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=== Haltungs- und Transportbewegung in „Kinaesthetics – Konzeptsystem“ ===
=== Haltungs- und Transportbewegung in „Kinaesthetics – Konzeptsystem“ ===
[[Datei:Konzepticons-mit-kreis 311.png|200px|mini|Das Konzepticon des Unterthemas „Haltungs- und Transportbewegung“ wird ebenso für das folgende Unterthema „Parallele und spiralige Bewegungsmuster“ verwendet. Es drückt aus, dass die Kombination von Haltungs- und Transportbewegung mit parallelen und spiraligen Bewegungsmustern gleichzusetzen ist.]]
[[Datei:Konzepticons-mit-kreis 311.png|200px|mini|Das Konzepticon des Unterthemas „Haltungs- und Transportbewegung“ wird ebenso für das folgende Unterthema „Parallele und spiralige Bewegungsmuster“ verwendet. Es drückt aus, dass die Kombination von Haltungs- und Transportbewegung mit parallelen und spiraligen Bewegungsmustern gleichzusetzen ist.]]
==== Die Einbettung der Haltungs- und Transportbewegung ====
==== Die Einbettung der Haltungs- und Transportbewegung ====
=====Zusammenhang mit den Haltungs- und Transportbewegungsebenen=====
=====Zusammenhang mit den Haltungs- und Transportbewegungsebenen=====
Im Buch „Kinaesthetics – Konzeptsystem“<ref>'''European Kinaesthetics Association (Hg.) (2025):''' Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0.</ref> erfolgt zum ersten Mal ein Hinweis auf die Haltungs- und Transportbewegungen im Zusammenhang mit dem dritten Unterthema „Haltungsbewegungsebenen und Transportbewegungsebenen“ des zweiten Konzepts „Funktionale Anatomie“, und zwar in einer Fußnote. Dieser Hinweis drückt nur den Zusammenhang zwischen den beiden Themen aus. Worin dieser Zusammenhang besteht, wird nicht ausgesagt.<ref>ebd., S. 24. Im Fließtext des „Kinaesthetics – Konzeptsystems“ werden die Transportbewegungsebenen zum ersten Mal im Kapitel „2.2. Massen und Zwischenräume“ (S. 23) erwähnt. Unter der Überschrift „Zwischenräume“ wird abschliessend darauf hingewiesen, dass alle Zwischenräume Transportbewegungsebenen bilden.</ref> Textlich lässt sich leicht feststellen, dass die beiden Themen zumindest über die Stichworte [[Stabil und instabil|Stabilität und Instabilität]] zusammenhängen.
Im Buch „Kinaesthetics – Konzeptsystem“<ref>'''European Kinaesthetics Association (Hg.) (2025):''' Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0.</ref> erfolgt zum ersten Mal ein Hinweis auf die Haltungs- und Transportbewegungen im Zusammenhang mit dem dritten Unterthema „Haltungsbewegungsebenen und Transportbewegungsebenen“ des zweiten Konzepts „Funktionale Anatomie“, und zwar in einer Fußnote. Dieser Hinweis drückt nur den Zusammenhang zwischen den beiden Themen aus. Worin dieser Zusammenhang besteht, wird nicht ausgesagt.<ref>ebd., S. 24. Im Fließtext des „Kinaesthetics – Konzeptsystems“ werden die Transportbewegungsebenen zum ersten Mal im Kapitel „2.2. Massen und Zwischenräume“ (S. 23) erwähnt. Unter der Überschrift „Zwischenräume“ wird abschließend darauf hingewiesen, dass alle Zwischenräume Transportbewegungsebenen bilden.</ref> Textlich lässt sich leicht feststellen, dass die beiden Themen zumindest über die Stichworte [[Stabil und instabil|Stabilität und Instabilität]] zusammenhängen.


In der Beschreibung der Haltungs- und Transportbewegung im dritten Konzept „Menschliche Bewegung“ wird dieser Zusammenhang dahingehend präzisiert, dass ihre anatomische Grundlage in den Haltungs- und Transportbewegungsebenen und den [[Massen und Zwischenräume|Massen und Zwischenräumen]] besteht<ref>ebd., S. 34.</ref>.
In der Beschreibung der Haltungs- und Transportbewegung im dritten Konzept „Menschliche Bewegung“ wird dieser Zusammenhang dahingehend präzisiert, dass ihre anatomische Grundlage in den Haltungs- und Transportbewegungsebenen und den [[Massen und Zwischenräume|Massen und Zwischenräumen]] besteht<ref>ebd., S. 34.</ref>.
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Neben den hier angeführten Stellen werden die Haltungs- und Transportbewegung im Konzeptsystem nicht weiter erwähnt.
Neben den hier angeführten Stellen werden die Haltungs- und Transportbewegung im Konzeptsystem nicht weiter erwähnt.


==== Erfahrbarkeit/Manifestation und Funktionen der Haltungs- und Transportbewegung====
==== Eigenschaften/Manifestation und Funktionen der Haltungs- und Transportbewegung====
Die beiden Bewegungskomponenten der Haltungs- und Transportbewegung werden zwecks besserer Übersichtlichkeit nachfolgend tabellarisch dargestellt. Die Darstellung zitiert (nicht ausschließlich) Aussagen der Seite 34 des „Kinaesthetics – Konzeptsystems“ ohne Kennzeichnungen.
Die beiden Bewegungskomponenten der Haltungs- und Transportbewegung werden zwecks besserer Übersichtlichkeit nachfolgend tabellarisch dargestellt. Die Darstellung zitiert (nicht ausschließlich) Aussagen der Seite 34 des „Kinaesthetics – Konzeptsystems“ ohne Kennzeichnungen.
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| style="width: 10%"|'''Symbol'''|| style="width: 45%"|[[Datei:31-detail-haltungsbew.jpg|40px|links]]Das Symbol illustriert die scharnierartigen, zweidimensionalen Möglichkeiten der menschlichen Bewegung.<ref>Es muss darauf hingewiesen werden, dass dieses Symbol ebenso die Definition der Haltungsbewegungsebenen illustriert. Wie im Folgenden aufgezeigt wird, müssen diese im aktuellen Verständnis theoretisch und praktisch von den Haltungsbewegungen abgegrenzt werden. In der Geschichte der Kinästhetik bzw. in der Perspektive der AnwenderInnen wurden die beiden Fachbegriffe zu Beginn allerdings nicht scharf voneinander abgegrenzt (vgl. unten [[#Geschichte des Fachbegriffs|„Geschichte des Fachbegriffs“]]).</ref> || style="width: 45%"|[[Datei:31-detail-transportbew.jpg|50px|links]]Das Symbol illustriert die dreidimensionalen, z. B. kreisenden<ref>Das Symbol des Kreises hat sich fachgeschichtlich etabliert. Die damalige Wahl dieses Symbols ist deshalb etwas unglücklich, weil ein Kreis aus geometrischer Perspektive zwei- und nicht dreidimensional ist. Wenn man hingegen mit einem Körperteil eine „kreisförmige“ Bewegung ausführt, z. B. den Kopf kreist, handelt es sich in aller Regel um eine dreidimensionale Bewegung.</ref> Möglichkeiten der menschlichen Bewegung.<ref>Auch hier muss darauf hingewiesen werden, dass dieses Symbol ebenso die Definition der Transportbewegungsebenen illustriert. Wie im Folgenden aufgezeigt wird, müssen diese im aktuellen Verständnis theoretisch und praktisch von den Transportbewegungen abgegrenzt werden. In der Geschichte der Kinästhetik bzw. in der Perspektive der AnwenderInnen wurden die beiden Fachbegriffe zu Beginn allerdings nicht scharf voneinander abgegrenzt (vgl. unten [[#Geschichte des Fachbegriffs|„Geschichte des Fachbegriffs“]]).</ref>
| style="width: 10%"|'''Symbol'''|| style="width: 45%"|[[Datei:31-detail-haltungsbew.jpg|40px|links]]Das Symbol illustriert die scharnierartigen, zweidimensionalen Möglichkeiten der menschlichen Bewegung.<ref>Es muss darauf hingewiesen werden, dass dieses Symbol ebenso die Definition der Haltungsbewegungsebenen illustriert. Wie im Folgenden aufgezeigt wird, müssen diese im aktuellen Verständnis theoretisch und praktisch von den Haltungsbewegungen abgegrenzt werden. In der Geschichte der Kinästhetik bzw. in der Perspektive der AnwenderInnen wurden die beiden Fachbegriffe zu Beginn allerdings nicht scharf voneinander abgegrenzt (vgl. unten [[#Geschichte des Fachbegriffs|„Geschichte des Fachbegriffs“]]).</ref> || style="width: 45%"|[[Datei:31-detail-transportbew.jpg|50px|links]]Das Symbol illustriert die dreidimensionalen, z. B. kreisenden<ref>Das Symbol des Kreises hat sich fachgeschichtlich etabliert. Die damalige Wahl dieses Symbols ist deshalb etwas unglücklich, weil ein Kreis aus geometrischer Perspektive zwei- und nicht dreidimensional ist. Wenn man hingegen mit einem Körperteil eine „kreisförmige“ Bewegung ausführt, z. B. den Kopf kreist, handelt es sich in aller Regel um eine dreidimensionale Bewegung.</ref> Möglichkeiten der menschlichen Bewegung.<ref>Auch hier muss darauf hingewiesen werden, dass dieses Symbol ebenso die Definition der Transportbewegungsebenen illustriert. Wie im Folgenden aufgezeigt wird, müssen diese im aktuellen Verständnis theoretisch und praktisch von den Transportbewegungen abgegrenzt werden. In der Geschichte der Kinästhetik bzw. in der Perspektive der AnwenderInnen wurden die beiden Fachbegriffe zu Beginn allerdings nicht scharf voneinander abgegrenzt (vgl. unten [[#Geschichte des Fachbegriffs|„Geschichte des Fachbegriffs“]]).</ref>
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| style="width: 10%"|'''Erfahrbarkeit/Manifestation'''|| style="width: 45%"|1. sind als relativ stabil erfahrbar.<br>2. zeigen sich <br>• in eher kleinen Gewichtsverlagerungen um eine Achse innerhalb der einzelnen Massen, <br>• in ihrer direkten Auswirkung auf die benachbarten Massen.<br><br><br>|| style="width: 45%"|1. sind als relativ instabil erfahrbar.<br>2. zeigen sich <br>• in der Gewichtsverlagerung einer einzelnen Masse in verschiedenste Richtungen, <br>• [nicht in einer direkten Auswirkung auf die benachbarten Massen.] <br>3. benutzen den Spielraum der Zwischenräume (bzw. der Transportbewegungsebenen)
| style="width: 10%"|'''Eigenschaften/Manifestation'''|| style="width: 45%"|1. sind als relativ stabil erfahrbar.<br>2. zeigen sich (manifestieren sich)<br>• in eher kleinen Gewichtsverlagerungen um eine Achse innerhalb der einzelnen Massen, <br>• in ihrer direkten Auswirkung auf die benachbarten Massen.<br><br><br>|| style="width: 45%"|1. sind als relativ instabil erfahrbar.<br>2. zeigen sich (manifestieren sich)<br>• in der Gewichtsverlagerung einer einzelnen Masse in verschiedenste Richtungen, <br>• [nicht in einer direkten Auswirkung auf die benachbarten Massen.] <br>3. benutzen den Spielraum der Zwischenräume (bzw. der Transportbewegungsebenen)
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| style="width: 10%"|'''Funktionen'''|| style="width: 45%"|1. gewährleisten eine gewisse Stabilität, wirken sich stabilisierend auf den ganzen Körper aus. <br>2. erhalten eine stabile Beziehung zwischen den Massen (Körperteilen) bzw. von Masse zu Masse aufrecht.|| style="width: 45%"|1. gewährleisten eine relativ instabile Beziehung zwischen den Massen. <br>2. verändern die Beziehung der Massen zueinander in vielfältiger Weise.<br><br>
| style="width: 10%"|'''Funktionen'''|| style="width: 45%"|1. gewährleisten eine gewisse Stabilität, wirken sich stabilisierend auf den ganzen Körper aus. <br>2. erhalten eine stabile Beziehung zwischen den Massen (Körperteilen) bzw. von Masse zu Masse aufrecht.|| style="width: 45%"|1. gewährleisten eine relativ instabile Beziehung zwischen den Massen. <br>2. verändern die Beziehung der Massen zueinander in vielfältiger Weise.<br><br>
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Anhand der Arbeitsunterlagen des Aufbaumoduls 3 setzen sich die Teilnehmende mit dem Thema Orientierung und ihrer Bedeutung für Menschen mit Demenz auseinander. Dabei spielt die körperliche Orientierungsfähigkeit eine zentrale Rolle. So können die Teilnehmende den Zusammenhang zwischen der Orientierungsfähigkeit eines Menschen und den Konzepten „Funktionale Anatomie“ und „Menschliche Bewegung“ aus der Innenperspektive erfahren und die Bedeutung für die Unterstützung von Menschen mit Demenz erkennen.
Anhand der Arbeitsunterlagen des Aufbaumoduls 3 setzen sich die Teilnehmende mit dem Thema Orientierung und ihrer Bedeutung für Menschen mit Demenz auseinander. Dabei spielt die körperliche Orientierungsfähigkeit eine zentrale Rolle. So können die Teilnehmende den Zusammenhang zwischen der Orientierungsfähigkeit eines Menschen und den Konzepten „Funktionale Anatomie“ und „Menschliche Bewegung“ aus der Innenperspektive erfahren und die Bedeutung für die Unterstützung von Menschen mit Demenz erkennen.


