Projekt Konzeptsystembuch 02: Der Aufbau des Kinaesthetics-Konzeptsystems

Status mit Fachliteratur angelegt
AutorIn/RedakteurIn N. N./Stefan Marty-Teuber
Letzte Änderung 18.08.2020


Hinweis:
Dieser Artikel wird im Rahmen des Projektes „Konzeptsystembuch-Umfrage“ des Ressourcenpools Curriculum und Forschung der European Kinaesthetics Association (EKA) veröffentlicht. Die Absicht ist, dass zum untenstehenden Zitat auf der zugehörigen Diskussionsseite Projekt Konzeptsystembuch 02: Der Aufbau des Kinaesthetics-Konzeptsystems offene Fragen, unterschiedliche Verständnisse, Weiterentwicklungsbedarf usw. umfassend gesammelt und diskutiert werden. Diese offene Umfrage bzw. Diskussion dauert ein Jahr. Deshalb ist dieser Artikel in dieser Form nur bis August 2021 im KOFL sichtbar.

1 „Der Aufbau des Kinaesthetics-Konzeptsystems

Das Kinaesthetics-Konzeptsystem ist ein Werkzeug oder Instrument, das dazu dient,
die eigene Erfahrung aus der Innensicht beobachten und beschreiben zu können.
Im Mittelpunkt des Kinaesthetics-Konzeptsystems stehen alle menschlichen
Aktivitäten. Die sechs Konzepte umfassen verschiedene Blickwinkel, durch die
Aktivitäten differenziert erfahren und analysiert werden können.
Der Aufbau des Konzeptsystems begründet sich folgendermaßen:
1. Konzept Interaktion
Das erste Konzept bildet die Grundlage der folgenden Konzepte. Dabei geht es um
die Sensibilisierung der eigenen Wahrnehmung und besonders der eigenen
Bewegungswahrnehmung. Dies ermöglicht den Zugang zur Erfahrung von
Unterschieden und Interaktionen, die im eigenen Körper und mit anderen Menschen
stattfinden.
2. Konzept Funktionale Anatomie
3. Konzept Menschliche Bewegung
4. Konzept Anstrengung

Diese drei Konzepte bilden durch ihre analytische Betrachtung der menschlichen
Aktivitäten eine gewisse Einheit und bauen aufeinander auf. Sie befassen sich mit
den Fragen:
Wie ist die menschliche Anatomie erfahrbar?
Welche erfahrbaren Aspekte der Bewegung ermöglichen es, dass die Anatomie in
Bewegung kommt?
Welche Arten der Anstrengung sind auf der Grundlage der Anatomie und der
menschlichen Bewegung erfahrbar?
5. Konzept Menschliche Funktion
Als Synthese der vorausgehenden Konzepte bietet dieses Konzept ein
Ordnungssystem für die unüberschaubare Zahl der einzelnen menschlichen
Aktivitäten. Mithilfe dieser Klassifizierung wird es möglich, unterschiedliche
Bewegungsfunktionen voneinander abzugrenzen. Dies ermöglicht, Ordnung in die
eigenen Erfahrungen zu bringen und Aktivitäten durch den Rückgriff auf die
vorausgehenden Konzepte zu analysieren und zu beschreiben.
6. Konzept Umgebung
Das sechste Konzept befasst sich auf der Grundlage der vorausgehenden Konzepte
mit der Wechselbeziehung zwischen den Aktivitäten des Menschen und seiner
Umgebung.“

Quelle: European Kinaesthetics Association (Hg.) (2020): Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0. S. 9.


2 Ausgewählte weiterführende Literatur

  • Asmussen-Clausen, Maren (2009): Praxisbuch Kinaesthetics. Erfahrungen zur individuellen Bewegungsunterstützung auf Basis der Kinästhetik. 2. Auflage. München, Jena: Elsevier, Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-27570-8. S. 19 f.
  • Hatch, Frank; Maietta, Lenny (2003): Kinästhetik. Gesundheitsentwicklung und menschliche Aktivitäten. Übersetzung: Ute Villwock, Elisabeth Brock. 2., komplett überarbeitete Auflage. München, Jena: Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-31467-4. S. 34 ff.
  • Maietta, Lenny; Hatch, Frank (2011): Kinaesthetics Infant Handling. Originalmanuskript aus dem Amerikanischen von Ute Villwock. 2., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Bern [u. a.]: Hans Huber. ISBN 978-3-456-84987-4. S. 62.