Zum Inhalt springen

Kinaesthetics-Online-Fachlexikon: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Kinaesthetics-Online-Fachlexikon
Lutz Zierbeck (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Lutz Zierbeck (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(65 dazwischenliegende Versionen von 7 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
{| class="wikitable" style="width: 100%; border-left:solid 10px #FF4500; border-right:solid 10px #FF4500; border-bottom:solid 10px #FF4500;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; border-left:solid 10px #FF4500; border-right:solid 10px #FF4500; border-bottom:solid 10px #FF4500;"
| style="width: 100%; border-left:solid 10px #FF4500; border-right:solid 10px #FF4500; border-bottom:solid 10px #FF4500; border-top:solid 10px #FF4500;background-color:wheat;" colspan="2" |'''Willkommen in diesem Online-Lexikon zu den Fachgebieten der Kinästhetik, Kybernetik und anderer Bezugswissenschaften!'''<br>Das [[KOFL:Über Kinaesthetics-Online-Fachlexikon|Kinaesthetics-Online-Fachlexikon (KOFL)]] wird von der European Kinaesthetics Association (EKA) herausgegeben, von einem [[KOFL:Das Redaktionsteam|Redaktionsteam]] betreut und von einem fachlichen Beirat unterstützt (vgl. „[[KOFL:Impressum und Haftungsausschluss]]“).
| style="width: 100%; border-left:solid 10px #FF4500; border-right:solid 10px #FF4500; border-bottom:solid 10px #FF4500; border-top:solid 10px #FF4500;background-color:wheat;" colspan="2" |
'''Willkommen in diesem Online-Lexikon zu den Fachgebieten der Kinästhetik, Kybernetik und anderer Bezugswissenschaften!'''<br>Das [[KOFL:Über Kinaesthetics-Online-Fachlexikon|Kinaesthetics-Online-Fachlexikon (KOFL)]] wird von der European Kinaesthetics Association (EKA) herausgegeben, von einem [[KOFL:Das Redaktionsteam|Redaktionsteam]] betreut und von einem fachlichen Beirat unterstützt (vgl. „[[KOFL:Impressum und Haftungsausschluss]]“).
|-
|-
| style="width: 60%; border-left:solid 10px #FF4500; border-right:solid 5px #FF4500; border-bottom:solid 5px #FF4500;background-color:#FFFFFF;"|'''Schon gewusst?'''<br><big>[[Der gekochte Frosch (Fabel von Gregory Bateson)]]</big><br>Durch diese Fabel wird verständlich, warum wir langsame Entwicklungen und Lernprozesse von uns selbst sehr viel schwerer feststellen als schnelle und unterscheidbare Veränderungen und Lernerfolge.<br>Gregory Bateson verwendet die folgende, als quasi-wissenschaftlich bezeichnete Fabel, um deutlich zu machen, dass „wir [uns] fast immer unbewusst sind über die Trends in den Veränderungen unseres Zustandes. ... Wenn man einen Frosch dazu bringen kann, ruhig in einem Topf mit kaltem Wasser sitzen zu bleiben, und wenn man dann die Wassertemperatur sehr langsam und sanft erhöht, so dass es keinen Augenblick gibt, der sich als der Augenblick ‚abhebt‘, in dem der Frosch springen sollte, dann wird er niemals springen. Er wird gekocht werden.“
| style="width: 60%; border-left:solid 10px #FF4500; border-right:solid 5px #FF4500; border-bottom:solid 5px #FF4500;background-color:#FFFFFF;"|