Nachfolgend wird die Struktur des Aufbaumoduls dargestellt und erläutert:<br>
Nachfolgend wird die Struktur des Aufbaumoduls dargestellt und erläutert:<br>Die Begleittexte des Aufbaumoduls sind in den Teilen 1 bis 4 verortet und haben einen ähnlichen inhaltlichen Aufbau. Zunächst wird das Thema des jeweiligen Teils erläutert und die Bedeutung des Themas für Menschen mit Demenz sowie die Bedeutung für ihre Pflege und Betreuung aufgezeigt. Für eine bessere Verknüpfung mit dem Berufsfeld werden Praxisbeispiele aufgeführt, an denen die jeweilige Thematik ersichtlich wird. Zum Ende des jeweiligen Teils werden unter der Überschrift „Das Wichtigste in Kürze“ die Kernaussagen in Kürze dargestellt  sowie Fragestellungen beschrieben, die für die Teilnehmenden in ihrer Praxis bedeutsam sein können.  
Die Begleittexte des Aufbaumoduls sind in den Teilen 1 bis 4 verortet und haben einen ähnlichen inhaltlichen Aufbau. Zunächst wird das Thema des jeweiligen Teils erläutert und die Bedeutung des Themas für Menschen mit Demenz sowie die Bedeutung für ihre Pflege und Betreuung aufgezeigt. Für eine bessere Verknüpfung mit dem Berufsfeld werden Praxisbeispiele aufgeführt, an denen die jeweilige Thematik ersichtlich wird. Zum Ende des jeweiligen Teils werden unter der Überschrift „Das Wichtigste in Kürze“ die Kernaussagen in Kürze dargestellt  sowie Fragestellungen beschrieben, die für die Teilnehmenden in ihrer Praxis bedeutsam sein können.  
Des Weiteren können die Teilnehmende ihren Wissensspektrum durch die Auseinandersetzung mit weiterführenden Medien und Literatur erweitern. Hierfür sind im künftigen Blended-Learning-Format Videosequenzen vorgesehen, die einen Eindruck vermitteln, wie Pflegende in konkreten Praxissituationen die innere körperliche Orientierung von Menschen mit Demenz unterstützen können.
Des Weiteren können die Teilnehmende ihren Wissensspektrum durch die Auseinandersetzung mit weiterführenden Medien und Literatur erweitern. Hierfür sind im künftigen Blended-Learning-Format Videosequenzen vorgesehen, die einen Eindruck vermitteln, wie Pflegende in konkreten Praxissituationen die innere körperliche Orientierung von Menschen mit Demenz unterstützen können.


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==== Weitere Erwähnungen von Haltungs- und Transportbewegung ====
==== Weitere Erwähnungen von Haltungs- und Transportbewegung ====
# Unter der Überschrift „Parallel und spiralig: Grundkategorien menschlicher Bewegungsmuster“ werden die entsprechenden Ausführungen aus dem „Kinaesthetics – Konzeptsystem“<ref>'''European Kinaesthetics Association (Hg.) (2022):''' Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0. S. 34 f.</ref> zitiert. Der Zusammenhang zwischen Haltungs- und Transportbewegungen und [[Parallele und spiralige Bewegungsmuster|parallelen und spiraligen Bewegungsmustern]] entspricht im Aufbaumodul 3 somit dem gängigen Verständnis.
# Unter der Überschrift „Parallel und spiralig: Grundkategorien menschlicher Bewegungsmuster“ werden die entsprechenden Ausführungen aus dem „Kinaesthetics – Konzeptsystem“<ref>'''European Kinaesthetics Association (Hg.) (2022):''' Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0. S. 34 f.</ref> zitiert. Der Zusammenhang zwischen Haltungs- und Transportbewegungen und [[Parallele und spiralige Bewegungsmuster|parallelen und spiraligen Bewegungsmustern]] entspricht im Aufbaumodul 3 somit dem gängigen Verständnis.
# Im Kasten „ Das Wichtigste in Kürze“ wird im ersten Aufzählungspunkt der Zusammenhang zwischen der Orientierung und dem Zusammenspiel von Haltungs- und Transportbewegung erneut explizit betont.
# Im Kasten „ Das Wichtigste in Kürze“ wird im ersten Aufzählungspunkt der Zusammenhang zwischen der Orientierung und dem Zusammenspiel von Haltungs- und Transportbewegung erneut explizit betont: <br>''„Ein differenziertes Zusammenspiel von Haltungs- und Transportbewegung ermöglicht es, die Bewegungsrichtungen fortlaufend an den inneren und äußeren Gegebenheiten zu orientieren.“''<ref>''' European Kinaesthetics Association (Hg.) (2022) ''': Aufbaumodul Demenz 3: Die eigene Orientierung suchen. Arbeitsunterlagen. Unter Mitarbeit von Franziska Gysin, Christine Grasberger, Brigitte Marty-Teuber, Stefan Marty-Teuber, Sabine Siemann, Erich Weidmann. Linz (AT), Winterthur (CH): Verlag European Kinaesthetics Association. Ohne ISBN. S. 47.</ref>  
: ''„Ein differenziertes Zusammenspiel von Haltungs- und Transportbewegung ermöglicht es, die Bewegungsrichtungen fortlaufend an den inneren und äußeren Gegebenheiten zu orientieren.“''<ref>''' European Kinaesthetics Association (Hg.) (2022) ''': Aufbaumodul Demenz 3: Die eigene Orientierung suchen. Arbeitsunterlagen. Unter Mitarbeit von Franziska Gysin, Christine Grasberger, Brigitte Marty-Teuber, Stefan Marty-Teuber, Sabine Siemann, Erich Weidmann. Linz (AT), Winterthur (CH): Verlag European Kinaesthetics Association. Ohne ISBN. S. 47.</ref>  
 
# Unter „Fragestellungen, auf die Sie in Ihrer Berufspraxis achten können“ befinden sich gezielte Fragestellungen, welche die Teilnehmenden in ihrem beruflichen Alltag unterstützen, ihre Aufmerksamkeit auf die Haltungs- und Transportbewegung zu richten:  
# Unter „Fragestellungen, auf die Sie in Ihrer Berufspraxis achten können“ befinden sich gezielte Fragestellungen, welche die Teilnehmenden in ihrem beruflichen Alltag unterstützen, ihre Aufmerksamkeit auf die Haltungs- und Transportbewegung zu richten:  


* ''„Wie nutze ich im Verlauf eines Unterstützungsangebots meine Möglichkeiten der Haltungsbewegungen?  
::• ''„Wie nutze ich im Verlauf eines Unterstützungsangebots meine Möglichkeiten der Haltungsbewegungen?  
* ''Wie nutze ich im Verlauf eines Unterstützungsangebots meine Möglichkeiten der Transportbewegungen?“''<ref>ebd., S. 47.</ref>
::• ''Wie nutze ich im Verlauf eines Unterstützungsangebots meine Möglichkeiten der Transportbewegungen?“''<ref>ebd., S. 47.</ref>
* ''„Wie kann ich eine Person mit Demenz so unterstützen, dass sie die Möglichkeiten ihrer Haltungsbewegungen nutzen kann?  
::• ''„Wie kann ich eine Person mit Demenz so unterstützen, dass sie die Möglichkeiten ihrer Haltungsbewegungen nutzen kann?  
* ''Wie kann ich eine Person mit Demenz so unterstützen, dass sie die Möglichkeiten ihrer Transportbewegungen nutzen kann?“''<ref>ebd.</ref>  
::• ''Wie kann ich eine Person mit Demenz so unterstützen, dass sie die Möglichkeiten ihrer Transportbewegungen nutzen kann?“''<ref>ebd.</ref>  


=== „MEIN THEMA“ in „Andere berücksichtigte Publikation“ ===
=== „MEIN THEMA“ in „Andere berücksichtigte Publikation“ ===  
mast: check Hatch, Maietta „Gesundheitsentwicklung …“
MEIN TEXT
MEIN TEXT


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== Geschichte des Fachbegriffs ==  
== Geschichte des Fachbegriffs ==  
=== Haltungs- und Transportbewegung bei K. U. Smith ===
Bemerkenswert ist, dass die Begriffe Haltungs- und Transportbewegung vor der Begründung der Kinästhetik beim Verhaltenskybernetiker K. U. Smith zu finden sind, und zwar in der Form „Postural movement“ und „Movement of transport“. Bei diesem hatte Frank Hatch, einer der Begründer, promoviert. Sie wurden nicht nur übernommen, sondern auch im Rahmen der Kinästhetik neu definiert.
=== Haltungs- und Transportbewegung im 16. Kinästhetik-Bulletin von 1990 ===
=== Haltungs- und Transportbewegung im 16. Kinästhetik-Bulletin von 1990 ===
==== Einbettung ====
==== Einbettung ====
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: ''„Die anatomischen Grundlagen beziehen sich auf die anatomischen Strukturen, welche für die menschliche Bewegungsfunktion bestimmend sind.“''<ref>ebd., S. 19.</ref>  
: ''„Die anatomischen Grundlagen beziehen sich auf die anatomischen Strukturen, welche für die menschliche Bewegungsfunktion bestimmend sind.“''<ref>ebd., S. 19.</ref>  
Analog wird in der Definition ein kausaler Zusammenhang zwischen den anatomischen Strukturen der Gelenke und den damit verbundenen Bewegungsrichtungen aufgeführt: Bei Haltungsbewegungen sind es Gelenke, die aufgrund ihrer Struktur<ref> Textlich finden sich die Formulierungen ''„[...] Gelenke ermöglichen aufgrund der anatomischen Struktur der Gelenke [...]“'' oder ''„[...]von ihrer anatomischen Struktur her [...]“'' (ebd., S. 21). Da ein Gelenk an sich bereits als eine anatomische Struktur bezeichnet werden kann, liegt es nahe, dass die Ausdrucksweise „anatomische Struktur der Gelenke“ synonym für den strukturellen Aufbau der Gelenke steht. </ref> überwiegend eine Bewegungsrichtung, bei Transportbewegungen Gelenke, die viele Bewegungsrichtungen zulassen.
Analog wird in der Definition ein kausaler Zusammenhang zwischen den anatomischen Strukturen der Gelenke und den damit verbundenen Bewegungsrichtungen aufgeführt: Bei Haltungsbewegungen sind es Gelenke, die aufgrund ihrer Struktur<ref> Textlich finden sich die Formulierungen ''„[...] Gelenke ermöglichen aufgrund der anatomischen Struktur der Gelenke [...]“'' oder ''„[...]von ihrer anatomischen Struktur her [...]“'' (ebd., S. 21). Da ein Gelenk an sich bereits als eine anatomische Struktur bezeichnet werden kann, liegt es nahe, dass die Ausdrucksweise „anatomische Struktur der Gelenke“ synonym für den strukturellen Aufbau der Gelenke steht. </ref> überwiegend eine Bewegungsrichtung, bei Transportbewegungen Gelenke, die viele Bewegungsrichtungen zulassen.
Die beiden eingangs beschriebenen grundlegenden Arten der Bewegung lassen sich somit aufgrund der anatomischen Strukturen wie folgt unterscheiden:
Die beiden eingangs beschriebenen grundlegenden Arten der Bewegung lassen sich somit aufgrund der anatomischen Strukturen wie folgt unterscheiden:
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Ebenfalls wird in der jeweiligen Definition auf die Funktionen von Haltungs- bzw. Transportbewegung verwiesen. Sie werden erst im weiteren Verlauf im folgenden Grundprinzip „Funktionen“ näher erläutert, und zwar im ersten Unterpunkt „4.5.1 Haltungs- und Transportfunktionen“<ref>ebd., S. 23.</ref>. Der Haltungsbewegung wird hier die Funktion der Kontrolle und Regulation der Beziehung der Massen untereinander und ''„eine entscheidende Rolle für die Haltung“''<ref>ebd., S. 21.</ref> zugewiesen, der Transportbewegung die Funktion, die Massen in Bezug zueinander und zur Umgebung in jede Richtung zu bewegen.
Ebenfalls wird in der jeweiligen Definition auf die Funktionen von Haltungs- bzw. Transportbewegung verwiesen. Sie werden erst im weiteren Verlauf im folgenden Grundprinzip „Funktionen“ näher erläutert, und zwar im ersten Unterpunkt „4.5.1 Haltungs- und Transportfunktionen“<ref>ebd., S. 23.</ref>. Der Haltungsbewegung wird hier die Funktion der Kontrolle und Regulation der Beziehung der Massen untereinander und ''„eine entscheidende Rolle für die Haltung“''<ref>ebd., S. 21.</ref> zugewiesen, der Transportbewegung die Funktion, die Massen in Bezug zueinander und zur Umgebung in jede Richtung zu bewegen.


