ausbildung zur Kinaesthetics-TrainerIn Stufe 1. In welchem Maß die Teilnehmenden die angestrebten Kompetenzen und Ziele dieser Ausbildung erreichen, ist wesentlich davon abhängig, wie Sie Ihre Lernprozesse fortgesetzt evaluieren und anpassen.
Indem die Teilnehmenden ihre Lernprozesse regelmäßig mit dem gleichen Vorgehen dokumentieren, auswerten und optimieren, erhalten Sie ein geordnetes und zusammenhängendes Bild Ihres Lernens. Die Teilnehmenden bilden damit ihre persönliche Lernspur dieser Ausbildung ab.
Die Selbstevaluationen (abgekürzt SE) sind jeweils an den Übergängen von Phasen und Etappen angesetzt. Dadurch evaluieren die Teilnehmenden jeweils ihr Präsenzlernen im Kursraum in der Phase und ihr selbstorganisiertes Lernen in der Etappe im Rück- und Vorausblick. Sie halten Ihren aktuellen Standort fest und schaffen so die Voraussetzungen für die bestmögliche Fortsetzung ihrer persönlichen Lernprozesse.
Überblick:

Unterschiedliche Arten von Selbstevaluationen

Der Selbstevaluationsprozess im Rahmen der Ausbildung Stufe 1 umfasst unterschiedliche Arten von Selbstevaluationen, ausgehend von der Bestimmung der Ausgangslage der Teilnehmenden:

1. Vorbereitungsaufgaben (VA):

Die Vorbereitungsaufgaben werden den Teilnehmenden vor dem Beginn der Ausbildung zugesandt. Sie bilden die erste Ausgangslage für ihre Selbstevaluationen sowohl während der Ausbildung als auch am Ende, wenn die Teilnehmenden auf ihre gesamten Lernprozesse zurückblicken.

2. Selbstevaluation der Phasen 1 bis 4 (SE-02, SE-04, SE-07, SE-09):

Im Übergang von den Phasen zu den Etappen evaluieren die Teilnehmenden ihre Lernprozesse der vergangenen Phase mithilfe der Bildungsfelder und beschreiben deren Bedeutung für sie persönlich und für ihre künftige Rolle als Kinaesthetics-TrainerInnen. Als Grundlage für einen persönlichen Umsetzungsplan beschreiben sie ihre Lernthemen oder Fragen, die sie in der Etappe bearbeiten möchten, und ebenso ihre Ziele und Arbeitsschritte.

3. Selbstevaluation der Etappen (SE-03, SE-05, SE-08, SE-10):

Gegen Ende der Etappen evaluieren die Teilnehmenden ihre Lernprozesse der vergangenen Etappe mithilfe der Bildungsfelder in Bezug
  • auf ihren persönlichen Umsetzungsplan bzw. auf ihre bearbeiteten Lernthemen oder Fragen,
  • auf ihr Lernen in der Lerngruppe und
  • auf ihr Lernen in den Etappenaufgaben.
Die Teilnehmenden beschreiben die Bedeutung dieser Lernprozesse für sie persönlich und für ihre künftige Rolle als Kinaesthetics-TrainerInnen. Im Hinblick auf die nächste Phase beschreiben sie ihre Lernthemen und Fragen mithilfe der Bildungsfelder und wählen zentrale Lernthemen oder Fragen aus, die sie in die nächste Phase mitbringen möchten.

4. Vorbereitung auf die Standortbestimmungen in Phase 3 und Phase 5 (SE-06, SE-11):

In der Phase 3 findet ein persönliches Evaluationsgespräch mit den AusbilderInnen statt. Zur Vorbereitung evaluieren die Teilnehmenden in der SE-06 ihre bisherige Kompetenzentwicklung in der TrainerInnen-Ausbildung Stufe 1 und ihre Erfahrungen im Berufsalltag (Integration der Kinästhetikkompetenz, Möglichkeiten und Herausforderungen). Sie beschreiben desgleichen ihre aktuellen Lernthemen und ihr Lernpotenzial.
In Phase 5 findet eine Standortbestimmung statt. Sie kann in Form eines Abschlussgesprächs mit den AusbilderInnen oder in anderer Form stattfinden. Zur Vorbereitung evaluieren die Teilnehmenden in der SE-11 ihre bisherigen Lernprozesse in Bezug auf die Handlungsfelder der Kinaesthetics-TrainerIn Stufe 1.

5. Selbstevaluation der Phase 5 (SE-12, freiwillig)

Es steht den AusbilderInnen gegen Ende der Phase 5 frei, die Teilnehmenden ihre Lernprozesse dieser Phase mithilfe der Bildungsfelder handschriftlich evaluieren und deren Bedeutung für sie persönlich und für ihre künftige Rolle als Kinaesthetics-TrainerInnen beschreiben zu lassen. Zusätzlich ist es sinnvoll, dass die Teilnehmenden ihre Lernthemen und Fragen sowie die konkrete Planung ihres weiteren persönlichen Lernwegs beschreiben.