| style="width: 40%; border-right:solid 10px #FF4500; border-bottom:solid 5px #FF4500;background-color:#FFFFFF;"rowspan="2"|'''Bedeutende Personen'''<br><big>[[Heinz von Foerster]] (HvF)</big><br>(*13.11.1911 in Wien, † 2.10.2002 in Pescadero, Kalifornien) war Physiker, Kybernetiker und Philosoph. Seine Forschungsinteresse war sehr vielfältig. Er beschäftigte sich u. a. mit Erkenntnistheorie (Konstruktivismus), Verbindungen zwischen Biologie, Physik (Elektronik) und Mathematik. Er war der Begründer des Biological Computer Laboratory (BCL), das zu einem Kompetenzzentrum der Kybernetik wurde und ForscherInnen unterschiedlichster Fachrichtungen zusammenbrachte. Bis ins hohe Alter verstand er es, sehr anspruchsvolle Themen und die neue Denkweise der Kybernetik auf verständliche und unterhaltsame Weise darzustellen.
'''Schon gewusst?'''<br><big> Kinästhetik und Gesundheitsentwicklung: ein aktiver Prozess</big><br>
Als einer der wichtigen Pioniere der Kybernetik haben Aspekte seiner Forschungen eine Bedeutung für die Kinästhetik. So kann man seinen ethischen Imperativ „Handle stets so, dass die Anzahl der Möglichkeiten wächst“ auf Bewegungsunterstützungen übertragen: Es gilt, Menschen so zu unterstützen, dass sie in sich mehr Möglichkeiten entdecken können. Nach HvF kann man den Menschen mit nichttrivialen Maschinen vergleichen. Sie haben jederzeit mehrere Möglichkeiten des Verhaltens: Entsprechend sind Interaktion nicht voraussagbar; es gibt immer unterschiedliche Möglichkeiten der Anpassung. Auch in seinem Lehr- und Lernverständnis geht es nicht darum, Menschen zu trivialisieren, sondern auf Augenhöhe mit- und voneinander zu lernen.
In der Kinästhetik wird Gesundheit nicht als statischer Zustand, sondern als ein lebenslanger, dynamischer Prozess der [[Gesundheitsentwicklung|Gesundheitsentwicklung]] verstanden. Der zentrale Schlüssel hierzu ist die individuelle [[Bewegungskompetenz| Bewegungskompetenz]]. Das Fachgebiet geht davon aus, dass der Mensch seine Gesundheit durch die Qualität seiner alltäglichen Bewegungen&nbsp;– wie Sitzen, Aufstehen oder Gehen&nbsp;– aktiv und eigenverantwortlich beeinflussen kann. <br>Eine hohe Qualität der willkürlich steuerbaren Bewegung wirkt sich direkt und positiv auf die Vitalfunktionen wie Atmung, Kreislauf und Verdauung aus, da zwischen diesen Prozessen eine enge Wechselwirkung besteht. Durch die Sensibilisierung des [[#Sinnesrezeptoren|kinästhetischen Sinnessystems]] lernt der Mensch, seine eigenen [[Parallele und spiralige Bewegungsmuster|Bewegungsmuster]] differenzierter wahrzunehmen und sie konstruktiv an veränderte Bedingungen, wie etwa Alter oder Krankheit, anzupassen. <br>Anstatt sich nur auf äußere Maßnahmen zu verlassen, rückt die Kinästhetik das [[Lernen (Begriff)| selbstgesteuerte Lernen]] selbstgesteuerte Lernen in den Mittelpunkt. Wer lernt, sein Gewicht in der Schwerkraft effizienter zu organisieren und seine Bewegungsspielräume zu erweitern, fördert aktiv seine eigene Gesundheit und Lebensqualität. Somit ist die Kinästhetik eine praktische „Steuermannskunst“ für die eigene Entwicklung.