Anschließend wird auf eine spezifische Reihenfolge dieser beiden Bewegungsarten verwiesen. Sie wechseln sich über die Bewegungsebenen mit Haltungs- oder Transportbewegung ab. Diese ständig abwechselnde Reihenfolge sorgt einerseits für Stabilität und andererseits für Anpassungsfähigkeit. Unter der dritten Überschrift „Haltungsbewegungsebene – Transportbewegungsebenen“ folgt eine graphische Darstellung des Wechsels zwischen Haltungsbewegungsebenen und Transportbewegungsebenen durch eine Zickzacklinie. Dabei werden die einzelnen Bewegungsebenen genannt und zugeordnet (vgl. Abbildung).
Anschließend wird auf eine spezifische Reihenfolge dieser beiden Bewegungsarten verwiesen. Sie wechseln sich über die Bewegungsebenen mit Haltungs- oder Transportbewegung ab. Diese ständig abwechselnde Reihenfolge sorgt einerseits für Stabilität und andererseits für Anpassungsfähigkeit. Unter der dritten Überschrift „Haltungsbewegungsebene – Transportbewegungsebenen“ folgt eine graphische Darstellung des Wechsels zwischen Haltungsbewegungsebenen und Transportbewegungsebenen durch eine Zickzacklinie. Dabei werden die einzelnen Bewegungsebenen genannt und zugeordnet (vgl. Abbildung). [[Datei:16.-Bulletin-HBE-TBE.png|thumb|500px|zentriert| Diese Darstellung<ref>ebd.</ref> aus dem 16. Kinästhetik-Bulletin zeigt den regelmäßigen Wechsel von Haltungs- und Transportbewegungsebenen durch den ganzen Körper.]]
[[Datei:16.-Bulletin-HBE-TBE.png|thumb|500px|zentriert|Diese Darstellung<ref>ebd.</ref> aus dem 16. Kinästhetik-Bulletin zeigt den regelmäßigen Wechsel von Haltungs- und Transportbewegungsebenen durch den ganzen Körper.]]


Die darauffolgende Beschreibung von Eigenschaften der Bewegungsebenen wird mit Interaktionsbeispielen verknüpft. Die Beispiele zeigen die Wirkung der Unterstützung auf, wenn diese entsprechend bzw. nicht entsprechend den Eigenschaften der Bewegungsebenen angeboten wird.
Die darauffolgende Beschreibung von Eigenschaften der Bewegungsebenen wird mit Interaktionsbeispielen verknüpft. Die Beispiele zeigen die Wirkung der Unterstützung auf, wenn diese entsprechend bzw. nicht entsprechend den Eigenschaften der Bewegungsebenen angeboten wird.


==== Haltungs- und Transportfunktion ====
==== Haltungs- und Transportfunktion ====
Im anschließenden Grundprinzip „4.5 Funktionen“ werden die „Haltungs- und Transportfunktion“<ref>ebd., S. 23.</ref> erläutert. Einleitend wird erklärt, dass der Begriff Bewegungsfunktion in dem Sinn verwendet wird, dass mit der Bewegung eine bestimmte Absicht oder ein bestimmter Zweck verfolgt wird. Die Haltungs- und Transportfunktion werden als funktionale Grundkategorie bezeichnet, weil sie in jeder Aktivität eine Rolle spielen. Entsprechend werden die Erläuterungen wird mit unterschiedlichen Aktivitäten veranschaulicht.  
Im anschließenden Grundprinzip „4.5 Funktionen“ werden die „Haltungs- und Transportfunktion“<ref>ebd., S. 23.</ref> erläutert. Einleitend wird erklärt, dass der Begriff Bewegungsfunktion in dem Sinn verwendet wird, dass mit der Bewegung eine bestimmte Absicht oder ein bestimmter Zweck verfolgt wird. Entsprechend werden die Erläuterungen mit unterschiedlichen Aktivitäten veranschaulicht.  


Als Haltungsfunktion wird hier die Fähigkeit benannt, die Stellung der Massen in einer bestimmten Beziehung zueinander zu halten und zu kontrollieren. Als Beispiel wird das ruhige Sitzen auf einem Stuhl angeführt …
Als Haltungsfunktion wird hier die Fähigkeit benannt, die Stellung der Massen in einer bestimmten Beziehung zueinander zu halten und zu kontrollieren. Als Beispiel wird das ruhige Sitzen auf einem Stuhl angeführt …


Als Transportfunktion wird die Fähigkeit benannt, die Stellung der Massen kontrolliert zu verändern in Bezug auf den äußeren Raum oder die Umgebung. Dabei kann diese Veränderung sowohl durch die Haltungs- als auch durch die Transportbewegung geschehen.<ref> Es liegt nahe, dass die Haltungs- und Transportfunktion eine spezifische Nutzung von Haltungs- und Transportbewegungen in einer Aktivität beschreibt. Im Text wird die entsprechende folgende Aussage gemacht: ''„Daraus resultiert entweder Bewegung am Ort oder Fortbewegung.“'' (ebd., S. 23).</ref> Die Haltungsfunktion wird als stets vorhandene „Grundvoraussetzung“ bezeichnet.
Als Transportfunktion wird die Fähigkeit benannt, die Stellung der Massen kontrolliert zu verändern in Bezug auf den äußeren Raum oder die Umgebung. Dabei kann diese Veränderung sowohl durch die Haltungs- als auch durch die Transportbewegung geschehen.<ref> Es liegt nahe, dass die Haltungs- und Transportfunktion eine spezifische Nutzung von Haltungs- und Transportbewegungen in einer Aktivität beschreibt. Im Text wird die entsprechende folgende Aussage gemacht: ''„Daraus resultiert entweder Bewegung am Ort oder Fortbewegung.“'' (ebd., S. 23).</ref> Die Haltungsfunktion wird als stets vorhandene Grundvoraussetzung bezeichnet.


An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass die hier als Fachbegriffe verwendete Haltungs- und Transportfunktion schnell wieder aufgegeben wurden. Sie kommen bereits in der ersten öffentlichen Publikation „Kinästhetik – Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Krankenpflege“<ref>'''Hatch, Frank; Maietta, Lenny; Schmidt, Suzanne (1992):''' Kinästhetik. Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Krankenpflege. 1. Auflage. Eschborn: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe. ISBN 3-927944-02-5.</ref> von 1992 nicht mehr vor.  
An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass die hier als Fachbegriffe verwendete Haltungs- und Transportfunktion schnell wieder aufgegeben wurden. Sie kommen bereits in der ersten öffentlichen Publikation „Kinästhetik – Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Krankenpflege“<ref>'''Hatch, Frank; Maietta, Lenny; Schmidt, Suzanne (1992):''' Kinästhetik. Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Krankenpflege. 1. Auflage. Eschborn: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe. ISBN 3-927944-02-5.</ref> von 1992 nicht mehr vor.  
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Ansonsten werden die Haltungs- und Transportbewegungen nur noch einmal auf Seite 50 im Kapitel „5.4. Kinästhetik in der Eltern-Baby-Beziehung“<ref>ebd., S. 49 ff.</ref> erwähnt. In den damaligen Familienprogrammen würden Eltern diese in ihrem Körper erfahren und die Fähigkeit zu gegenseitiger spiraliger Bewegung erlernen.
Ansonsten werden die Haltungs- und Transportbewegungen nur noch einmal auf Seite 50 im Kapitel „5.4. Kinästhetik in der Eltern-Baby-Beziehung“<ref>ebd., S. 49 ff.</ref> erwähnt. In den damaligen Familienprogrammen würden Eltern diese in ihrem Körper erfahren und die Fähigkeit zu gegenseitiger spiraliger Bewegung erlernen.


=== „MEIN THEMA“ in „Andere berücksichtigte Publikation“ ===
=== Haltungs- und Transportbewegung in „Kinästhetik – Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Krankenpflege/Pflege“===
==== Einleitung ====
Im Jahr 1992 erschien das erste öffentliche Fachbuch „Kinästhetik – Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Krankenpflege“ im Verlag Krankenpflege, Eschborn. In diesem ca. 190-seitigen Werk mit einem Vorwort von Sr. Liliane Juchli beschränken sich die AutorInnen Frank Hatch, Lenny Maietta und Suzanne Schmidt auf den Anwendungsbereich der Pflege.
 
Es stellt die Geburtsstunde der heutigen Etablierung und breiten Verankerung der Kinästhetik in der Pflege dar. Der Ansatz des Buches ist präventions- und ressourcenorientiert und auf Anwendung und Transfers ausgerichtet. In der vierten Auflage von 1996<ref>'''Hatch, Frank; Maietta, Lenny; Schmidt, Suzanne (1996):''' Kinästhetik. Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Pflege. Übersetzung: Ina Citron. 4. Auflage. Eschborn: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe. ISBN 3-927944-02-5.<br>1. Auflage: 1992 „Kinästhetik – Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Krankenpflege“</ref> erscheinen die „Prinzipien“, d. h., die heutigen Konzepte, bereits in der aktuellen Reihenfolge – ohne Zweifel ist das Buch ein Meilenstein der Geschichte der Kinästhetik.
====Einordnung====
In der vierten überarbeiteten Auflage des Buches „Kinästhetik – Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Pflege“ von Frank Hatch, Lenny Maietta und Suzanne Schmidt sind die Haltungs- und Transportbewegungen im Kapitel 4 „Menschliche Bewegung“<ref>ebd., S. 66–83.</ref> vorzufinden. Das Kapitel umfasst 17 Seiten und beginnt mit einer Einleitung über die grundlegende Bedeutung von Bewegung für das Leben und die Funktionalität des Menschen. Diesem Kapitel geht das Kapitel „Funktionale Anatomie“<ref>ebd., S. 38–65.</ref> voraus mit den Prinzipien von [[Knochen und Muskeln]], [[Massen und Zwischenräume|Massen und Zwischenräumen]] sowie [[Orientierung]] (inkl. [[Vorne und hinten: Vorderseiten und Rückseiten|Vorder- und Rückseiten]]).
====Logik des Aufbaus====
Aufbauend auf dem Prinzip von Massen und Zwischenräumen wird direkt nach der Einleitung unter der Überschrift „Stabile Massen, instabile Zwischenräume“<ref>ebd., S. 68</ref>die Entsprechung von [[Stabil und instabil|stabilen und instabilen]] Bewegungen innerhalb von Massen bzw. Zwischenräumen und in der Beziehung der Massen und Zwischenräume zueinander aufgezeigt. Anders als im Kapitel „Funktionale Anatomie“ werden hier die Begriffe „stabil“ und „instabil“ anhand des Bewegungsspielraums erläutert. Im Gegensatz zu den erfahrbaren Eigenschaften von anatomischen Strukturen stehen nun die erfahrbaren Eigenschaften der Bewegung im Vordergrund – die ''„Bewegungseigenschaften“''<ref>ebd.</ref>.
 
