Projekt Konzeptsystembuch 16: 4.1. Ziehen und Drücken

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Status Diskussion eröffnet
AutorIn/RedakteurIn N. N./Dagmar Panzer
Letzte Änderung 26.02.2021


Hinweis
Diese Diskussionsseite wird im Rahmen des Projekts „Konzeptsystembuch-Umfrage“ des Ressourcenpools Curriculum und Forschung der European Kinaesthetics Association (EKA) eröffnet. Die Absicht ist, dass hier zum Text auf der zugehörigen Seite Projekt Konzeptsystembuch 16: 4.1. Ziehen und Drücken offene Fragen, unterschiedliche Verständnisse, Weiterentwicklungsbedarf usw. umfassend gesammelt und diskutiert werden. Diese offene Umfrage bzw. Diskussion dauert ein Jahr. Deshalb ist diese Diskussionsseite in dieser Form nur bis August 2021 im KOFL sichtbar. Zur Teilnahme folgst du der obenstehenden Anleitung. Wenn du Unterstützung brauchst, nimm Kontakt mit Dagmar Panzer auf.


Begriff der Kraftrichtung als Ersatz für Gewicht?[Bearbeiten]

Andrea Stoib, 17.02.2021

Ich verstehe die Änderung von Richtung des Gewichts zu Kraftrichtung nicht. Hier bräuchte ich eine Definition von Kraftrichtung. In der Selbsterfahrung kann ich spüren, dass beim Ziehen das Gewicht zweier Körperteile voneinander weg geht, bzw. beim Drücken das Gewicht zweier Körperteile aufeinander zu geht. Kraft ist für mich ein Begriff aus der Physik, der viele Komponenten beinhaltet. Je mehr ich nicht mit den Thema Kraft beschäftige, desto komplexer wird es für mich. Komponenten sind: Muskeltonus, Geschwindigkeit der Beschleunigung, Zeit im Sinne von Dauer, Energie- (verbrauch), Gravitation ... .

Ich frage mich ob der Begriff der Kraftrichtung hier gut gewählt ist, ich finde den Begriff des Gewichtes einfacher verständlich und eindeutiger.

Mein Verständnis von Anstrengung, als innere wahrnehmbare Eigenaktivität, ist geprägt von zwei Kernaussagen:

  1. ziehen = aktiver Prozess, das Gewicht geht von zwei Körperteilen auseinander
    drücken = aktiver Prozess, das Gewicht geht zueinander
    Gewicht ist für mich einfach erfahrbar - nicht komplex.
  2. Das dosierte Zusammenspiel dieser Komponenten der Anstrengung ergibt ein dynamisches Spannungsnetz.

Hier kommt jetzt der Bezug zum Wechselspiel und der zeitlichen Abstimmung. Je präziser wir dieses Wechselspiel gestalten, desto weniger quantitative Anstrengung erfahre ich und erlebe mich in der zielgerichteten Bewegung als wirksamer. Dadurch kann ich mich und meine HandlungspartnerIn vor körperlicher Fehlbelastung und Überforderung schützen.

Dieser Bezug fehlt mir im Buch.


Peter Zingerle 25.02.2021

In der Selbsterfahrung kann ich spüren, dass beim Ziehen das Gewicht zweier Körperteile voneinander weg geht, bzw. beim Drücken das Gewicht zweier Körperteile aufeinander zu geht. Ich kann deinen Ausführungen nur bedingt folgen. Ich kann zwar z.B. im Liegen merken, ob die Punkte, an denen zwei benachbarte Massen ihr Gewicht an die Unterstützungsfläche weiterleiten, sich einander annähern oder entfernen. Diese Wahrnehmung hat in meinem Verständnis aber wenig mit Ziehen und Drücken zu tun v.a. weil für mich dabei mehr die Druckwahrnehmung als die Spannungswahrnehmung im Vordergrund stehen. Bei Ziehen und Drücken geht es für mich um die Wahrnehmung eines Richtungsaspekts der Anstrengung und dabei eignet sich die Kraft (bzw. Muskelkraft) besonders gut, da diese aus physikalischer Sicht ja ein Vektor ist und eine Richtungskomponente hat. Auch wenn die Kraftrichtung eines einzelnen Muskels für mich kaum wahrnehmbar ist, kann ich die Kraftrichtung die mehrere Muskeln in einem Körperteil erzeugen spüren. (zumindest im Verhältnis zu der Kraftrichtung/"Spannungsrichtung" des benachbarten Körperteils. Für mich wird die Wahrnehmung dann kokmplex (und schlägt sich mit meiner Vorstellung), wenn ich den Focus sehr stark auf "zwischen die beiden Körperteile" also den Zwischenraum lege. Einerseits passiert es mir oft, dass ich im selben Zwischenraum an zwei entgegengesetzten räumlichen Orten gleichzeitig jeweils Ziehen und Drücken spüre und andererseits irritiert mich die Vorstellung, wie Muskeln, die ja immer von einem Körperteil zu einem anderen über einen Zwischenraum verlaufen und physiologisch ihren Ansatz und Ursprung nur aufeinander zu bewegen können, überhaupt, das Gefühl von "voneinander weg" im Sinne von Spannung erzeugen sollen. Das v.a. auch deshalb weil ich im Zwischenraum ja auch bei Ziehen eine Spannung spüre.

Je präziser wir dieses Wechselspiel gestalten, desto weniger quantitative Anstrengung erfahre ich und erlebe mich in der zielgerichteten Bewegung als wirksamer. Dadurch kann ich mich und meine HandlungspartnerIn vor körperlicher Fehlbelastung und Überforderung schützen. Der Bezug zwischen diesen beiden Aspekten wird zwar nicht direkt an dieser Stelle im Text hergestellt, der Hinweis auf die Wichtigkeit der Qualität von Anstrengung wird jedoch im Einleitungstext ins Konzept Anstrengung erwähnt, den du ja in deinem anderen Diskussionsbeitrag erwähnst. Ein Bezug an dieser stelle des Textes würde für mich zu viel Wert auf die Quantität der Kraft bei Fehlbelastungen legen und die Aspekte von Richtung/Dauer/Funktion der anatomischen Struktur vielleicht in den Hintergrund drängen.