''⇒ Alle bisherigen Beiträge zur Rubrik „Schon gewusst“ findest du [[„Schon gewusst?“|hier]].''
| style="width: 40%; border-right:solid 10px #FF4500; border-bottom:solid 5px #FF4500;background-color:#FFFFFF;"rowspan="2"|
<br>
'''Bedeutende Personen'''<br><big>[[John Graham (1930 - 2012)|John Graham]] </big><br>John Graham (geboren 1930, gestorben 2012) war seit den 1960er-Jahren ein Avantgarde-Tänzer in den USA, Tanz- und Theaterlehrer, Bewegungsforscher und Feldenkraislehrer. Er war Mitbegründer der [[Kinästhetik (Begriff)|Kinästhetik]].
: ''„Geschichte schrieb John Graham als Mitglied des San Francisco Dancers’ Workshops, den er zusammen mit Anna Halprin und A. A. Leath maßgeblich mitgeprägt hat. […] Zwischen 1976 und 1985 arbeitete John Graham intensiv mit Frank Hatch und Lenny Maietta zusammen. Er gehörte im Jahr 1980 zu den MitbegründerInnen des Vereins für Kinästhetik [Anm.: in Zürich, Schweiz], den er als Vorstandsmitglied mitaufbaute. Er war im Leitungsteam der ersten Langzeitausbildungen ‚Kinästhetik-Gentle-Dance‘. 1988 wurde er Ehrenmitglied des Vereins und stellte zugleich die Zusammenarbeit mit diesem ein. […] Seine eigenen Artikel aus den 1980er-Jahren zeigen eindrücklich, wie er bemüht war, die künstliche Trennung zwischen Körper und Geist aufzuheben. Dazu formulierte er prägnant: ‚Es ist höchste Zeit, mit dem Körper zu denken.‘“''<ref> ''' Prensky, Petra (2016)''': Medienbesprechung: Sanfte Bewegtheit. In: Lebensqualität. Die Zeitschrift für Kinaesthetics. 2016, Nr. 4. S. 59.</ref>
: ''„Gentle Dance: Tanz ist ein Wort! Ich verwende dieses Wort, um eine Erfahrung zu beschreiben, die du in der Bewegung haben kannst. Es umschreibt keinen Stil, keine Methode. Bewegung wird zu Tanz, wenn du dir der Möglichkeit bewusst wirst, die deinem Körper in jeder Situation deines täglichen Lebens gegeben ist. Jeder kann in sich ein ungeahntes Potential für Bewegung und kreativen Ausdruck entdecken.“''<ref> ''' KINÄSTHETIK. Bulletin Nr. 2, 1982. ''' Ohne ISBN. S. 4.</ref>
John Grahams Aussage ''„Nur wenn ich weiss, was ich tue, kann ich auch tun, was ich will.“'' <ref>'''Knobel, Stefan; Prensky, Petra (2017)''': Sanfte Bewegtheit. Ein Dank an John Graham. Verlag lebensqualität, Siebnen. ISBN 978-3-906888-00-2. S. 100.</ref> von 1984 spiegelt sich in der heutigen Kinästhetik wider: im stetigen Training, das eigene Tun differenziert wahrzunehmen, um es bewusst und differenziert anzupassen und so im jeweiligen Moment hilfreiche Möglichkeiten zur Gestaltung von Aktivitäten zu finden.
|-
|-
|style="border-left:solid 10px #FF4500; border-right:solid 5px #FF4500; border-bottom:solid 5px #FF4500; border-top:solid 5px #FF4500;background-color:orange; colspan="2"|'''Meistgelesene Artikel'''<br>Hier findest du eine Rangliste der Artikel, die am meisten aufgerufen worden sind (Stand Oktober 2024)<br>
|style="border-left:solid 10px #FF4500; border-right:solid 5px #FF4500; border-bottom:solid 5px #FF4500; border-top:solid 5px #FF4500;background-color:orange; colspan="2"|
'''Meistgelesene Artikel'''<br>Hier findest du eine Rangliste der Artikel, die am meisten aufgerufen worden sind (Stand September 2026)<br>
# [[Kinaesthetics-Online-Fachlexikon]]‏‎
# [[Heinz von Foerster]]‏‎  
# [[Heinz von Foerster]]‏‎  
# [[Wahrnehmung]]‏‎
# [[Literatur und Medien]]  
# [[Literatur und Medien]]  
# [[Bewegungserfahrung]]‏‎
# [[Orientierung]]‏‎  
# [[Orientierung]]‏‎  
# [[Bewegungserfahrung]]‏‎
# [[Spastik‏‎]]
# [[Spastik‏‎]]  
# [[‏Knochen und Muskeln]]
# [[Knochen und Muskeln]]‏‎
# [[Wahrnehmung]]‏‎
# [[‏Viabilität]]
# [[Stabil und instabil]]‏‎‎‏‎
# [[Sensitivität (innere und äußere, von Foerster)]]‏‎‎‏‎
# [[Feedback-Control-Theorie]]‏‎
#[[Stabil und instabil]]‏‎
[[Spezial:Beliebteste_Seiten|Mehr erfahren]]
[[Spezial:Beliebteste_Seiten|Mehr erfahren]]
|-
|-
|style="width: 90%; border-right:solid 10px #FF4500; border-bottom:solid 5px #FF4500;background-color:#FFFFFF; "colspan="2"|'''Bemerkenswerte Ereignisse'''<br><big>Erste Beschreibung des [[Lernmodell|Lehrmodells]] der Kinästhetik</big><br>
|style="width: 90%; border-right:solid 10px #FF4500; border-bottom:solid 5px #FF4500;background-color:#FFFFFF; "colspan="2"|'''Bemerkenswerte Ereignisse'''
Am 17. Juni 1989 beschrieben Frank Hatch und Lenny Maietta für das 16. Kinästhetik Bulletin das Lehrmodell der [[Kinästhetik (Begriff)|Kinästhetik]]. Sie äußern dabei ihre „Grundüberzeugung, das [[Bewegungserfahrung|Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrung]] die Grundlage allen Lernens ist“. Sie hätten daraus weitere Grundsätze und aus diesen wiederum Übungen entwickelt, um Kursteilnehmenden zu „helfen, Beziehungen und Muster in der eigenen Bewegung zu erkennen. Durch strukturierte Bewegungserfahrungen entwickelt ein Teilnehmer im Kinästhetik-Unterricht differenziertere sensomotorische Fähigkeiten, die Grundlage aller menschlichen Fähigkeiten überhaupt. Er lernt dabei, seine Erfahrungen einzuordnen, indem er ihre Muster und Beziehungen analysiert.“<br>In diesem frühen Text wird ein Kern der Kinästhetik beschrieben, der bis heute seine Gültigkeit behält.
 