Auf diese Weise schaffen die AutorInnen eine Verbindung zwischen stabilen und instabilen Eigenschaften der funktionalen Anatomie und den stabilen und instabilen Bewegungen. Der Vergleich zwischen den Bewegungsmöglichkeiten innerhalb der Massen und in den Zwischenräumen verdeutlicht die Erfahrbarkeit dieser anatomischen Strukturen als stabil bzw. instabil. Der Zusammenhang zwischen den anatomischen Eigenschaften und den Eigenschaften der Bewegung wird im Kapitel immer wieder hervorgehoben.
 
Bereits hier ist deutlich erkennbar, dass es in diesem Kapitel um Bewegungsmöglichkeiten bzw. um Richtungen der Bewegung geht (ohne dass Haltungs- und Transportbewegungen bereits explizit benannt werden).
:''„[Die] Begrenzung [des Bewegungsspielraums innerhalb der Massen] führt zur Erfahrung der Massen als stabile Einheiten. Zwischenräume werden vergleichsweise instabil erfahren, da in ihnen Bewegung in viele Richtungen möglich ist.“''<ref>ebd.</ref>
Hervorgehoben wird in diesen Ausführungen, dass die Integration von stabilen und instabilen Eigenschaften der Bewegung jeder menschlichen Funktion (bzw. jeder Aktivität) zugrunde liegt.
==== Bewegungsmuster====
Mit einer kurzen Einleitung zum Einfluss des soziokulturellen Kontextes auf die alltäglichen Bewegungsmöglichkeiten fahren die AutorInnen inhaltlich unter der Überschrift „Bewegungsmuster“<ref>ebd., S. 69.</ref> mit [[Parallele und spiralige Bewegungsmuster|parallelen und spiraligen Bewegungsmustern]] fort. Es folgen Anleitungen, mit denen unterschiedliche Bewegungsmuster und Bewegungsmöglichkeiten im eigenen Körper erfahren werden können. Zum Beispiel wird das spiralige Bewegungsmuster durch Drehen bzw. Drehen und Beugen oder Strecken angeleitet und seine Relevanz in Unterstützungssituationen aufgezeigt. In der Fußzeile dieses Unterkapitels „Bewegungsmuster“<ref>ebd., S. 69–73.</ref> steht vermerkt, dass es sich um stabile und instabile Bewegungen handelt.
 
==== Bewegungsebenen für Haltungs- und Transportbewegungen====
Die erste Erwähnung von Haltungsbewegungen und Transportbewegungen findet sich in der Überschrift „Bewegungsebenen für Haltungs- und Transportbewegungen“<ref>ebd., S. 74</ref>. Um das Verständnis von Haltungs- und Transportbewegung bzw. ihrer Funktionen auf der Erfahrungsebene zugänglich zu machen, verknüpfen die AutorInnen Haltungs- und Transportbewegungen mit den stabilen Haltungs- und instabilen Transportebenen.
 
[[Datei:1996-Hatch-Maietta-Schmidt-Haltungs-Transportbew.png|thumb|300px|rechts| Durch die eingezeichneten Pfeilrichtungen in der ersten Abbildung<ref>ebd., S. 74.</ref> werden die Möglichkeiten der scharnierartigen Bewegung auf einer Achse dargestellt, in der zweiten Abbildung<ref>ebd.</ref> die Bewegungsmöglichkeiten in viele Richtungen.]]
[[Datei:1996-Hatch-Maietta-Schmidt-Haltungs-Transportbew.png|thumb|300px|rechts| Durch die eingezeichneten Pfeilrichtungen in der ersten Abbildung<ref>ebd., S. 74.</ref> werden die Möglichkeiten der scharnierartigen Bewegung auf einer Achse dargestellt, in der zweiten Abbildung<ref>ebd.</ref> die Bewegungsmöglichkeiten in viele Richtungen.]]
Sie grenzen in ihrer Definition diese Ebenen voneinander wie folgt ab:
Sie grenzen in ihrer Definition diese Ebenen voneinander wie folgt ab:
* ''„Ebenen mit Bewegungsmöglichkeiten auf einer Achse“''
::● ''„Ebenen mit Bewegungsmöglichkeiten auf einer Achse“''
* ''„Ebenen mit Bewegungsmöglichkeiten auf vielen Achsen“''<ref>ebd..</ref>
::● ''„Ebenen mit Bewegungsmöglichkeiten auf vielen Achsen“''<ref>ebd.</ref>
Die Bewegungsmöglichkeiten auf einer bzw. auf vielen Achsen werden wiederum auf der gleichen Seite mit einer Abbildung verdeutlicht und als Haltungs- und Transportbewegung benannt.
Die Bewegungsmöglichkeiten auf einer bzw. auf vielen Achsen werden wiederum auf der gleichen Seite mit einer Abbildung verdeutlicht und als Haltungs- und Transportbewegung benannt.


Aus der Definition der Haltungs- und Transportebene und der Abbildung können die erfahrbaren Eigenschaften bzw. Funktion von Haltungs- und Transportbewegung extrahiert werden:
{| class="wikitable"
|-
! Haltungsbewegung!! Transportbewegung
|-
| → Bewegungsmöglichkeiten auf einer Achse|| → Bewegungsmöglichkeiten auf vielen Achsen
|-
|}
Die erfahrbare Perspektive von Haltungs- und Transportbewegungen wird in Bewegungsanleitungen entlang der Bewegungsebenen kleinschrittig angeboten. Dabei werden die Bewegungsebenen als anatomischen Strukturen mit [[Stabil und instabil|stabilen bzw. instabilen]] Eigenschaften betrachtet.<ref>ebd., S. 75–79.</ref> Ähnlich wie zu Kapitelbeginn verknüpfen die AutorInnen erneut die Strukturen der erfahrbaren Anatomie mit definierten Bewegungsmöglichkeiten und beschreiben diese hier definierten Bewegungsebenen als eine differenzierte Analyse des Prinzips von Massen und Zwischenräumen. Demnach wird die Erfahrung der stabilen Eigenschaften von Massen mit der Dominanz der stabilen Bewegungsebenen begründet und analog die instabilen Eigenschaften der Zwischenräume mit der Dominanz der instabilen Bewegungsebenen.<ref>ebd., S. 74</ref>
Die angebotene Anleitung, Bewegungsebenen mit entsprechenden Bewegungsmöglichkeiten zu erfahren, beginnt mit der zentralen Masse Kopf, der je als Übernächstes Brustkorb und Becken folgen. Diese stellen jeweils eine stabile Bewegungsebene mit den erfahrbaren Bewegungsmöglichkeiten auf einer Achse (horizontal und/oder vertikal) dar.
Dazwischen steht je die Beschreibung der beiden Zwischenräume (Hals und Taille), die die zentralen Massen verbinden. Sie stellen jeweils eine stabile Bewegungsebene mit den erfahrbaren Bewegungsmöglichkeiten auf vielen Achsen bzw. in verschiedene Richtungen dar.<ref>ebd., S. 74 f.</ref> Danach folgt analog ein systematischer Durchgang durch den ganzen Körper, immer illustriert mit Darstellungen der entsprechenden Gelenke.
Begrifflich variieren die AutorInnen in der ganzen Anleitung zwischen Haltungsebene, Transportebene, Ebene für Haltungsbewegungen, Transportbewegungsebene, Haltungsbewegungsebene sowie Ebene mit Haltungs- oder Transportmöglichkeiten. Sie zeichnen so eher ein deskriptives Bild der Bewegungsebenen, als eine Begriffskontinuität zu liefern. Die Gemeinsamkeit dieser unterschiedlichen sprachlichen Bezeichnungen erschließt sich aus der Integration der erfahrbaren Eigenschaften von Haltungs- und Transportbewegungen. Aus der Beschreibung ist zu entnehmen, dass Haltungs- und Transportbewegungen (analog zu den Haltungs- und Transportbewegungsebenen) als stabil bzw. instabil erfahrbar sind. Auch an dieser Stelle wird die Verbindung zwischen Eigenschaften der Strukturen und den Bewegungseigenschaften deutlich.
Demzufolge können der Definition von Haltungs- und Transportbewegungen weitere Unterscheidungsmerkmale als erfahrbare Eigenschaften hinzugefügt werden:
{| class="wikitable"
|-
! Haltungsbewegung!! Transportbewegung
|-
| → stabil|| → instabil
|-
|}
Die Anleitung differenziert sich bei den oberen und unteren Extremitäten. Bei den oberen Extremitäten bildet das Brustbein eine stabile Haltungsbewegungsebene als Ausgangspunkt für die Bewegung des Schultergürtels in verschiedene Richtungen.<ref>ebd., S. 78.</ref> Bei den unteren Extremitäten lassen sich auf der „extrem instabilen Ebene“<ref>ebd., S. 76.</ref> des Hüftgelenks die Bewegungen auf vielen Achsen erfahren.
==== Muster stabil/instabil in der Bewegung ====
Zum Ende des Kapitels wird unter der Überschrift vom „Muster stabil/instabil in der Bewegung“ das grundsätzliche Verständnis anhand von Interaktionsbeispielen aus der Pflege und Bewegungsanleitungen aufgebaut. Hier wird die wechselseitige Beziehung zwischen den stabilen und instabilen Eigenschaften der erfahrbaren Anatomie und den stabilen und instabilen Eigenschaften der Haltungs- und Transportbewegung in Unterstützungssituationen verdeutlicht. So hat beispielsweise eine Unterstützung, die über die Transportebenen angeboten wird, einen ungünstigen Einfluss auf die Selbstregulation, Anpassung und Kontrolle der eigenen Bewegung der unterstützten Person. Dies erschwert wiederum die Anpassung der Unterstützungsperson an die Bewegungen der unterstützten Person.
====Fazit====
Im vierten Kapitel „Menschliche Bewegung“ sind die erfahrbaren Eigenschaften von Haltungs- und Transportbewegungen klar beschrieben.
{| class="wikitable"
|-
! Haltungsbewegung!! Transportbewegung
|-
| → stabil erfahrbar|| → instabil erfahrbar
|-
| → Bewegungsmöglichkeiten auf einer Achse|| → Bewegungsmöglichkeiten auf vielen Achsen
|-
|}
In Bezug auf die Funktion von Haltungs- und Transportbewegungen bleiben die AutorInnen in ihrer Beschreibung vage. Aus den einleitenden Ausführungen kann erschlossen werden, dass die erfahrbaren Eigenschaften von Haltungs- und Transportbewegung mit der Funktion gleichgesetzt werden:
: ''„Die Unterscheidung von stabilen und instabilen Bewegungsebenen im Körper vermittelt ein tieferes Verständnis der Bewegung und der auf ihr begründeten Funktion.“''<ref>ebd., S. 74.</ref>
Am Rande können den Kapiteln entnommen werden, dass die Haltungs- und Transportbewegungen in der Beziehung von Massen und Zwischenräumen und in der Beziehung von Massen zueinander eine Rolle spielen. Dies kann zumindest den folgenden Ausführungen unter der Überschrift „Das Muster stabil/instabil in der Bewegung“ abgeleitet werden:
: ''„Das entsprechende Muster [stabil/instabil (Anm. d. Verfassers)] finden Sie auch in der Beziehung von Massen und Zwischenräumen zueinander.“''<ref>ebd., S. 81.</ref>
: ''„Um die Beziehung der Massen zueinander zu kontrollieren, passen sich die Massen durch Bewegung einander an; sie finden ein bewegtes Gleichgewicht zueinander.“''<ref>ebd., S. 81.</ref>
[[Datei:Hatch-Maietta-Schmidt-1996-stabil-instabil-Bewegung.png|mini|Wie andere Abbildungen aus dem Buch verdeutlicht diese Abbildung im Kontext der Haltungs- und Transportbewegung ein negatives Beispiel der Anwendung in der Pflege.<ref>ebd., S. 81.</ref>]] Einen konkreten Aufschluss in Bezug auf die Funktion gibt das nachfolgende Anwendungsbeispiel:
: ''„Die Pflegende hilft einer geschwächten Patientin beim Aufstehen vom Stuhl. In der Vorstellung, sie halten zu müssen, nimmt sie deren Schultergürtel fest in den Griff. Die Blockierung der instabilen Ebene verursacht, daß Arm und Brustkorb funktional zu einem Teil werden.
: ''Das Zusammendrücken des Brustkorbs verhindert auch die Bewegungsmöglichkeit auf vielen Achsen des Halses. Die Patientin kann keine anpassenden Bewegungen im oberen Teil ihres Körpers ausführen. Das macht sie unsicher und löst evtl. Angst aus. Da sie der Kontakt am Schultergürtel teilweise unbeweglich macht, muß sie während des Aufstehens den oberen Teil ihres Körpers als kompaktes und schweres Ganzes bewegen. Sie erlebt sich unbeweglicher und hilfloser als sie tatsächlich ist.
: ''Für die Pflegende bedeutet das Halten an einer instabilen Ebene, daß sie erhebliche Anstrengung aufbringen muß, um alle Richtungen zu kontrollieren. Dies begrenzt ihre eigene Bewegung und macht es für sie schwieriger, sich der Bewegung der Patientin anzupassen.“''<ref>ebd., S. 82.</ref>
Bemerkenswert ist, dass von diesen sehr nachvollziehbaren Ausführungen über die Stichworte des Unsicherheitsgefühls und der Kontrolle der Bewegungsrichtungen eine Brücke zu den Ausführungen des Aufbaumoduls Demenz 3 geschlagen werden kann.
Im Unterschied zum aktuellen Verständnis muss hervorgehoben werden, dass im Ganzen die Haltungs- und Transportbewegung mit den Haltungs- und Transportbewegungsebenen verknüpft werden. Entsprechend werden Letztere unter der Überschrift „Bewegungsebenen für Haltungs- und Transportbewegungen“<ref>ebd., S. 74 ff.</ref> vorgestellt. In diesem Punkt hat sich das aktuelle Verständnis verändert. Entsprechend werden im „Kinaesthetics – Konzeptsystem“ die Haltungs- und Transportbewegungsebenen als drittes Unterthema des Konzepts „Funktionale Anatomie“ erläutert<ref>'''European Kinaesthetics Association (Hg.) (2025):''' Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0. S. 24 ff.</ref> – und nicht wie hier im Rahmen des Grundprinzips bzw. des späteren Konzepts „Menschliche Bewegung“.
=== Kommentare, Auswertung und offene Fragen ===
=== Kommentare, Auswertung und offene Fragen ===


