Projekt Konzeptsystembuch 16: 4.1. Ziehen und Drücken

Status mit Fachliteratur angelegt
AutorIn/RedakteurIn N. N./Susanne Hoser
Letzte Änderung 17.07.2020


Hinweis:
Dieser Artikel wird im Rahmen des Projektes „Konzeptsystembuch-Umfrage“ des Ressourcenpools Curriculum und Forschung der European Kinaesthetics Association (EKA) veröffentlicht. Die Absicht ist, dass zum untenstehenden Zitat auf der zugehörigen Diskussionsseite Projekt Konzeptsystembuch 16: 4.1. Ziehen und Drücken offene Fragen, unterschiedliche Verständnisse, Weiterentwicklungsbedarf usw. breit und umfassend gesammelt werden. Die Umfrage dauert ein Jahr. Deshalb ist dieser Artikel in dieser Form nur bis August 2021 im KOFL sichtbar.


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1 " 4.1. Ziehen und Drücken

Ziehen
Wir setzen unsere Muskelkraft so ein, dass wir mit einem Körperteil bzw. einer Masse
an einem benachbarten Körperteil bzw. einer Masse ziehen. Die Kraftrichtungen der
beiden Körperteile laufen voneinander weg.
Drücken
Wir setzen unsere Muskelkraft so ein, dass wir mit einem Körperteil bzw. einer Masse
auf einen benachbarten Körperteil bzw. eine Masse drücken. Die Kraftrichtungen der
beiden Körperteile laufen aufeinander zu.


Während der Ausführung einer Aktivität ist gut erfahrbar, wie wir Ziehen oder
Drücken einsetzen, um mit unseren Massen das Gewicht benachbarter Massen in
Bewegung zu bringen. In der Regel spielen dabei die Extremitäten eine besonders
aktive Rolle.
Wir können auch die Umgebung nutzen, um unsere Körperteile aneinander ziehen
oder aufeinander drücken zu lassen, indem wir uns z. B. an etwas hochziehen oder
uns auf etwas stützen.
Im Verlauf einer Aktivität lässt sich ein vielfältiges Spiel von Ziehen und Drücken
zwischen den Körperteilen erfahren. Es zeigt sich in einem ständig wechselnden Auf-
und Abbau von Muskelspannung im ganzen Körper. Man kann in diesem Sinne von
einem dynamischen Spannungsnetz sprechen, das sich während einer Aktivität
fortlaufend neu gestaltet.
Je präziser wir das Wechselspiel von Ziehen und Drücken in Zeit, Raum und
Quantität koordinieren, desto weniger Kraftaufwand ist nötig, um eine Aktivität
auszuführen.
Das Spannungsnetz von Ziehen und Drücken kann nur von innen heraus durch
eigene Anstrengung auf- und abgebaut werden. Wenn die Kraft eines anderen
Menschen in Form von Zug oder Druck auf jemanden einwirkt, führt dies bei beiden
Beteiligten zu einer Veränderung des inneren Spannungsnetzes. Diese Veränderung
kann für die Ausführung einer Aktivität förderlich, aber auch hinderlich sein.
Beim Konzept Anstrengung zeigt sich besonders deutlich, dass jede Einzelbewegung
eine Auswirkung auf den ganzen Körper hat und ebenso wie sehr dieser ein
organisches Ganzes ist."

2 Ausgewählte weiterführende Literatur

  • Asmussen-Clausen, Maren (2009): Praxisbuch Kinaesthetics. Erfahrungen zur individuellen Bewegungsunterstützung auf Basis der Kinästhetik. 2. Auflage. München, Jena: Elsevier, Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-27570-8. S. 46 ff, S. 68.
  • Hatch, Frank; Maietta, Lenny (2003): Kinästhetik. Gesundheitsentwicklung und menschliche Aktivitäten. Übersetzung: Ute Villwock, Elisabeth Brock. 2., komplett überarbeitete Auflage. München, Jena: Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-31467-4. S. 56 f, S. 73 f, S. 90, S. 135.
  • Maietta, Lenny; Hatch, Frank (2011): Kinaesthetics Infant Handling. Originalmanuskript aus dem Amerikanischen von Ute Villwock. 2., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Bern [u. a.]: Hans Huber. ISBN 978-3-456-84987-4. S. 105 ff.

3 Vergleiche auch