<big>Macy-Konferenzen und die Entstehung der Kybernetik</big><br>
[[Datei:Gruppenfoto Macy-Konferenz.png|mini|Josiah Macy, Jr. Foundation Meeting on Cybernetics. Warren S. McCulloch Papers, Series VIII: Photographs, Mss.B.M139. American Philosophical Society.]]
Die [[Macy-Konferenzen]] (1946–1953) brachten führende WissenschaftlerInnen vieler Disziplinen zusammen. Nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs sollte so ein besseres Verständnis menschlicher und sozialer Prozesse entstehen. Die Josiah Macy Jr. Foundation förderte die Treffen, um den fachübergreifenden Austausch zu stärken und neue Perspektiven für den Umgang mit komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen zu entwickeln.<br>
In einer offenen, interdisziplinären Atmosphäre wurde über Themen wie Feedback, Kommunikation, Selbstorganisation und komplexe Systeme diskutiert. Daraus entstand die [[Kybernetik (Begriff)|Kybernetik]] als neuer Ansatz zum Verständnis von Kommunikation, Steuerung und Wechselwirkungen in biologischen und sozialen Systemen. Die Konferenzen waren bewusst als Experiment angelegt: Verschiedene Disziplinen betrachteten dieselben Fragestellungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Nach zehn Treffen endeten die Konferenzen 1953. Die TeilnehmerInnen trugen die Erkenntnisse in ihre Fachbereiche und entwickelten sie dort weiter.<br>
Die Macy-Konferenzen sind bedeutsam, weil sie mit der Kybernetik ein Verständnis für vernetzte und rückgekoppelte Prozesse prägten, auf dem die Kinästhetik aufbaut. Unter anderem beeinflussten Gregory Bateson und [[Heinz von Foerster]] mit ihrem systemischen und kybernetischen Denken das Verständnis von Bewegung, Wahrnehmung und Interaktion. Auf Vorschlag von Heinz von Foerster wurde der ursprüngliche Konferenztitel „Circular Causal and Feedback Mechanisms in Biological and Social Systems“ in Anlehnung an Norbert Wieners Begriff „Cybernetics“ geändert.
 