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== Vergleiche auch ==
== Vergleiche auch ==
* [[Parallele und spiralige Bewegungsmuster]]
* [[Artikel]]
* [[Artikel]]
* [[Artikel]]
* [[usw.]]
* [[usw.]]

Aktuelle Version vom 4. Februar 2026, 10:44 Uhr

Haltungs- und Transportbewegung


Status Fachartikel in Bearbeitung
AutorIn/RedakteurIn Eugen Grillich, Stefan Marty-Teuber/RedakteurIn
Letzte Änderung 04.02.2026


Zusammenfassung:
Dieser Artikel behandelt MEIN TEXT

Aktuelle Verwendung des Fachbegriffs

Haltungs- und Transportbewegung in „Kinaesthetics – Konzeptsystem“

Das Konzepticon des Unterthemas „Haltungs- und Transportbewegung“ wird ebenso für das folgende Unterthema „Parallele und spiralige Bewegungsmuster“ verwendet. Es drückt aus, dass die Kombination von Haltungs- und Transportbewegung mit parallelen und spiraligen Bewegungsmustern gleichzusetzen ist.

Die Einbettung der Haltungs- und Transportbewegung

Zusammenhang mit den Haltungs- und Transportbewegungsebenen

Im Buch „Kinaesthetics – Konzeptsystem“[1] erfolgt zum ersten Mal ein Hinweis auf die Haltungs- und Transportbewegungen im Zusammenhang mit dem dritten Unterthema „Haltungsbewegungsebenen und Transportbewegungsebenen“ des zweiten Konzepts „Funktionale Anatomie“, und zwar in einer Fußnote. Dieser Hinweis drückt nur den Zusammenhang zwischen den beiden Themen aus. Worin dieser Zusammenhang besteht, wird nicht ausgesagt.[2] Textlich lässt sich leicht feststellen, dass die beiden Themen zumindest über die Stichworte Stabilität und Instabilität zusammenhängen.

In der Beschreibung der Haltungs- und Transportbewegung im dritten Konzept „Menschliche Bewegung“ wird dieser Zusammenhang dahingehend präzisiert, dass ihre anatomische Grundlage in den Haltungs- und Transportbewegungsebenen und den Massen und Zwischenräumen besteht[3].

Das dritte Konzept „Menschliche Bewegung“

Das dritte Konzept folgt auf die beiden Konzepte „Interaktion“[4] und „Funktionale Anatomie“[5]. Das erste Unterthema des dritten Konzepts ist mit „Haltungs- und Transportbewegung“ überschrieben[6]. Gemäß der Einleitung ins Konzept „Menschliche Bewegung“ sind in der Bewegung, d. h., im Zusammenspiel von Strukturen und ihren Qualitäten, stabile und instabile Aspekte erfahrbar, ähnlich wie bei den anatomischen Eigenschaften, die im zweiten Konzept beschrieben werden.

Als Beispiel wird das Stehen auf einem Bein angeführt: Es ist nur dadurch möglich, dass in Bezug auf die Beziehung der Massen gleichzeitig eine Bewegungskomponente stabilisierend und eine andere verändernd wirkt.

Aus der Kombination dieser Komponenten entstehen lebenslang individuelle und meist unbewusste Bewegungsmuster. Diese werden im zweiten Unterthema „Parallele und spiralige Bewegungsmuster“ ausgeführt. Der enge Zusammenhang zwischen den beiden Unterthemen äußert sich darin, dass parallele Bewegungsmuster u. a. durch die gleiche Richtung der Haltungs- und Transportbewegungen definiert werden, spiralige Bewegungsmuster durch ihre vornehmlich ungleichen Richtungen.[7]

Neben den hier angeführten Stellen werden die Haltungs- und Transportbewegung im Konzeptsystem nicht weiter erwähnt.

Eigenschaften/Manifestation und Funktionen der Haltungs- und Transportbewegung

Die beiden Bewegungskomponenten der Haltungs- und Transportbewegung werden zwecks besserer Übersichtlichkeit nachfolgend tabellarisch dargestellt. Die Darstellung zitiert (nicht ausschließlich) Aussagen der Seite 34 des „Kinaesthetics – Konzeptsystems“ ohne Kennzeichnungen.

Zusammenfassende tabellarische Darstellung
Haltungsbewegungen Transportbewegungen
Symbol
31-detail-haltungsbew.jpg
Das Symbol illustriert die scharnierartigen, zweidimensionalen Möglichkeiten der menschlichen Bewegung.[8]
31-detail-transportbew.jpg
Das Symbol illustriert die dreidimensionalen, z. B. kreisenden[9] Möglichkeiten der menschlichen Bewegung.[10]
Eigenschaften/Manifestation 1. sind als relativ stabil erfahrbar.
2. zeigen sich (manifestieren sich)
• in eher kleinen Gewichtsverlagerungen um eine Achse innerhalb der einzelnen Massen,
• in ihrer direkten Auswirkung auf die benachbarten Massen.


1. sind als relativ instabil erfahrbar.
2. zeigen sich (manifestieren sich)
• in der Gewichtsverlagerung einer einzelnen Masse in verschiedenste Richtungen,
• [nicht in einer direkten Auswirkung auf die benachbarten Massen.]
3. benutzen den Spielraum der Zwischenräume (bzw. der Transportbewegungsebenen)
Funktionen 1. gewährleisten eine gewisse Stabilität, wirken sich stabilisierend auf den ganzen Körper aus.
2. erhalten eine stabile Beziehung zwischen den Massen (Körperteilen) bzw. von Masse zu Masse aufrecht.
1. gewährleisten eine relativ instabile Beziehung zwischen den Massen.
2. verändern die Beziehung der Massen zueinander in vielfältiger Weise.

Bedeutung für alltägliche Aktivitäten Zusammenspiel ermöglicht, während der Ausführung alltäglicher Aktivitäten
jederzeit eine bestimmte Beziehung zwischen den Massen zu „halten“, ohne dabei die Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit einzubüßen.

Haltungs- und Transportbewegung im Aufbaumodul Demenz 3

Einführung in die Aufbaumodule Demenz

Mit den Aufbaumodulen Demenz wurde ein spezifisches Kinaesthetics-Bildungsangebot konzipiert, welches das Thema Demenz und demenzielle Entwicklung aus der Perspektive der Kinästhetik beleuchtet. Die Teilnehmenden dieser Aufbaumodule lernen die mit einer demenziellen Entwicklung einhergehenden Verhaltensphänomene zu verstehen, mithilfe des Konzeptsystems der Kinästhetik und der „Lernspirale“ zu analysieren sowie in Unterstützungssituationen ihr Handeln anzupassen. Die Arbeitsunterlagen für die Aufbaumodule „wurden in der European Kinaesthetics Association (EKA) im Rahmen eines sogenannten Metaprojekts entwickelt. Alle vier Aufbaumodule zusammen sind mit einem Kinaesthetics-Aufbaukurs gleichwertig.“[11].

Derzeit werden die Aufbaumodule auf die Kinaesthetics-Lernplattform überführt und werden zukünftig in einem Blended-Learning-Format angeboten. Dies hat auch eine Auswirkung auf die hier zitierten Begleittexte, die zum aktuellen Zeitpunkt in gedruckter Form als graue Literatur vorliegen.

Struktur des Aufbaumoduls Demenz 3 „Die eigene Orientierung suchen“

Anhand der Arbeitsunterlagen des Aufbaumoduls 3 setzen sich die Teilnehmende mit dem Thema Orientierung und ihrer Bedeutung für Menschen mit Demenz auseinander. Dabei spielt die körperliche Orientierungsfähigkeit eine zentrale Rolle. So können die Teilnehmende den Zusammenhang zwischen der Orientierungsfähigkeit eines Menschen und den Konzepten „Funktionale Anatomie“ und „Menschliche Bewegung“ aus der Innenperspektive erfahren und die Bedeutung für die Unterstützung von Menschen mit Demenz erkennen.

Nachfolgend wird die Struktur des Aufbaumoduls dargestellt und erläutert:
Die Begleittexte des Aufbaumoduls sind in den Teilen 1 bis 4 verortet und haben einen ähnlichen inhaltlichen Aufbau. Zunächst wird das Thema des jeweiligen Teils erläutert und die Bedeutung des Themas für Menschen mit Demenz sowie die Bedeutung für ihre Pflege und Betreuung aufgezeigt. Für eine bessere Verknüpfung mit dem Berufsfeld werden Praxisbeispiele aufgeführt, an denen die jeweilige Thematik ersichtlich wird. Zum Ende des jeweiligen Teils werden unter der Überschrift „Das Wichtigste in Kürze“ die Kernaussagen in Kürze dargestellt sowie Fragestellungen beschrieben, die für die Teilnehmenden in ihrer Praxis bedeutsam sein können. Des Weiteren können die Teilnehmende ihren Wissensspektrum durch die Auseinandersetzung mit weiterführenden Medien und Literatur erweitern. Hierfür sind im künftigen Blended-Learning-Format Videosequenzen vorgesehen, die einen Eindruck vermitteln, wie Pflegende in konkreten Praxissituationen die innere körperliche Orientierung von Menschen mit Demenz unterstützen können.

Abschließend steht den Teilnehmenden im Teil 5 die Beschreibung eines Lernprojekts zur Verfügung, das für einen Zeitraum von etwa sechs Wochen anberaumt ist. Das Lernprojekt wird im eigenen Arbeitsfeld oder in der eigenen Abteilung durchgeführt und evaluiert. Für den Zweck der Dokumentation und der Evaluation werden den Teilnehmenden im Aufbaumodul entsprechende Vorlagen mit Fragestellungen zur Verfügung gestellt.

Die Begleittexte behandeln Themen mit folgenden Überschriften:

„Teil 1: Was ist Orientierung?“
Hier geht es um Orientierung als einen inneren körperlichen Prozess.

„Teil 2: Die Orientierung an der eigenen Anatomie“
In diesem Teil wird die innere körperliche Orientierung anhand des Konzeptes „Funktionale Anatomie“ aus der Innenperspektive konkret erfahrbar.

„Teil 3: Bewegungskompetenz und lebenslange Orientierungssuche“
Die Entwicklungsperspektive und insbesondere die Entwicklung der Bewegungskompetenz sowie in diesem Zusammenhang die Entwicklung bestimmter Bewegungsmuster nimmt in diesem Teil eine zentrale Rolle ein.

