Projekt Konzeptsystembuch 05: 1.2. Bewegungselemente

Status mit Fachliteratur angelegt
AutorIn/RedakteurIn N. N./Dagmar Panzer
Letzte Änderung 18.08.2020


Hinweis:
Dieser Artikel wird im Rahmen des Projektes „Konzeptsystembuch-Umfrage“ des Ressourcenpools Curriculum und Forschung der European Kinaesthetics Association (EKA) veröffentlicht. Die Absicht ist, dass zum untenstehenden Zitat auf der zugehörigen Diskussionsseite Projekt Konzeptsystembuch 05: 1.2. Bewegungselemente offene Fragen, unterschiedliche Verständnisse, Weiterentwicklungsbedarf usw. umfassend gesammelt und diskutiert werden. Diese offene Umfrage bzw. Diskussion dauert ein Jahr. Deshalb ist dieser Artikel in dieser Form nur bis August 2021 im KOFL sichtbar.

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1 „1.2. Bewegungselemente

Während seines ganzen Lebens ist der Mensch damit beschäftigt, das Gewicht seiner
Körperteile in der Schwerkraft zu „organisieren“. Diese meist unbewusste Tätigkeit
besteht aus Veränderungen der räumlichen Beziehung der Körperteile zueinander
und aus dem Einsatz von Anstrengung und Zeit. Jeder hat seine individuelle Art,
diese Faktoren einzusetzen. Die Unterschiede, die sich aus den verschiedenen
Ausführungen einer Aktivität ergeben, sind immer Unterschiede in Raum, Zeit und
Anstrengung. Aus diesen Gründen nennt Kinaesthetics diese drei Größen
„Bewegungselemente“. Sie gehören unabdingbar zu jeder Bewegung, spielen
immer zusammen und beeinflussen sich gegenseitig.
Die folgende Tabelle unterscheidet zwischen inneren und äußeren Bewegungselementen:
Der innere Raum
Der Bewegungsraum im
Körper. Durch die Größe der
Knochen, die Spielräume der
Gelenke und die individuelle
Beschaffenheit des
Bindegewebes und der
Muskeln gebildet und
begrenzt.
12-detail-raum.jpg
Der äußere Raum
Der Bewegungsraum
außerhalb des Körpers. Durch
die Beschaffenheit der
Umgebung und durch das
räumliche Verhalten anderer
Lebewesen gebildet.
Die innere Anstrengung
Die körpereigene Spannung
und die individuelle
Muskelkraft (die quantitative
Anstrengung), die ein
Mensch für eine Aktivität
einsetzt.
12-detail-anstrengung.jpg
Die äußere Anstrengung
Die konstante Wirkung der
Schwerkraft, die Muskelkraft
anderer Lebewesen und
weitere Kräfte.
Die innere Zeit
Die individuelle Zeit, die ein
Mensch für eine bestimmte
Aktivität aufwendet.
12-detail-zeit.jpg
Die äußere Zeit
Die Zeit, die einem Menschen
für eine bestimmte Aktivität
von außen vorgegeben wird.


Die räumliche Eigenschaft der Bewegung lässt sich in den Aspekten Richtung,
Entfernung und Reichweite erfahren.
Die zur Anstrengung gehörige Eigenschaft lässt sich anhand von quantitativen
Kraftunterschieden erfahren.
Die zeitliche Eigenschaft der Bewegung ist in den Aspekten Reihenfolge,
Geschwindigkeit und Dauer erfahrbar.


Je differenzierter wir die Bewegungselemente in unserer Bewegung wahrnehmen
können, desto differenzierter wird unsere Fähigkeit, sie an die Anforderungen einer
bestimmten Situation oder an die eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten
anzupassen.
Die Unterscheidung von inneren und äußeren Bewegungselementen ist aus
folgenden Gründen von Interesse: Einerseits besteht eine enge Beziehung zwischen
den willkürlichen Bewegungen des Menschen und seinen unwillkürlichen internen
Lebensprozessen. Die Art und Weise, wie die inneren Bewegungselemente
eingesetzt werden, d. h. die Qualität der eigenen Bewegung, übt einen steuernden
Einfluss auf diese Lebensprozesse aus. Andererseits ist der Mensch auf den
Austausch mit anderen Menschen und seiner Umwelt, d. h. auf die
Auseinandersetzung mit den äußeren Bewegungselementen, angewiesen. Bei einer
Bewegungsinteraktion zwischen zwei Menschen treffen zwei individuelle Arten des
Umgangs mit den Bewegungselementen aufeinander. Die Qualität der Interaktion
wird dabei durch die gegenseitige Anpassungsfähigkeit bestimmt.“

Quelle: European Kinaesthetics Association (Hg.) (2020): Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0. S. 14 f.

2 Ausgewählte weiterführende Literatur

  • Asmussen-Clausen, Maren (2009): Praxisbuch Kinaesthetics. Erfahrungen zur individuellen Bewegungsunterstützung auf Basis der Kinästhetik. 2. Auflage. München, Jena: Elsevier, Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-27570-8. S. 26 ff., S. 175 ff.
  • Hatch, Frank; Maietta, Lenny (2003): Kinästhetik. Gesundheitsentwicklung und menschliche Aktivitäten. Übersetzung: Ute Villwock, Elisabeth Brock. 2., komplett überarbeitete Auflage. München, Jena: Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-31467-4. S. 40 f., 69.
  • Maietta, Lenny; Hatch, Frank (2011): Kinaesthetics Infant Handling. Originalmanuskript aus dem Amerikanischen von Ute Villwock. 2., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Bern [u. a.]: Hans Huber. ISBN 978-3-456-84987-4. S. 70 ff.

3 Vergleiche auch