Projekt Konzeptsystembuch 15: 4. Konzept Anstrengung

Status mit Fachliteratur angelegt
AutorIn/RedakteurIn N. N./Susanne Hoser
Letzte Änderung 18.08.2020


Hinweis:
Dieser Artikel wird im Rahmen des Projektes „Konzeptsystembuch-Umfrage“ des Ressourcenpools Curriculum und Forschung der European Kinaesthetics Association (EKA) veröffentlicht. Die Absicht ist, dass zum untenstehenden Zitat auf der zugehörigen Diskussionsseite Projekt Konzeptsystembuch 15: 4. Konzept Anstrengung offene Fragen, unterschiedliche Verständnisse, Weiterentwicklungsbedarf usw. umfassend gesammelt und diskutiert werden. Diese offene Umfrage bzw. Diskussion dauert ein Jahr. Deshalb ist dieser Artikel in dieser Form nur bis August 2021 im KOFL sichtbar.

1 „4. Konzept Anstrengung

Der Begriff „Anstrengung“ wird positiv als Spannungsaufbau, als Einsatz von Energie
oder negativ als Mühe oder Strapaze verstanden. Eine Anstrengung kann negative
Folgen haben, wenn sie funktional nicht unserer Anatomie angepasst ist oder die
Kräfte überfordert, die uns zur Verfügung stehen. Ansonsten ist es ein Kennzeichen
des Lebens, dass wir aus unserer Umgebung Energie aufnehmen und sie
hauptsächlich einsetzen, um uns ununterbrochen zu bewegen.
Ein Gegenstand kommt in Bewegung, wenn eine äußere Kraft auf ihn wirkt. Diese
Kraft kann in derselben Richtung als Stoß (Druck, Impuls) oder als Zug auf ihn wirken.
Im Gegensatz dazu zeichnen sich Lebewesen dadurch aus, dass sie auf äußere Zug-
und Druckkräfte reagieren, indem sie aus eigenem Antrieb ihre innere Anstrengung
verändern.
Kinaesthetics unterscheidet mit den Begriffen „Ziehen“ und „Drücken“ zwei
unterschiedlich erfahrbare Anstrengungsarten, welche die wechselseitigen
Kraftrichtungen der Körperteile zueinander betreffen. Die Begriffe „Ziehen“ und
„Drücken“ bezeichnen die innere Eigenaktivität und grenzen diese
Anstrengungsarten von äußeren Zug- und Druckkräften ab.
Eine Kraft, die beständig und mit einer konstanten Richtung auf unseren Körper wirkt,
ist die Schwerkraft. Wir begegnen dieser Krafteinwirkung dadurch, dass wir – solange
wir leben – die Anstrengung regulieren, welche die Organisation des Gewichtes
unserer Körperteile in der Schwerkraft verlangt.
Im Rahmen der „Bewegungselemente“ (Konzept Interaktion) wurde in Kapitel 1.2.
auf den engen Zusammenhang zwischen Bewegung und Anstrengung hingewiesen.
Dabei standen die Unterscheidung zwischen innerer und äußerer Anstrengung und
der quantitative Aspekt der inneren Anstrengung im Vordergrund.
Das Konzept Anstrengung richtet die Aufmerksamkeit auf die Erfahrung der
unterschiedlichen Qualitäten von „Ziehen“ und „Drücken“ im Körper und damit auf
die Erfahrung des komplexen Zusammenspiels dieser beiden Anstrengungsarten.
Konzepticons-mit-kreis 411.png




4.1. Ziehen und Drücken“



2 Ausgewählte weiterführende Literatur

  • Asmussen-Clausen, Maren (2009): Praxisbuch Kinaesthetics. Erfahrungen zur individuellen Bewegungsunterstützung auf Basis der Kinästhetik. 2. Auflage. München, Jena: Elsevier, Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-27570-8. S. 46 ff, S. 68.
  • Hatch, Frank; Maietta, Lenny (2003): Kinästhetik. Gesundheitsentwicklung und menschliche Aktivitäten. Übersetzung: Ute Villwock, Elisabeth Brock. 2., komplett überarbeitete Auflage. München, Jena: Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-31467-4. S. 56 f., S. 73 f.
  • Maietta, Lenny; Hatch, Frank (2011): Kinaesthetics Infant Handling. Originalmanuskript aus dem Amerikanischen von Ute Villwock. 2., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Bern [u. a.]: Hans Huber. ISBN 978-3-456-84987-4. S. 105 ff.

3 Vergleiche auch