KOFL:Projekt Konzeptsystembuch 14: 3.2. Parallele und spiralige Bewegungsmuster: Unterschied zwischen den Versionen

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: '' Aufgrund der menschlichen Anatomie ist die Ausführung paralleler <br>Bewegungsmuster anspruchsvoller als die Ausführung spiraliger Bewegungsmuster. <br>Mit parallelen Bewegungsmustern schränkt man die Möglichkeiten, die dem Körper <br>an sich zur Verfügung stehen, aktiv ein. So zeigt z. B. ein Kleinkind von sich aus kaum <br>parallele Bewegungsmuster, weil bei diesen die Kontrolle des Gewichtes der Massen <br>bzw. des Gleichgewichtes sehr viel schwieriger ist als bei spiraligen <br>Bewegungsmustern." ''
 
  
 
Quelle: '''European Kinaesthetics Association (Hg.) (2020):''' Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0. S. 34 f.
 
Quelle: '''European Kinaesthetics Association (Hg.) (2020):''' Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0. S. 34 f.

Version vom 16. Juli 2020, 17:26 Uhr

Status mit Fachliteratur angelegt
AutorIn/RedakteurIn N. N./Sabine Kaserer
Letzte Änderung 16.07.2020


Hinweis:
Dieser Artikel wird im Rahmen des Projektes „Konzeptsystembuch-Umfrage“ des Ressourcenpools Curriculum und Forschung der European Kinaesthetics Association (EKA) veröffentlicht. Die Absicht ist, dass zum untenstehenden Zitat auf der zugehörigen Diskussionsseite Projekt Konzeptsystembuch 14: 3.2. Parallele und spiralige Bewegungsmuster offene Fragen, unterschiedliche Verständnisse, Weiterentwicklungsbedarf usw. breit und umfassend gesammelt werden. Die Umfrage dauert ein Jahr. Deshalb ist dieser Artikel in dieser Form nur bis August 2021 im KOFL sichtbar.

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1 „3.2. Parallele und spiralige Bewegungsmuster

Grundsätzlich steht dem Menschen aufgrund seiner Anatomie eine unbeschränkte
Anzahl von Bewegungsmustern zur Verfügung. Verschiedene Faktoren führen aber
dazu, dass der Mensch lernt, bestimmte wiederkehrende Tätigkeiten des Alltags mit
stets ähnlichen Bewegungsmustern auszuführen. Dadurch schränkt er das Spektrum
der Handlungsvarianten, das ihm eigentlich offensteht, ein.
Individuelle und gewohnte Bewegungsmuster sind aber durchaus sinnvoll, solange
sie sowohl den funktionalen Gegebenheiten unserer Anatomie entsprechen als auch
eine angepasste Ausführung der jeweiligen Aktivität ermöglichen.
Allerdings behält der Mensch seine gewohnten Bewegungsmuster oft auch dann bei,
wenn sich seine Situation verändert hat. Dann können Gewohnheitsmuster, die der
veränderten Situation nicht angepasst werden können, eine destruktive Wirkung
entfalten.
Die meist unbewussten, individuellen Gewohnheitsmuster ergeben sich aus der
spezifischen Nutzung von Haltungs- und Transportbewegungen durch den einzelnen
Menschen.
Das Bewusstsein des subtilen Zusammenspiels der Haltungs- und
Transportbewegungen in den eigenen Bewegungsmustern führt zu einer
konstruktiven Anpassungsfähigkeit und zu einem reichen Spektrum von
Handlungsvarianten.“


Kinaesthetics unterscheidet zwischen parallelen und spiraligen Bewegungsmustern:
31-detail-muster-parallel.jpg
Parallele Bewegungsmuster

Bei parallelen Bewegungsmustern bewegen wir das
Gewicht aller Massen um parallele Achsen. Die
Transportbewegungen erfolgen nur in derselben
Richtung wie die Haltungsbewegungen. Das Spektrum
der vielen Richtungen, die bei Transportbewegungen
zwischen den einzelnen Massen eigentlich möglich sind,
wird dabei nicht genutzt.“
31-detail-muster-spiralig.jpg
Spiralige Bewegungsmuster

Bei spiraligen Bewegungsmustern nutzen wir zur
Bewegung des Gewichtes jeder einzelnen Masse den
Spielraum, den die Zwischenräume bzw. die
Transportbewegungsebenen bieten. Die Richtung der
Transportbewegungen entspricht nicht nur der Richtung
der Haltungsbewegungen. Das gesamte Spektrum der
Bewegungsrichtungen, die bei Transportbewegungen
möglich sind, wird genutzt.
Bei spiraligen Bewegungsmustern unterscheiden sich
die Bewegungsrichtungen der einzelnen Massen
auffällig von der aus einer Außenperspektive
wahrgenommenen Bewegungsrichtung des gesamten
Körpers.
Aufgrund der menschlichen Anatomie ist die Ausführung paralleler
Bewegungsmuster anspruchsvoller als die Ausführung spiraliger Bewegungsmuster.
Mit parallelen Bewegungsmustern schränkt man die Möglichkeiten, die dem Körper
an sich zur Verfügung stehen, aktiv ein. So zeigt z. B. ein Kleinkind von sich aus kaum
parallele Bewegungsmuster, weil bei diesen die Kontrolle des Gewichtes der Massen
bzw. des Gleichgewichtes sehr viel schwieriger ist als bei spiraligen
Bewegungsmustern."


Quelle: European Kinaesthetics Association (Hg.) (2020): Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0. S. 34 f.

2 Ausgewählte weiterführende Literatur

  • Asmussen-Clausen, Maren (2009): Praxisbuch Kinaesthetics. Erfahrungen zur individuellen Bewegungsunterstützung auf Basis der Kinästhetik. 2. Auflage. München, Jena: Elsevier, Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-27570-8. S. 44 f.
  • Hatch, Frank; Maietta, Lenny (2003): Kinästhetik. Gesundheitsentwicklung und menschliche Aktivitäten. Übersetzung: Ute Villwock, Elisabeth Brock. 2., komplett überarbeitete Auflage. München, Jena: Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-31467-4. S. 53 ff.
  • Maietta, Lenny; Hatch, Frank (2011): Kinaesthetics Infant Handling. Originalmanuskript aus dem Amerikanischen von Ute Villwock. 2., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Bern [u. a.]: Hans Huber. ISBN 978-3-456-84987-4. S. 102 ff.

3 Vergleiche auch