„Teil 4: Orientierung und menschliche Bewegung“
Hier wird die Bedeutung von Haltungs- und Transportbewegungen und deren spezifische Nutzung in Bewegungsmustern im Zusammenhang mit dem Thema Orientierung dargelegt.

„Teil 5: Das Lernprojekt“
Dieser Teil stellt den Leitfaden für die Auseinandersetzung mit den Themen der ersten vier Teile im beruflichen Umfeld der Teilnehmenden dar.

Haltungs- und Transportbewegung im Teil 4 des Aufbaumoduls

In den Begleittexten des vierten Teils des Aufbaumoduls Demenz 3 werden die Haltungs- und Transportbewegung als ein Unterthema des Konzeptes „Menschliche Bewegung“ erwähnt. [12] Zuvor wird an einem kurzen Beispiel verdeutlicht, welche Herausforderung das Beibehalten bzw. das Nicht-verändern-Können von gewohnten Bewegungsmustern für die alltägliche Aktivitäten darstellen kann. In weiteren Ausführungen wird der Bezug der Bewegungsmuster zum Thema Orientierung über das Stichwort der Bewegungsrichtungen hergestellt. Die Lenkung der eigenen Aufmerksamkeit auf die Haltungs- und Transportbewegungen wird in diesem Zusammenhang als eine Möglichkeit betrachtet, sich mit den eigenen Bewegungsgewohnheiten und eigenen Bewegungsmustern auseinanderzusetzen.[13]

Darauf wird unter der Überschrift „Haltungs- und Transportbewegung als Grundlage der menschlichen Bewegung“ der inhaltliche Teil des Konzeptes „Menschliche Bewegung“ aus dem „Kinaesthetics – Konzeptsystem“[14] zitiert, der die Haltungs- und Transportbewegung behandelt und oben besprochen wird.

Unter der Rubrik „Probieren Sie es aus“ folgt eine Anleitung in Form von Einzel- und Partnererfahrung, um die Haltungs- und Transportbewegung aus der Innenperspektive nachzuvollziehen und die Unterstützung dieser Bewegungskomponenten anzubahnen.

In der Einzelerfahrung lenken die Teilnehmenden in einer einfachen Aktivität ihre Aufmerksamkeit auf die Beziehung zwischen ihren Massen (Becken – Brustkorb und Bein – Becken), um „die Bewegungskomponente der Haltungsbewegung“ bzw. „die Bewegungskomponente der Transportbewegung“[15] wahrnehmen und voneinander unterscheiden zu können. Basierend darauf beobachten und variieren die Teilnehmenden im nächsten Schritt der Einzelerfahrung das Zusammenspiel der beiden Bewegungskomponenten in der gleichen Aktivität.

In Partnererfahrungen geht es einerseits darum zu bemerken, in welchem Moment und auf welche Weise die PartnerIn die Bewegungskomponenten der Haltungsbewegung bzw. der Transportbewegung in einer einfachen Aktivität nutzt. Andererseits geht es darum, „die Komponenten bzw. ihr Zusammenspiel aktiv zu unterstützen und unterschiedliche Varianten anzuleiten“.[16]

Der nachfolgende graue Kasten betrifft die Bedeutung der vorausgehenden Thematik für die Pflege und Betreuung einer Person mit Demenz. Der Text beleuchtet die Herausforderung, Menschen mit Demenz auf ihrer Suche nach der inneren körperlichen Orientierung so zu unterstützen, dass sie sich dabei sicher fühlen. Wenn z. B. Richtungswechsel undifferenziert angeleitet würden, werde ihre innere körperliche Orientierung eher gestört. Bezugspersonen von Menschen mit Demenz sollten über erfahrungsbasiertes Wissen hinsichtlich der Rolle von Haltungs- und Transportbewegungen bei der Unterstützung von alltäglichen Aktivitäten verfügen. Vorausgesetzt wird die Notwendigkeit, die Unterstützungsangebote seitens der Pflegenden unter diesem Aspekt zu reflektieren und anzupassen.

„Dadurch wird ihre Kompetenz unterstützt, eine Person mit Demenz so anzuleiten, dass sie die kleinen, gezielten Unterschiede dieses Zusammenspiels im Körper nachvollziehen kann.“[17]

Im Ganzen wird der Nutzen von differenzierten Anleitungen in Bezug auf Haltungs- und Transportbewegung im Kontext des übergeordneten Themas Orientierung darin gesehen, dass sich Menschen mit Demenz sicherer fühlen, d. h., weniger Kontrollverlust haben, und ihre Bewegungskompetenz in Richtung von mehr Bewegungsmöglichkeiten entwickeln können.

Weitere Erwähnungen von Haltungs- und Transportbewegung

  1. Unter der Überschrift „Parallel und spiralig: Grundkategorien menschlicher Bewegungsmuster“ werden die entsprechenden Ausführungen aus dem „Kinaesthetics – Konzeptsystem“[18] zitiert. Der Zusammenhang zwischen Haltungs- und Transportbewegungen und parallelen und spiraligen Bewegungsmustern entspricht im Aufbaumodul 3 somit dem gängigen Verständnis.
  2. Im Kasten „ Das Wichtigste in Kürze“ wird im ersten Aufzählungspunkt der Zusammenhang zwischen der Orientierung und dem Zusammenspiel von Haltungs- und Transportbewegung erneut explizit betont:
    „Ein differenziertes Zusammenspiel von Haltungs- und Transportbewegung ermöglicht es, die Bewegungsrichtungen fortlaufend an den inneren und äußeren Gegebenheiten zu orientieren.“[19]
  3. Unter „Fragestellungen, auf die Sie in Ihrer Berufspraxis achten können“ befinden sich gezielte Fragestellungen, welche die Teilnehmenden in ihrem beruflichen Alltag unterstützen, ihre Aufmerksamkeit auf die Haltungs- und Transportbewegung zu richten:
„Wie nutze ich im Verlauf eines Unterstützungsangebots meine Möglichkeiten der Haltungsbewegungen?
Wie nutze ich im Verlauf eines Unterstützungsangebots meine Möglichkeiten der Transportbewegungen?“[20]
„Wie kann ich eine Person mit Demenz so unterstützen, dass sie die Möglichkeiten ihrer Haltungsbewegungen nutzen kann?
Wie kann ich eine Person mit Demenz so unterstützen, dass sie die Möglichkeiten ihrer Transportbewegungen nutzen kann?“[21]

„MEIN THEMA“ in „Andere berücksichtigte Publikation“

mast: check Hatch, Maietta „Gesundheitsentwicklung …“ MEIN TEXT

Kommentare, Auswertung und offene Fragen

MEIN TEXT

Geschichte des Fachbegriffs

Haltungs- und Transportbewegung bei K. U. Smith

Bemerkenswert ist, dass die Begriffe Haltungs- und Transportbewegung vor der Begründung der Kinästhetik beim Verhaltenskybernetiker K. U. Smith zu finden sind, und zwar in der Form „Postural movement“ und „Movement of transport“. Bei diesem hatte Frank Hatch, einer der Begründer, promoviert. Sie wurden nicht nur übernommen, sondern auch im Rahmen der Kinästhetik neu definiert.

Haltungs- und Transportbewegung im 16. Kinästhetik-Bulletin von 1990

Einbettung

In der Sonderausgabe der Kinästhetik-Bulletins aus dem Januar 1990[22] sind die beiden Begriffe Haltungsbewegung und Transportbewegung als ein Unterpunkt des vierten Grundprinzips bzw. des Kapitels „4.4. Anatomische Grundlagen“[23] mit der Überschrift „4.4.3. Haltungs- und Transportbewegung“[24] aufgeführt. Dabei ist anzumerken, dass die hier beschriebenen Grundprinzipien sich später zu den heutigen Konzepten entwickelten.

Die Unterpunkte „Bewegungsapparat“ (als Vorläufer des späteren Unterthemas „Knochen und Muskeln“) und „Massen und Zwischenräume“ gehen dem Unterpunkt „Haltungs- und Transportbewegung“ voraus. Letzterer gliedert sich in die Unterkapitel „Haltungsbewegung“, „Transportbewegung“ und das Unterkapitel „Haltungsbewegungsebene – Transportbewegungsebenen“, das das vierte Grundprinzip abschließt.

Definition, Eigenschaften und Funktionen

Konkret handelt es sich bei der Haltungs- und Transportbewegung um „zwei grundlegende Arten von Bewegung“[25], die im menschlichen Körper erkennbar sind. Die anschließend aufgeführten Definitionen von Haltungsbewegung und Transportbewegung sind eng an die Kriterien des Grundprinzips der anatomischen Grundlagen angelehnt:

„Die anatomischen Grundlagen beziehen sich auf die anatomischen Strukturen, welche für die menschliche Bewegungsfunktion bestimmend sind.“[26]

Analog wird in der Definition ein kausaler Zusammenhang zwischen den anatomischen Strukturen der Gelenke und den damit verbundenen Bewegungsrichtungen aufgeführt: Bei Haltungsbewegungen sind es Gelenke, die aufgrund ihrer Struktur[27] überwiegend eine Bewegungsrichtung, bei Transportbewegungen Gelenke, die viele Bewegungsrichtungen zulassen.

Die beiden eingangs beschriebenen grundlegenden Arten der Bewegung lassen sich somit aufgrund der anatomischen Strukturen wie folgt unterscheiden:

  1. Haltungsbewegung: Bewegung, die begrenzt in eine Richtung genutzt[28] werden kann.
  2. Transportbewegung: Bewegung, die in jede/viele Richtung/en genutzt werden kann.

Ebenfalls wird in der jeweiligen Definition auf die Funktionen von Haltungs- bzw. Transportbewegung verwiesen. Sie werden erst im weiteren Verlauf im folgenden Grundprinzip „Funktionen“ näher erläutert, und zwar im ersten Unterpunkt „4.5.1 Haltungs- und Transportfunktionen“[29]. Der Haltungsbewegung wird hier die Funktion der Kontrolle und Regulation der Beziehung der Massen untereinander und „eine entscheidende Rolle für die Haltung“[30] zugewiesen, der Transportbewegung die Funktion, die Massen in Bezug zueinander und zur Umgebung in jede Richtung zu bewegen.

Anschließend wird auf eine spezifische Reihenfolge dieser beiden Bewegungsarten verwiesen. Sie wechseln sich über die Bewegungsebenen mit Haltungs- oder Transportbewegung ab. Diese ständig abwechselnde Reihenfolge sorgt einerseits für Stabilität und andererseits für Anpassungsfähigkeit. Unter der dritten Überschrift „Haltungsbewegungsebene – Transportbewegungsebenen“ folgt eine graphische Darstellung des Wechsels zwischen Haltungsbewegungsebenen und Transportbewegungsebenen durch eine Zickzacklinie. Dabei werden die einzelnen Bewegungsebenen genannt und zugeordnet (vgl. Abbildung).

Diese Darstellung[31] aus dem 16. Kinästhetik-Bulletin zeigt den regelmäßigen Wechsel von Haltungs- und Transportbewegungsebenen durch den ganzen Körper.

Die darauffolgende Beschreibung von Eigenschaften der Bewegungsebenen wird mit Interaktionsbeispielen verknüpft. Die Beispiele zeigen die Wirkung der Unterstützung auf, wenn diese entsprechend bzw. nicht entsprechend den Eigenschaften der Bewegungsebenen angeboten wird.

Haltungs- und Transportfunktion

Im anschließenden Grundprinzip „4.5 Funktionen“ werden die „Haltungs- und Transportfunktion“[32] erläutert. Einleitend wird erklärt, dass der Begriff Bewegungsfunktion in dem Sinn verwendet wird, dass mit der Bewegung eine bestimmte Absicht oder ein bestimmter Zweck verfolgt wird. Entsprechend werden die Erläuterungen mit unterschiedlichen Aktivitäten veranschaulicht.

Als Haltungsfunktion wird hier die Fähigkeit benannt, die Stellung der Massen in einer bestimmten Beziehung zueinander zu halten und zu kontrollieren. Als Beispiel wird das ruhige Sitzen auf einem Stuhl angeführt …

Als Transportfunktion wird die Fähigkeit benannt, die Stellung der Massen kontrolliert zu verändern in Bezug auf den äußeren Raum oder die Umgebung. Dabei kann diese Veränderung sowohl durch die Haltungs- als auch durch die Transportbewegung geschehen.[33] Die Haltungsfunktion wird als stets vorhandene Grundvoraussetzung bezeichnet.