Der Selbstevaluationsprozess auf der Kinaesthetics-Lernplattform

Bis zum Jahr 2025 führten die Teilnehmenden der TrainerInnen-Ausbildung Stufe 1 die Selbstevaluationen handschriftlich durch. Seit dem Jahr 2026 wird der Selbstevaluationsprozess auf der Kinaesthetics-Lernplattform durchgeführt. Die AusbilderInnen führen die Teilnehmenden in der Phase 1 in den Umgang mit dieser Lernplattform ein.

Allgemeine Bedeutung des Begriffs Evaluation

Was ist eine Evaluation?

Unter Evaluation wird die sach- und fachgerechte Bewertung von zielgerichteten Aktivitäten oder Prozessen verstanden. Diese Bewertung betrifft immer die Wirkung von Maßnahmen, Interventionen, Schulungen bzw. von damit verbundenen Lernprozessen, von Verfahren oder auch von Dienstleistungen oder Produkten usw. in einem bestimmten Zeitraum.
Eine häufige Anlage von Evaluationen ist, dass die Beschreibung, Analyse und Messung der Ausgangslage unter bestimmten Kriterien oder Zielgrößen mit der analogen Beschreibung, Analyse und Messung der Lage zu einem späteren Zeitpunkt verglichen werden. In kybernetischer Sprache ausgedrückt wird dabei der erreichte Ist-Wert mit dem Soll-Wert verglichen: Es wird bewertet, in welchem Maß die Ziele in diesem Zeitraum im Vergleich mit der Ausgangslage erreicht wurden.
Kennzeichnend für professionelle Evaluationen ist die Verbindung von wissenschaftlicher Methodik und Orientierung an der Praxis.
Der Zweck von Evaluationen besteht darin, Anpassungsmöglichkeiten zu ermitteln und die Maßnahmen, Interventionen, Schulungen usw. beziehungsweise die zugehörigen Aktivitäten und Prozesse zu optimieren.
Vor diesen Hintergründen kann Evaluation als eine Standortbestimmung bezeichnet werden, die zurückblickend und vorausschauend ist.

Elemente einer Evaluation

Eine systematische Evaluation enthält somit folgende Elemente:
1. Beschreibung und Analyse der Ausgangslage unter bestimmten Kriterien
2. Analoge Beschreibung und Analyse der Lage zu einem späteren Zeitpunkt
3. Bewertung der erreichten Lage im Vergleich mit der Ausgangslage und den Zielgrößen
4. Ermittlung von Anpassungsmöglichkeiten zwecks Optimierung der zugehörigen Maßnahmen, Interventionen usw. beziehungsweise der damit verbundenen Aktivitäten und Prozesse

Fremd- und Selbstevaluation:

Grundsätzlich wird zwischen Fremd- und Selbstevaluation unterschieden.
Fremdevaluationen werden von Personen durchgeführt, die nicht in die zugehörigen Aktivitäten und Prozesse involviert sind. Die Vertrautheit dieser Personen mit der wissenschaftlichen Evaluationstheorie gewährleistet eine sachgerechte Bewertung. Für eine fachgerechte Evaluation ist eine bestimmte Vertrautheit mit dem fachlichen Kontext von Maßnahmen, Interventionen oder Schulungen usw. in Theorie und Praxis unabdingbar.
Während die Fremdevaluation aus einer Außenperspektive vorgenommen wird, erfolgt die Selbstevaluation aus einer Innenperspektive. Sie wird von Personen vorgenommen, die die zugehörigen Maßnahmen, Interventionen, Schulungen usw. beziehungsweise die damit verbundenen Aktivitäten und Prozesse ausführen oder für ihre Konzeption verantwortlich sind.
Zur allgemeinen Bedeutung von Evaluation: Spektrum – Lexikon der Psychologie: „Evaluation“, https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/evaluation/4489 (Zugriff: 2026-04-13).

3.4 Kinaesthetics-Evaluationsprozesse aus der Perspektive der allgemeinen Bedeutung

Der Evaluationsprozess in Kinaesthetics-Bildungsangeboten bezieht sich hauptsächlich auf das persönliche Lernen. In diesem Kontext spielen Selbstevaluationen und Fremdeinschätzungen eine Rolle. Der fortgesetzte Selbstevaluationsprozess der einzelnen Teilnehmenden ist ausschlaggebend für die fortlaufende Anpassung und Optimierung ihres persönlichen Lernens.
Die Fremdeinschätzungen in Kinaesthetics-Bildungsangeboten sind keine Fremdevaluationen im vorausgehend dargestellten engen Sinn. Denn sie werden von Personen vorgenommen, die in die Aktivitäten und Prozesse involviert sind. Als Fremdevaluationen können die in der Schweiz durchgeführten Berufsprüfungen der SpezialistIn für angewandte Kinästhetik bezeichnet werden.

