Fragen (entscheidbare und unentscheidbare)
| Status | mit Fachliteratur angelegt |
| AutorIn/RedakteurIn | N. N./Dagmar Panzer |
| Letzte Änderung | 11.10.2026 |
Zusammenfassung:
Dieser Artikel ist mit Fachliteratur angelegt. Er besteht aus einschlägigen Zitaten zum Thema „Fragen (entscheidbare und unentscheidbare)“). Das erste Zitat stammt aus „Kinaesthetics. Lernen und Bewegungskompetenz“. Das zweite Zitat stammt aus „Kybernetik und Kinästhetik“.
„Fragen (entscheidbare und unentscheidbare)“ in „Kinaesthetics. Lernen und Bewegungskompetenz“
Das folgende Zitat stammt aus dem Buch „Kinaesthetics. Lernen und Bewegungskompetenz“. Das Zitat ist in das fünfte Kapitel „Lernen: Allgemeine Blickpunkte“ eingebettet. Das vorausgehende Unterkapitel „Die Bedeutung des Begriffs Lernen im Alltag beleuchtet den Begriff des Lernens in alltäglicher Betrachtung, im Gegensatz zu einem prozesshaften Lernen in der Kinästhetik, wobei es immer wieder die Möglichkeit gibt, sich anhand von Standorterfahrungen mit dem eigenen Verständnis von Lernen auseinanderzusetzen. Das Zitat ist der Text des zweiten Unterkapitels „Das Fehlen einer umfassenden wissenschaftlichen Theorie des Lernens“ und beschreibt den „blinden Fleck“ der wissenschaftlichen Lernforschung, des persönlichen Lernens und des „Gewahrwerdens“.
- „5.2. Das Fehlen einer umfassenden wissenschaftlichen Theorie des Lernens
- Die unterschiedlichen Forschungsperspektiven der Pädagogik, der Psychologie, der Biologie, der Hirnforschung usw. führten zu einem großen Fachwissen über verschiedene Formen des Lernens [...]. Die Entwicklung einer umfassenden Lerntheorie [...]und ihre Kernfragen werden [...] unterschiedlich beantwortet.
- Das mag auch darin begründet sein, dass wir selbst zu einem großen Teil ‚blind’ für unsere eigenen Lernprozesse sind. Viele Lernprozesse – wie z. B. gehen, schwimmen, Fahrrad oder Auto fahren, eine Fremdsprache sprechen lernen –waren für uns wichtig und einschneidend, erfüllten uns mit Freude und Stolz. Trotzdem fällt es uns nicht leicht, genau und differenziert Auskunft darüber zugeben, wie wir diese Dinge gelernt haben, aufgrund welcher Faktoren uns das entsprechende Verhalten immer besser gelungen ist und welches die Voraussetzungen und Bedingungen für das Erlernen gewesen sind.
- Heinz von Foerster (1911–2002), ein Pionier der Kybernetik, versuchte die gesamte Problematik folgendermaßen auf den Punkt zu bringen:
- Entscheidbare und prinzipiell unentscheidbare Fragen
- In seinem Vortrag ‚ Bemerkungen zum Verhältnis des Menschen zu seinen Maschinen’ unterscheidet der Mathematiker und Physiker Heinz von Foerster zwischen entscheidbaren und prinzipiell unentscheidbaren Fragen (z. B. „Ist die Zahl 2‚ ’ 325‘412 durch 3 teilbar?“ gegenüber: „Wie ist das Universum entstanden?“).
- „Bei der zweiten Frage gibt es so viele unterschiedliche Antworten, dass die einzelne Antwort mehr über den Antwortenden aussagt als über die Frage selbst. Darum gilt es, bei solchen Fragen die Verantwortung für die eigene Antwort zu übernehmen und keine Allgemeingültigkeit für sie zu beanspruchen. An der folgenden Stelle bringt er das Thema Lernen als ein Beispiel eines prinzipiell nicht entscheidbaren Problems:
- „„Wenn wir den Kindern beibringen, das ABC zu lernen: Kein Mensch weiß, wie die Kinder das lernen. Ja, selbst wenn man uns selbst fragt: ‚Sag mal, Heinz, wie hast du dieses Alphabet gelernt?‘ – ‚Keine Ahnung!‘ Niemand weiß, wie er das Alphabet gelernt hat. Und trotzdem nehmen wir es an, in unserem Dialog mit dem andern so zu spielen, als wüssten wir es“ (von Foerster 1999).
Quelle: European Kinaesthetics Association (Hg.) (2017): Kinaesthetics. Lernen und Bewegungskompetenz. 3. Auflage. Seeham, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-01-7. 1. Auflage: 2010. S. 52-53.