''⇒ Alle bisherigen Beiträge zur Rubrik „Bemerkenswerte Ereignisse“ findest du [[„Bemerkenswerte Ereignisse“|hier]].''
|-
|-
| style="width: 50%; border-left:solid 10px #FF4500; border-right:solid 5px #FF4500; border-bottom:solid 10px #FF4500;background-color:#FFFFFF;"rowspan="2"|'''Zuletzt erschienene Artikel'''<br>
| style="width: 50%; border-left:solid 10px #FF4500; border-right:solid 5px #FF4500; border-bottom:solid 10px #FF4500;background-color:#FFFFFF;"rowspan="2"|
* Artikel „[[Parallele und spiralige Bewegungsmuster]]“
'''Zuletzt erschienene Artikel'''<br>
* Artikel „[[John Graham (1930 - 2012)]]“ Kurzbiographie
 
* Artikel „[[Kinästhetikkompetenz]]“
 
* Artikel „[[Berufsbild der Kinaesthetics-TrainerIn Stufe 1]]“
 
* Artikel „[[Haltungs- und Transportbewegung]]“
 
* Artikel „[[Vorne und hinten: Vorderseiten und Rückseiten]]“
 
* Artikel „[[Bewegungselemente]]“
 
* Artikel „[[Curriculum und Kompetenzorientierung]]“
 
* Artikel „[[Fehler]]“


* Erweiterung des Artikels „[[Sensitivität (innere und äußere, von Foerster)]]“ bzw. „[[1 : 100'000 (von Foerster)]]“ durch einen [[Sensitivität (innere und äußere, von Foerster)#Innere und äußere Sensitivität in „Aufbaumodul Demenz 1: Sich und die Welt wahrnehmen – Arbeitsunterlagen“|Begleittext aus dem Aufbaumodul Demenz 1]]
* Artikel „[[Pädagogisch-didaktische Grundprinzipien der Kinästhetik]]“


* Erweiterung des Artikels „[[Wahrnehmung]]“ durch die [[Wahrnehmung#Wahrnehmung in „Aufbaumodul Demenz 1: Sich und die Welt wahrnehmen – Arbeitsunterlagen“|Begleittexte aus dem Aufbaumodul Demenz 1]]
* Artikel „[[Suzanne Schmidt (*1943)]]“ (Kurzbiographie)


* Artikel „[[Lernen (Begriff)]]“
* Artikel „[[Evaluationsprozesse in Kinaesthetics-Bildungsangeboten]]“


* Erweiterungen der Artikel „[[Hierarchie der Kompetenzen]]“, „[[Bewegungskompetenz]]“ und „[[Interaktion]]“ inkl. „[[Herausforderndes Verhalten]]“  
* Artikel „[[Humberto R. Maturana (1928–2021)]]“ (Kurzbiografie)


* Artikel „[[Lerntheorie nach Gregory Bateson (1904-1980)]]“


* Artikel „[[Kybernetik (Begriff)]]“


* Artikel „[[Erfahren (Begriff)]]“
|-
|-
|style="border-left:solid 5px #FF4500; border-right:solid 10px #FF4500; border-bottom:solid 10px #FF4500; border-top:solid 5px #FF4500;background-color:#FFD700; colspan="2"|'''Mach mit!'''<br>Du hast viele Möglichkeiten, die Entwicklung des KOFL zu unterstützen.
|style="border-left:solid 5px #FF4500; border-right:solid 10px #FF4500; border-bottom:solid 10px #FF4500; border-top:solid 5px #FF4500;background-color:#FFD700; colspan="2"|
'''Mach mit!'''<br>Du hast viele Möglichkeiten, die Entwicklung des KOFL zu unterstützen.
* Nur schon, wenn du das KOFL nutzt und Artikel liest, hilfst du dem [[KOFL:Das Redaktionsteam|Redaktionsteam]] zu erkennen, welche Themen auf besonderes Interesse stoßen bzw. in welchem Themenkreis weitere Artikel publizienswert sind.
* Nur schon, wenn du das KOFL nutzt und Artikel liest, hilfst du dem [[KOFL:Das Redaktionsteam|Redaktionsteam]] zu erkennen, welche Themen auf besonderes Interesse stoßen bzw. in welchem Themenkreis weitere Artikel publizienswert sind.
* Diskutiere mit! Jeder Artikel im KOFL hat eine Diskussionsseite. Wenn du einen interessanten Hinweis hast, Aussagen schlecht verstehst oder mit ihnen nicht einverstanden bist, hinterlasse eine Notiz auf der Diskussionsseite – dein Beitrag muss nicht geschliffen daherkommen, sondern nur verständlich sein.
* Diskutiere mit! Jeder Artikel im KOFL hat eine Diskussionsseite. Wenn du einen interessanten Hinweis hast, Aussagen schlecht verstehst oder mit ihnen nicht einverstanden bist, hinterlasse eine Notiz auf der Diskussionsseite – dein Beitrag muss nicht geschliffen daherkommen, sondern nur verständlich sein.
* Du kannst das KOFL bzw. die Publikation von Artikeln ideell oder materiell unterstützen: [[KOFL:Eine Diskussion eröffnen]], [[KOFL:Artikel(teile) veröffentlichen]], [[KOFL:Sponsoring]].
* Du kannst das KOFL bzw. die Publikation von Artikeln ideell oder materiell unterstützen: [[KOFL:Eine Diskussion eröffnen|Eine Diskussion eröffnen]], [[KOFL:Artikel(teile) veröffentlichen|Artikel(teile) veröffentlichen]], [[KOFL:Sponsoring|Sponsoring]].
|-
|-
|}
|}

Aktuelle Version vom 17. Oktober 2026, 07:21 Uhr

Willkommen in diesem Online-Lexikon zu den Fachgebieten der Kinästhetik, Kybernetik und anderer Bezugswissenschaften!
Das Kinaesthetics-Online-Fachlexikon (KOFL) wird von der European Kinaesthetics Association (EKA) herausgegeben, von einem Redaktionsteam betreut und von einem fachlichen Beirat unterstützt (vgl. „KOFL:Impressum und Haftungsausschluss“).