An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass die hier als Fachbegriffe verwendete Haltungs- und Transportfunktion schnell wieder aufgegeben wurden. Sie kommen bereits in der ersten öffentlichen Publikation „Kinästhetik – Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Krankenpflege“[34] von 1992 nicht mehr vor.

Desgleichen werden in diesem Buch die Haltungs- und Transportbewegung nicht mehr den anatomischen Grundlagen bzw. der funktionalen Anatomie untergeordnet, sondern dem folgenden Grundprinzip bzw. Thema (Konzept) „Bewegung und Funktion“, das in der vierten Auflage von 1996 wie das aktuelle dritte Konzept „Menschliche Funktion“ heißt.

Weitere Erwähnungen

Nach dem Kapitel „4.5.2. 7 Grundpositionen“[35] findet sich im Kapitel „4.5.3 Fortbewegung“[36] bei der Aufzählung, die einer spezifischen Definition der Fortbewegung dienen soll, eine weitere Erwähnung der Haltungs- und Transportbewegung. So werden unter Punkt 8 die Haltungs- und die Transportbewegung als „wesentliche Elemente der Fortbewegung“[37] bezeichnet. Diesem Satz folgt eine Beschreibung von Bewegungsmustern, bei denen entweder mehr die Haltungsbewegungsebenen („Fortbewegungsmuster für die Vorwärts-/Rückwärtsbewegung“[38]) oder mehr die Transportbewegungsebenen (Muster für spiralförmige, der Körperstruktur entsprechende Bewegung) zum Einsatz kommen.

Ansonsten werden die Haltungs- und Transportbewegungen nur noch einmal auf Seite 50 im Kapitel „5.4. Kinästhetik in der Eltern-Baby-Beziehung“[39] erwähnt. In den damaligen Familienprogrammen würden Eltern diese in ihrem Körper erfahren und die Fähigkeit zu gegenseitiger spiraliger Bewegung erlernen.

Haltungs- und Transportbewegung in „Kinästhetik – Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Krankenpflege/Pflege“

Einleitung

Im Jahr 1992 erschien das erste öffentliche Fachbuch „Kinästhetik – Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Krankenpflege“ im Verlag Krankenpflege, Eschborn. In diesem ca. 190-seitigen Werk mit einem Vorwort von Sr. Liliane Juchli beschränken sich die AutorInnen Frank Hatch, Lenny Maietta und Suzanne Schmidt auf den Anwendungsbereich der Pflege.

Es stellt die Geburtsstunde der heutigen Etablierung und breiten Verankerung der Kinästhetik in der Pflege dar. Der Ansatz des Buches ist präventions- und ressourcenorientiert und auf Anwendung und Transfers ausgerichtet. In der vierten Auflage von 1996[40] erscheinen die „Prinzipien“, d. h., die heutigen Konzepte, bereits in der aktuellen Reihenfolge – ohne Zweifel ist das Buch ein Meilenstein der Geschichte der Kinästhetik.

Einordnung

In der vierten überarbeiteten Auflage des Buches „Kinästhetik – Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Pflege“ von Frank Hatch, Lenny Maietta und Suzanne Schmidt sind die Haltungs- und Transportbewegungen im Kapitel 4 „Menschliche Bewegung“[41] vorzufinden. Das Kapitel umfasst 17 Seiten und beginnt mit einer Einleitung über die grundlegende Bedeutung von Bewegung für das Leben und die Funktionalität des Menschen. Diesem Kapitel geht das Kapitel „Funktionale Anatomie“[42] voraus mit den Prinzipien von Knochen und Muskeln, Massen und Zwischenräumen sowie Orientierung (inkl. Vorder- und Rückseiten).

Logik des Aufbaus

Aufbauend auf dem Prinzip von Massen und Zwischenräumen wird direkt nach der Einleitung unter der Überschrift „Stabile Massen, instabile Zwischenräume“[43]die Entsprechung von stabilen und instabilen Bewegungen innerhalb von Massen bzw. Zwischenräumen und in der Beziehung der Massen und Zwischenräume zueinander aufgezeigt. Anders als im Kapitel „Funktionale Anatomie“ werden hier die Begriffe „stabil“ und „instabil“ anhand des Bewegungsspielraums erläutert. Im Gegensatz zu den erfahrbaren Eigenschaften von anatomischen Strukturen stehen nun die erfahrbaren Eigenschaften der Bewegung im Vordergrund – die „Bewegungseigenschaften“[44].

Auf diese Weise schaffen die AutorInnen eine Verbindung zwischen stabilen und instabilen Eigenschaften der funktionalen Anatomie und den stabilen und instabilen Bewegungen. Der Vergleich zwischen den Bewegungsmöglichkeiten innerhalb der Massen und in den Zwischenräumen verdeutlicht die Erfahrbarkeit dieser anatomischen Strukturen als stabil bzw. instabil. Der Zusammenhang zwischen den anatomischen Eigenschaften und den Eigenschaften der Bewegung wird im Kapitel immer wieder hervorgehoben.

Bereits hier ist deutlich erkennbar, dass es in diesem Kapitel um Bewegungsmöglichkeiten bzw. um Richtungen der Bewegung geht (ohne dass Haltungs- und Transportbewegungen bereits explizit benannt werden).

„[Die] Begrenzung [des Bewegungsspielraums innerhalb der Massen] führt zur Erfahrung der Massen als stabile Einheiten. Zwischenräume werden vergleichsweise instabil erfahren, da in ihnen Bewegung in viele Richtungen möglich ist.“[45]

Hervorgehoben wird in diesen Ausführungen, dass die Integration von stabilen und instabilen Eigenschaften der Bewegung jeder menschlichen Funktion (bzw. jeder Aktivität) zugrunde liegt.

Bewegungsmuster

Mit einer kurzen Einleitung zum Einfluss des soziokulturellen Kontextes auf die alltäglichen Bewegungsmöglichkeiten fahren die AutorInnen inhaltlich unter der Überschrift „Bewegungsmuster“[46] mit parallelen und spiraligen Bewegungsmustern fort. Es folgen Anleitungen, mit denen unterschiedliche Bewegungsmuster und Bewegungsmöglichkeiten im eigenen Körper erfahren werden können. Zum Beispiel wird das spiralige Bewegungsmuster durch Drehen bzw. Drehen und Beugen oder Strecken angeleitet und seine Relevanz in Unterstützungssituationen aufgezeigt. In der Fußzeile dieses Unterkapitels „Bewegungsmuster“[47] steht vermerkt, dass es sich um stabile und instabile Bewegungen handelt.

Bewegungsebenen für Haltungs- und Transportbewegungen

Die erste Erwähnung von Haltungsbewegungen und Transportbewegungen findet sich in der Überschrift „Bewegungsebenen für Haltungs- und Transportbewegungen“[48]. Um das Verständnis von Haltungs- und Transportbewegung bzw. ihrer Funktionen auf der Erfahrungsebene zugänglich zu machen, verknüpfen die AutorInnen Haltungs- und Transportbewegungen mit den stabilen Haltungs- und instabilen Transportebenen.

Durch die eingezeichneten Pfeilrichtungen in der ersten Abbildung[49] werden die Möglichkeiten der scharnierartigen Bewegung auf einer Achse dargestellt, in der zweiten Abbildung[50] die Bewegungsmöglichkeiten in viele Richtungen.

Sie grenzen in ihrer Definition diese Ebenen voneinander wie folgt ab:

„Ebenen mit Bewegungsmöglichkeiten auf einer Achse“
„Ebenen mit Bewegungsmöglichkeiten auf vielen Achsen“[51]

Die Bewegungsmöglichkeiten auf einer bzw. auf vielen Achsen werden wiederum auf der gleichen Seite mit einer Abbildung verdeutlicht und als Haltungs- und Transportbewegung benannt.

Aus der Definition der Haltungs- und Transportebene und der Abbildung können die erfahrbaren Eigenschaften bzw. Funktion von Haltungs- und Transportbewegung extrahiert werden:

Haltungsbewegung Transportbewegung
→ Bewegungsmöglichkeiten auf einer Achse → Bewegungsmöglichkeiten auf vielen Achsen

Die erfahrbare Perspektive von Haltungs- und Transportbewegungen wird in Bewegungsanleitungen entlang der Bewegungsebenen kleinschrittig angeboten. Dabei werden die Bewegungsebenen als anatomischen Strukturen mit stabilen bzw. instabilen Eigenschaften betrachtet.[52] Ähnlich wie zu Kapitelbeginn verknüpfen die AutorInnen erneut die Strukturen der erfahrbaren Anatomie mit definierten Bewegungsmöglichkeiten und beschreiben diese hier definierten Bewegungsebenen als eine differenzierte Analyse des Prinzips von Massen und Zwischenräumen. Demnach wird die Erfahrung der stabilen Eigenschaften von Massen mit der Dominanz der stabilen Bewegungsebenen begründet und analog die instabilen Eigenschaften der Zwischenräume mit der Dominanz der instabilen Bewegungsebenen.[53]

Die angebotene Anleitung, Bewegungsebenen mit entsprechenden Bewegungsmöglichkeiten zu erfahren, beginnt mit der zentralen Masse Kopf, der je als Übernächstes Brustkorb und Becken folgen. Diese stellen jeweils eine stabile Bewegungsebene mit den erfahrbaren Bewegungsmöglichkeiten auf einer Achse (horizontal und/oder vertikal) dar. Dazwischen steht je die Beschreibung der beiden Zwischenräume (Hals und Taille), die die zentralen Massen verbinden. Sie stellen jeweils eine stabile Bewegungsebene mit den erfahrbaren Bewegungsmöglichkeiten auf vielen Achsen bzw. in verschiedene Richtungen dar.[54] Danach folgt analog ein systematischer Durchgang durch den ganzen Körper, immer illustriert mit Darstellungen der entsprechenden Gelenke.

Begrifflich variieren die AutorInnen in der ganzen Anleitung zwischen Haltungsebene, Transportebene, Ebene für Haltungsbewegungen, Transportbewegungsebene, Haltungsbewegungsebene sowie Ebene mit Haltungs- oder Transportmöglichkeiten. Sie zeichnen so eher ein deskriptives Bild der Bewegungsebenen, als eine Begriffskontinuität zu liefern. Die Gemeinsamkeit dieser unterschiedlichen sprachlichen Bezeichnungen erschließt sich aus der Integration der erfahrbaren Eigenschaften von Haltungs- und Transportbewegungen. Aus der Beschreibung ist zu entnehmen, dass Haltungs- und Transportbewegungen (analog zu den Haltungs- und Transportbewegungsebenen) als stabil bzw. instabil erfahrbar sind. Auch an dieser Stelle wird die Verbindung zwischen Eigenschaften der Strukturen und den Bewegungseigenschaften deutlich. Demzufolge können der Definition von Haltungs- und Transportbewegungen weitere Unterscheidungsmerkmale als erfahrbare Eigenschaften hinzugefügt werden:

Haltungsbewegung Transportbewegung
→ stabil → instabil

Die Anleitung differenziert sich bei den oberen und unteren Extremitäten. Bei den oberen Extremitäten bildet das Brustbein eine stabile Haltungsbewegungsebene als Ausgangspunkt für die Bewegung des Schultergürtels in verschiedene Richtungen.[55] Bei den unteren Extremitäten lassen sich auf der „extrem instabilen Ebene“[56] des Hüftgelenks die Bewegungen auf vielen Achsen erfahren.

Muster stabil/instabil in der Bewegung

Zum Ende des Kapitels wird unter der Überschrift vom „Muster stabil/instabil in der Bewegung“ das grundsätzliche Verständnis anhand von Interaktionsbeispielen aus der Pflege und Bewegungsanleitungen aufgebaut. Hier wird die wechselseitige Beziehung zwischen den stabilen und instabilen Eigenschaften der erfahrbaren Anatomie und den stabilen und instabilen Eigenschaften der Haltungs- und Transportbewegung in Unterstützungssituationen verdeutlicht. So hat beispielsweise eine Unterstützung, die über die Transportebenen angeboten wird, einen ungünstigen Einfluss auf die Selbstregulation, Anpassung und Kontrolle der eigenen Bewegung der unterstützten Person. Dies erschwert wiederum die Anpassung der Unterstützungsperson an die Bewegungen der unterstützten Person.