Quelle: European Kinaesthetics Association (Hg.) (2026) : Der Evaluationsprozess in Kinaesthetics-Bildungsangeboten. Rahmenelement Lernen/Grundlagen. Texte, Redaktion: Ressourcenpool Curriculum und Forschung (EKA). 3. Auflage. Seeham, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. Ohne ISBN.

Evaluationsprozesse in Kinaesthetics-Bildungsangeboten in „Kinaesthetics – Lernen und Bewegungskompetenz“

Das folgende Zitat stammt aus dem Buch „Kinaesthetics – Lernen und Bewegungskompetenz“. Es ist in das erste Kapitel „Lernen in Kinaesthetics-Kursen“ eingebettet. Im ersten Teil liegt der Schwerpunkt auf der Dokumentation. Im zweiten Teil geht es um die gemeinsame Reflexion, die als Methode einen wertvollen Beitrag zur Selbstevaluation leisten kann.

1.4. Dokumentieren und schriftliche Evaluation
Nach Bewegungserfahrungen oder nach einer gemeinsamen Reflexion einer Bewegungserfahrung werden Sie von der TrainerIn regelmäßig aufgefordert, im Arbeitsheft schriftlich zu beschreiben, was Sie wahrgenommen, analysiert und erkannt haben, oder Ihre Lernprozesse auf den Evaluationsseiten auszuwerten Somit dient das Arbeitsheft der persönlichen Dokumentation Ihres Lernens. Es geht nicht darum, zu notieren, wie die TrainerIn die Erfahrungen und Erkenntnisse eines Themas beschrieben hat, sondern darum, in Ihren Worten aufzuschreiben, was Sie individuelle erfahren und erkennen konnten.
Diese Phasen der persönlichen schriftlichen Reflexion sind wichtig, um die ‚flüchtigen‘ Erfahrungen, Wahrnehmungen und mündlichen Beschreibungen „festzuhalten“ und um zu lernen, sie differenziert zu dokumentieren. Im Lernzyklus (vgl. Kapitel 2.2.) lassen sich dadurch die Bewegungserfahrungen am Anfang und am Ende, die sogenannten Vergleichsaktivitäten A1 und A2, genauer und besser vergleichen. Das Dokumentieren ermöglicht Ihnen, Ihre Lernfortschritte bewusst festzustellen, auszuwerten und einzuordnen. Ihre Notizen spiegeln also stets den aktuellen Stand Ihrer persönlichen Kinästhetik-Theorie wider.
1.5. Die gemeinsame Reflexion
Oft schließt sich an eine Bewegungserfahrung oder an das schriftliche Dokumentieren eine Phase der gemeinsamen Reflexion und des Austausches mit anderen Teilnehmenden oder der TrainerIn an. Hier geht es insbesondere darum, zu lernen, die eigenen Bewegungserfahrungen, Erkenntnisse und Fragen für andere Menschen nachvollziehbar zu machen und miteinander zu vergleichen.
Dies kann durch gegenseitige Bewegungsanleitungen oder durch die gegenseitige Beschreibung und die gemeinsame Analyse und Diskussion der Erfahrungen geschehen. Selbstverständlich gibt es hier keine richtige oder falsche Wahrnehmung der eigenen Bewegung. Darum ist es gut möglich, dass Sie eine Erfahrung nicht genau gleich wie eine andere TeilnehmerIn oder die TrainerIn wahrnehmen und beschreiben. Der Austausch ermöglicht Ihnen, Ihre eigene Perspektive mit der Perspektive anderer zu vergleichen und zu erweitern.
Die gemeinsame Diskussion und der Vergleich der Erfahrungsbeschreibungen ist ein wichtiger Schritt, um Ihr kognitives Verständnis der eigenen und der menschlichen Bewegung im Allgemeinen zu schärfen. Gleichzeitig lernen Sie, Ihr Verständnis gegenüber anderen zu kommunizieren.“

Quelle: European Kinaesthetics Association (Hg.) (2025): Kinaesthetics. Lernen und Bewegungskompetenz. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-01-7. S. 12 ff.

Evaluationsprozesse in Kinaesthetics-Bildungsangeboten in „Kinaesthetics – Konzeptsystem“

Im Buch „Kinaesthetics – Konzeptsystem“ wird das Thema Evaluationsprozesse im Anhang erwähnt. Dort werden die Bildungsfelder als Evaluationsinstrument beschrieben.

Vergleiche auch