Schon gewusst?
Kinästhetik und Gesundheitsentwicklung: ein aktiver Prozess
In der Kinästhetik wird Gesundheit nicht als statischer Zustand, sondern als ein lebenslanger, dynamischer Prozess der Gesundheitsentwicklung verstanden. Der zentrale Schlüssel hierzu ist die individuelle Bewegungskompetenz. Das Fachgebiet geht davon aus, dass der Mensch seine Gesundheit durch die Qualität seiner alltäglichen Bewegungen – wie Sitzen, Aufstehen oder Gehen – aktiv und eigenverantwortlich beeinflussen kann.
Eine hohe Qualität der willkürlich steuerbaren Bewegung wirkt sich direkt und positiv auf die Vitalfunktionen wie Atmung, Kreislauf und Verdauung aus, da zwischen diesen Prozessen eine enge Wechselwirkung besteht. Durch die Sensibilisierung des kinästhetischen Sinnessystems lernt der Mensch, seine eigenen Bewegungsmuster differenzierter wahrzunehmen und sie konstruktiv an veränderte Bedingungen, wie etwa Alter oder Krankheit, anzupassen.
Anstatt sich nur auf äußere Maßnahmen zu verlassen, rückt die Kinästhetik das selbstgesteuerte Lernen selbstgesteuerte Lernen in den Mittelpunkt. Wer lernt, sein Gewicht in der Schwerkraft effizienter zu organisieren und seine Bewegungsspielräume zu erweitern, fördert aktiv seine eigene Gesundheit und Lebensqualität. Somit ist die Kinästhetik eine praktische „Steuermannskunst“ für die eigene Entwicklung.


⇒ Alle bisherigen Beiträge zur Rubrik „Schon gewusst“ findest du hier.


Bedeutende Personen
John Graham 
John Graham (geboren 1930, gestorben 2012) war seit den 1960er-Jahren ein Avantgarde-Tänzer in den USA, Tanz- und Theaterlehrer, Bewegungsforscher und Feldenkraislehrer. Er war Mitbegründer der Kinästhetik.

„Geschichte schrieb John Graham als Mitglied des San Francisco Dancers’ Workshops, den er zusammen mit Anna Halprin und A. A. Leath maßgeblich mitgeprägt hat. […] Zwischen 1976 und 1985 arbeitete John Graham intensiv mit Frank Hatch und Lenny Maietta zusammen. Er gehörte im Jahr 1980 zu den MitbegründerInnen des Vereins für Kinästhetik [Anm.: in Zürich, Schweiz], den er als Vorstandsmitglied mitaufbaute. Er war im Leitungsteam der ersten Langzeitausbildungen ‚Kinästhetik-Gentle-Dance‘. 1988 wurde er Ehrenmitglied des Vereins und stellte zugleich die Zusammenarbeit mit diesem ein. […] Seine eigenen Artikel aus den 1980er-Jahren zeigen eindrücklich, wie er bemüht war, die künstliche Trennung zwischen Körper und Geist aufzuheben. Dazu formulierte er prägnant: ‚Es ist höchste Zeit, mit dem Körper zu denken.‘“[1]
„Gentle Dance: Tanz ist ein Wort! Ich verwende dieses Wort, um eine Erfahrung zu beschreiben, die du in der Bewegung haben kannst. Es umschreibt keinen Stil, keine Methode. Bewegung wird zu Tanz, wenn du dir der Möglichkeit bewusst wirst, die deinem Körper in jeder Situation deines täglichen Lebens gegeben ist. Jeder kann in sich ein ungeahntes Potential für Bewegung und kreativen Ausdruck entdecken.“[2]

John Grahams Aussage „Nur wenn ich weiss, was ich tue, kann ich auch tun, was ich will.“ [3] von 1984 spiegelt sich in der heutigen Kinästhetik wider: im stetigen Training, das eigene Tun differenziert wahrzunehmen, um es bewusst und differenziert anzupassen und so im jeweiligen Moment hilfreiche Möglichkeiten zur Gestaltung von Aktivitäten zu finden.