Fazit

Im vierten Kapitel „Menschliche Bewegung“ sind die erfahrbaren Eigenschaften von Haltungs- und Transportbewegungen klar beschrieben.

Haltungsbewegung Transportbewegung
→ stabil erfahrbar → instabil erfahrbar
→ Bewegungsmöglichkeiten auf einer Achse → Bewegungsmöglichkeiten auf vielen Achsen

In Bezug auf die Funktion von Haltungs- und Transportbewegungen bleiben die AutorInnen in ihrer Beschreibung vage. Aus den einleitenden Ausführungen kann erschlossen werden, dass die erfahrbaren Eigenschaften von Haltungs- und Transportbewegung mit der Funktion gleichgesetzt werden:

„Die Unterscheidung von stabilen und instabilen Bewegungsebenen im Körper vermittelt ein tieferes Verständnis der Bewegung und der auf ihr begründeten Funktion.“[57]

Am Rande können den Kapiteln entnommen werden, dass die Haltungs- und Transportbewegungen in der Beziehung von Massen und Zwischenräumen und in der Beziehung von Massen zueinander eine Rolle spielen. Dies kann zumindest den folgenden Ausführungen unter der Überschrift „Das Muster stabil/instabil in der Bewegung“ abgeleitet werden:

„Das entsprechende Muster [stabil/instabil (Anm. d. Verfassers)] finden Sie auch in der Beziehung von Massen und Zwischenräumen zueinander.“[58]
„Um die Beziehung der Massen zueinander zu kontrollieren, passen sich die Massen durch Bewegung einander an; sie finden ein bewegtes Gleichgewicht zueinander.“[59]
Wie andere Abbildungen aus dem Buch verdeutlicht diese Abbildung im Kontext der Haltungs- und Transportbewegung ein negatives Beispiel der Anwendung in der Pflege.[60]

Einen konkreten Aufschluss in Bezug auf die Funktion gibt das nachfolgende Anwendungsbeispiel:

„Die Pflegende hilft einer geschwächten Patientin beim Aufstehen vom Stuhl. In der Vorstellung, sie halten zu müssen, nimmt sie deren Schultergürtel fest in den Griff. Die Blockierung der instabilen Ebene verursacht, daß Arm und Brustkorb funktional zu einem Teil werden.
Das Zusammendrücken des Brustkorbs verhindert auch die Bewegungsmöglichkeit auf vielen Achsen des Halses. Die Patientin kann keine anpassenden Bewegungen im oberen Teil ihres Körpers ausführen. Das macht sie unsicher und löst evtl. Angst aus. Da sie der Kontakt am Schultergürtel teilweise unbeweglich macht, muß sie während des Aufstehens den oberen Teil ihres Körpers als kompaktes und schweres Ganzes bewegen. Sie erlebt sich unbeweglicher und hilfloser als sie tatsächlich ist.
Für die Pflegende bedeutet das Halten an einer instabilen Ebene, daß sie erhebliche Anstrengung aufbringen muß, um alle Richtungen zu kontrollieren. Dies begrenzt ihre eigene Bewegung und macht es für sie schwieriger, sich der Bewegung der Patientin anzupassen.“[61]

Bemerkenswert ist, dass von diesen sehr nachvollziehbaren Ausführungen über die Stichworte des Unsicherheitsgefühls und der Kontrolle der Bewegungsrichtungen eine Brücke zu den Ausführungen des Aufbaumoduls Demenz 3 geschlagen werden kann.

Im Unterschied zum aktuellen Verständnis muss hervorgehoben werden, dass im Ganzen die Haltungs- und Transportbewegung mit den Haltungs- und Transportbewegungsebenen verknüpft werden. Entsprechend werden Letztere unter der Überschrift „Bewegungsebenen für Haltungs- und Transportbewegungen“[62] vorgestellt. In diesem Punkt hat sich das aktuelle Verständnis verändert. Entsprechend werden im „Kinaesthetics – Konzeptsystem“ die Haltungs- und Transportbewegungsebenen als drittes Unterthema des Konzepts „Funktionale Anatomie“ erläutert[63] – und nicht wie hier im Rahmen des Grundprinzips bzw. des späteren Konzepts „Menschliche Bewegung“.

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Zum Begriff

Bedeutungsüberblick

Die Bedeutungen der Begriffe des Begriffs nach dem „Duden Online-Wörterbuch“

Nach dem „Duden Online-Wörterbuch“ hat MEIN (1.) BEGRIFF folgende Bedeutungen:
Die Erstbedeutung lautet „a. …“ und „b. …“. Synonyme sind „…“.

Die Zweitbedeutung lautet „…“. Synonyme sind „…“.

Die Drittbedeutung lautet „…“. Synonyme sind „…“.

Angeführt werden zusätzlich x weitere umgangssprachliche/fachsprachliche Bedeutungen.

Als Antonym wird „…“ angegeben.

Nach dem Duden Online-Wörterbuch hat MEIN 2. BEGRIFF folgende Bedeutungen:
Die Erstbedeutung lautet „…“. Synonyme sind „…“.

Die Zweitbedeutung lautet „…“. Synonyme sind „…“.

Die Drittbedeutung lautet „…“. Synonyme sind „…“.

Die Verwendung als kinästhetischer Fachbegriff

Herkunft

Einzelnachweise

  1. European Kinaesthetics Association (Hg.) (2025): Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0.
  2. ebd., S. 24. Im Fließtext des „Kinaesthetics – Konzeptsystems“ werden die Transportbewegungsebenen zum ersten Mal im Kapitel „2.2. Massen und Zwischenräume“ (S. 23) erwähnt. Unter der Überschrift „Zwischenräume“ wird abschließend darauf hingewiesen, dass alle Zwischenräume Transportbewegungsebenen bilden.
  3. ebd., S. 34.
  4. ebd., S. 13 ff.
  5. ebd., S. 21 ff.
  6. ebd., S. 34.
  7. ebd., S. 35.
  8. Es muss darauf hingewiesen werden, dass dieses Symbol ebenso die Definition der Haltungsbewegungsebenen illustriert. Wie im Folgenden aufgezeigt wird, müssen diese im aktuellen Verständnis theoretisch und praktisch von den Haltungsbewegungen abgegrenzt werden. In der Geschichte der Kinästhetik bzw. in der Perspektive der AnwenderInnen wurden die beiden Fachbegriffe zu Beginn allerdings nicht scharf voneinander abgegrenzt (vgl. unten „Geschichte des Fachbegriffs“).
  9. Das Symbol des Kreises hat sich fachgeschichtlich etabliert. Die damalige Wahl dieses Symbols ist deshalb etwas unglücklich, weil ein Kreis aus geometrischer Perspektive zwei- und nicht dreidimensional ist. Wenn man hingegen mit einem Körperteil eine „kreisförmige“ Bewegung ausführt, z. B. den Kopf kreist, handelt es sich in aller Regel um eine dreidimensionale Bewegung.
  10. Auch hier muss darauf hingewiesen werden, dass dieses Symbol ebenso die Definition der Transportbewegungsebenen illustriert. Wie im Folgenden aufgezeigt wird, müssen diese im aktuellen Verständnis theoretisch und praktisch von den Transportbewegungen abgegrenzt werden. In der Geschichte der Kinästhetik bzw. in der Perspektive der AnwenderInnen wurden die beiden Fachbegriffe zu Beginn allerdings nicht scharf voneinander abgegrenzt (vgl. unten „Geschichte des Fachbegriffs“).
  11. European Kinaesthetics Association (Hg.) (2022) : Aufbaumodul Demenz 3: Die eigene Orientierung suchen. Arbeitsunterlagen. Unter Mitarbeit von Franziska Gysin, Christine Grasberger, Brigitte Marty-Teuber, Stefan Marty-Teuber, Sabine Siemann, Erich Weidmann. Linz (AT), Winterthur (CH): Verlag European Kinaesthetics Association. Ohne ISBN. S. 3.
  12. ebd., S. 43 f.
  13. ebd., S. 42.
  14. European Kinaesthetics Association (Hg.) (2022): Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0. S. 32.
  15. European Kinaesthetics Association (Hg.) (2022) : Aufbaumodul Demenz 3: Die eigene Orientierung suchen. Arbeitsunterlagen. Unter Mitarbeit von Franziska Gysin, Christine Grasberger, Brigitte Marty-Teuber, Stefan Marty-Teuber, Sabine Siemann, Erich Weidmann. Linz (AT), Winterthur (CH): Verlag European Kinaesthetics Association. Ohne ISBN. S. 44.
  16. ebd.
  17. ebd.
  18. European Kinaesthetics Association (Hg.) (2022): Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0. S. 34 f.
  19. European Kinaesthetics Association (Hg.) (2022) : Aufbaumodul Demenz 3: Die eigene Orientierung suchen. Arbeitsunterlagen. Unter Mitarbeit von Franziska Gysin, Christine Grasberger, Brigitte Marty-Teuber, Stefan Marty-Teuber, Sabine Siemann, Erich Weidmann. Linz (AT), Winterthur (CH): Verlag European Kinaesthetics Association. Ohne ISBN. S. 47.
  20. ebd., S. 47.
  21. ebd.
  22. Verein für Kinästhetik (Hg.) (1990): Kinästhetik. 16. Bulletin, Januar 1990. Sonderausgabe. Dritte Auflage. Zürich: Verein für Kinästhetik. Ohne ISBN.
  23. ebd., S. 19 ff.
  24. ebd., S. 20 ff.
  25. ebd., S. 20.
  26. ebd., S. 19.
  27. Textlich finden sich die Formulierungen „[...] Gelenke ermöglichen aufgrund der anatomischen Struktur der Gelenke [...]“ oder „[...]von ihrer anatomischen Struktur her [...]“ (ebd., S. 21). Da ein Gelenk an sich bereits als eine anatomische Struktur bezeichnet werden kann, liegt es nahe, dass die Ausdrucksweise „anatomische Struktur der Gelenke“ synonym für den strukturellen Aufbau der Gelenke steht.
  28. Im Wortlaut der Definition ist die Benennung der Bewegungsmöglichkeiten aufgrund der anatomischen Strukturen (Eigenschaften) sehr deutlich zu erkennen. Die aktive Nutzung dieser Möglichkeiten (sich zu bewegen entsprechend den Möglichkeiten der Eigenschaften) kann in der Definition nur aus der Bezeichnung des Definitionsgegenstandes (Haltungsbewegung oder Transportbewegung) hergeleitet werden.
  29. ebd., S. 23.
  30. ebd., S. 21.
  31. ebd.
  32. ebd., S. 23.
  33. Es liegt nahe, dass die Haltungs- und Transportfunktion eine spezifische Nutzung von Haltungs- und Transportbewegungen in einer Aktivität beschreibt. Im Text wird die entsprechende folgende Aussage gemacht: „Daraus resultiert entweder Bewegung am Ort oder Fortbewegung.“ (ebd., S. 23).
  34. Hatch, Frank; Maietta, Lenny; Schmidt, Suzanne (1992): Kinästhetik. Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Krankenpflege. 1. Auflage. Eschborn: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe. ISBN 3-927944-02-5.
  35. ebd., S. 23 ff.
  36. ebd., S. 25 f.
  37. ebd., S. 26.
  38. ebd.
  39. ebd., S. 49 ff.
  40. Hatch, Frank; Maietta, Lenny; Schmidt, Suzanne (1996): Kinästhetik. Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Pflege. Übersetzung: Ina Citron. 4. Auflage. Eschborn: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe. ISBN 3-927944-02-5.
    1. Auflage: 1992 „Kinästhetik – Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Krankenpflege“
  41. ebd., S. 66–83.
  42. ebd., S. 38–65.
  43. ebd., S. 68
  44. ebd.
  45. ebd.
  46. ebd., S. 69.
  47. ebd., S. 69–73.
  48. ebd., S. 74
  49. ebd., S. 74.
  50. ebd.
  51. ebd.
  52. ebd., S. 75–79.
  53. ebd., S. 74
  54. ebd., S. 74 f.
  55. ebd., S. 78.
  56. ebd., S. 76.
  57. ebd., S. 74.
  58. ebd., S. 81.
  59. ebd., S. 81.
  60. ebd., S. 81.
  61. ebd., S. 82.
  62. ebd., S. 74 ff.
  63. European Kinaesthetics Association (Hg.) (2025): Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0. S. 24 ff.