Meistgelesene Artikel
Hier findest du eine Rangliste der Artikel, die am meisten aufgerufen worden sind (Stand September 2026)

  1. Kinaesthetics-Online-Fachlexikon‏‎
  2. Heinz von Foerster‏‎
  3. Literatur und Medien
  4. Bewegungserfahrung‏‎
  5. Orientierung‏‎
  6. Spastik‏‎
  7. ‏Knochen und Muskeln
  8. Wahrnehmung‏‎
  9. Stabil und instabil‏‎‎‏‎
  10. Feedback-Control-Theorie‏‎

Mehr erfahren

Bemerkenswerte Ereignisse

Macy-Konferenzen und die Entstehung der Kybernetik

Josiah Macy, Jr. Foundation Meeting on Cybernetics. Warren S. McCulloch Papers, Series VIII: Photographs, Mss.B.M139. American Philosophical Society.

Die Macy-Konferenzen (1946–1953) brachten führende WissenschaftlerInnen vieler Disziplinen zusammen. Nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs sollte so ein besseres Verständnis menschlicher und sozialer Prozesse entstehen. Die Josiah Macy Jr. Foundation förderte die Treffen, um den fachübergreifenden Austausch zu stärken und neue Perspektiven für den Umgang mit komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen zu entwickeln.
In einer offenen, interdisziplinären Atmosphäre wurde über Themen wie Feedback, Kommunikation, Selbstorganisation und komplexe Systeme diskutiert. Daraus entstand die Kybernetik als neuer Ansatz zum Verständnis von Kommunikation, Steuerung und Wechselwirkungen in biologischen und sozialen Systemen. Die Konferenzen waren bewusst als Experiment angelegt: Verschiedene Disziplinen betrachteten dieselben Fragestellungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Nach zehn Treffen endeten die Konferenzen 1953. Die TeilnehmerInnen trugen die Erkenntnisse in ihre Fachbereiche und entwickelten sie dort weiter.
Die Macy-Konferenzen sind bedeutsam, weil sie mit der Kybernetik ein Verständnis für vernetzte und rückgekoppelte Prozesse prägten, auf dem die Kinästhetik aufbaut. Unter anderem beeinflussten Gregory Bateson und Heinz von Foerster mit ihrem systemischen und kybernetischen Denken das Verständnis von Bewegung, Wahrnehmung und Interaktion. Auf Vorschlag von Heinz von Foerster wurde der ursprüngliche Konferenztitel „Circular Causal and Feedback Mechanisms in Biological and Social Systems“ in Anlehnung an Norbert Wieners Begriff „Cybernetics“ geändert.

⇒ Alle bisherigen Beiträge zur Rubrik „Bemerkenswerte Ereignisse“ findest du hier.

Zuletzt erschienene Artikel


Mach mit!
Du hast viele Möglichkeiten, die Entwicklung des KOFL zu unterstützen.

  • Nur schon, wenn du das KOFL nutzt und Artikel liest, hilfst du dem Redaktionsteam zu erkennen, welche Themen auf besonderes Interesse stoßen bzw. in welchem Themenkreis weitere Artikel publizienswert sind.
  • Diskutiere mit! Jeder Artikel im KOFL hat eine Diskussionsseite. Wenn du einen interessanten Hinweis hast, Aussagen schlecht verstehst oder mit ihnen nicht einverstanden bist, hinterlasse eine Notiz auf der Diskussionsseite – dein Beitrag muss nicht geschliffen daherkommen, sondern nur verständlich sein.
  • Du kannst das KOFL bzw. die Publikation von Artikeln ideell oder materiell unterstützen: Eine Diskussion eröffnen, Artikel(teile) veröffentlichen, Sponsoring.
  1. ↑ Prensky, Petra (2016): Medienbesprechung: Sanfte Bewegtheit. In: Lebensqualität. Die Zeitschrift für Kinaesthetics. 2016, Nr. 4. S. 59.
  2. ↑ KINÄSTHETIK. Bulletin Nr. 2, 1982. Ohne ISBN. S. 4.
  3. ↑ Knobel, Stefan; Prensky, Petra (2017): Sanfte Bewegtheit. Ein Dank an John Graham. Verlag lebensqualität, Siebnen. ISBN 978-3-906888-00-2. S. 100.