KOFL:Projekt Konzeptsystembuch 10: 2.3. Haltungsbewegungsebenen und Transportbewegungsebenen: Unterschied zwischen den Versionen

(Weiterführende Literatur und Medien)
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Quelle: '''European Kinaesthetics Association (Hg.) (2020):''' Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0. S. 22ff.
 
Quelle: '''European Kinaesthetics Association (Hg.) (2020):''' Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0. S. 22ff.
 
== Weiterführende Literatur und Medien ==
 
* '''Asmussen-Clausen, Maren (2009):''' Praxisbuch Kinaesthetics. Erfahrungen zur individuellen Bewegungsunterstützung auf Basis der Kinästhetik. 2. Auflage. München, Jena: Elsevier, Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-27570-8. S. x
 
* '''Hatch, Frank; Maietta, Lenny (2003):''' Kinästhetik. Gesundheitsentwicklung und menschliche Aktivitäten. Übersetzung: Ute Villwock, Elisabeth Brock. 2., komplett überarbeitete Auflage. München, Jena: Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-31467-4. S. x
 
* '''Maietta, Lenny; Hatch, Frank (2011):''' Kinaesthetics Infant Handling. Originalmanuskript aus dem Amerikanischen von Ute Villwock. 2., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Bern [u. a.]: Hans Huber. ISBN 978-3-456-84987-4. S. x
 
  
 
== Vergleiche auch ==
 
== Vergleiche auch ==

Version vom 18. Juni 2020, 05:20 Uhr

Status mit Fachliteratur angelegt
AutorIn/RedakteurIn N. N./Lutz Zierbeck
Letzte Änderung 18.06.2020


Hinweis:
Dieser Artikel wird im Rahmen des Projektes „Konzeptsystembuch-Umfrage“ des Ressourcenpools Curriculum und Forschung der European Kinaesthetics Association (EKA) veröffentlicht. Die Absicht ist, dass zum untenstehenden Zitat auf der zugehörigen Diskussionsseite Projekt Konzeptsystembuch 10: 2.3. Haltungsbewegungsebenen und Transportbewegungsebenen offene Fragen, unterschiedliche Verständnisse, Weiterentwicklungsbedarf usw. breit und umfassend gesammelt werden. Das Projekt dauert ein Jahr. Deshalb ist dieser Artikel in dieser Form nur bis Oktober 2021 im KOFL sichtbar.

1 „2.3. Haltungsbewegungsebenen und Transportbewegungsebenen*

Die knöcherne und stabile Struktur der einzelnen Massen ist durch Gelenk unterteilt. Viele Gelenke sind als solche aber nur undifferenziert erfahrbar. Wenn man z. B. den Fuß in seinem ganzen Spielraum bewegt, lässt sich schlecht erfahren, welche der vielen Gelenke des Fußes genau an der Bewegung beteiligt sind. Gut erfahrbar ist hingegen ein Muster, das sich in einem regelmäßigen Wechsel zwischen stabileren und instabileren Bewegungsebenen durch den ganzen Körper zieht.
Die fortlaufende Kombination von eingeschränkteren und uneingeschränkteren Ebenen führt dazu, dass uns grundsätzlich unendlich viele Bewegungsmöglichkeiten oder -varianten zur Ausführung einer Aktivität offenstehen.
Kinaesthetics bezeichnet die stabileren Bewegungsebenen als „Haltungsbewegungsebenen“, die instabileren als „Transportbewegungsebenen“.
Haltungsbewegungsebenen
(z. B. Ellbogen, Knie)
Auf diesen Bewegungsebenen ermöglicht die Anatomie eine Bewegung, die man als Vor- und Rückwärtsbewegung, zweidimensionale oder scharnierartige Bewegung um eine Achse bezeichnen kann. Auf den Haltungsbewegungsebenen steht uns ein klar eingeschränkter Spielraum für Varianten der räumlichen Beziehung zwischen den benachbarten Körperteilen zur Verfügung. Diese Bewegungsebenen sind als relativ stabil erfahrbar. Die Extremitäten sowie die zentralen Massen Kopf und Becken beginnen in ihrer Peripherie mit Haltungsbewegungsebenen.“
Transportbewegungsebenen
(z. B. Zwischenräume)
Auf diesen Bewegungsebenen ermöglicht die Anatomie eine Bewegung in viele Richtungen. Diese kann auch als dreidimensionale oder kugelgelenkartige Bewegung bezeichnet werden. Auf den Transportbewegungsebenen steht uns ein großer Spielraum für Varianten der räumlichen Beziehung zwischen den benachbarten Körperteilen zur Verfügung. Diese Bewegungsebenen sind als relativ instabil erfahrbar.


Transportbewegungsebenen
(z. B. Zwischenräume)
Auf diesen Bewegungsebenen ermöglicht die Anatomie eine Bewegung in viele Richtungen. Diese kann auch als dreidimensionale oder kugelgelenkartige Bewegung bezeichnet werden. Auf den Transportbewegungsebenen steht uns ein großer Spielraum für Varianten der räumlichen Beziehung zwischen den benachbarten Körperteilen zur Verfügung. Diese Bewegungsebenen sind als relativ instabil erfahrbar.“
* Die mit diesem Unterthema zusammenhängenden Haltungs- und Transportbewegungen werden in Kapitel 3.1. erläutert.


Die folgende Tabelle zeigt das Muster des regelmäßigen Wechsels von Haltungsbewegungs- und Transportbewegungsebenen in einem vollständigen Durchgang durch das menschliche Skelett auf:
Haltung 1.jpg
Kopf:
Bereits beim Kopf lassen sich die beiden
Bewegungsebenen erfahren: Die Schädel-Kalotten sind
als stabil erfahrbar. Auf der Ebene des Kiefers ist
Instabilität erfahrbar. Auf der Ebene, wo der Kopf auf
dem Hals sitzt, ist Stabilität erfahrbar.

Hals:
Die sieben Halswirbel ermöglichen eine Bewegung in
viele Richtungen. Diese Ebene ist als instabil erfahrbar.
Haltung 2.jpg
Brustkorb:
Die kleine Vor- und Rückwärtsbewegung innerhalb des
Brustbeins, die Beuge- und Streckbewegung der zwölf
Brustwirbel und die einfache (auf einer Ebene
stattfindende) Drehbewegung der Brustwirbel lassen uns
den Brustkorb als relativ stabil erfahren.

Taille:
Auf der Ebene der fünf Lendenwirbel ist in der Taille
eine Bewegung in viele Richtungen möglich. Die Ebene
ist als instabil erfahrbar.

Becken:
Auf der Ebene des Beckens bieten die Iliosakralgelenke
und die Schambeinfuge nur beschränkte
Bewegungsmöglichkeiten in eine Richtung. Die Ebene
lässt sich als stabil erfahren.

Hueftgelenk.jpg
Leiste:
Hüftgelenkskopf und -pfanne ermöglichen eine
Bewegung in viele Richtungen. Diese Ebene ist als
instabil erfahrbar.
Knie sprung unter.jpg
Knie:
Auf dieser Ebene sind hauptsächlich Vor-und
Rückwärtsbewegungen möglich. Sie ist als stabil
erfahrbar.

Unterschenkel:
Im Unterschenkel ist eine Drehbewegung möglich. Die
Ebene ist als instabil erfahrbar.

Fußknöchel:
Zwischen Knöchelgabel und Sprungbein ist nur eine Vor- und
Rückwärtsbewegung möglich. Dadurch ist hier eine
stabile Ebene erfahrbar.
Mittel ballen zehen.jpg
Fußwurzel:
Zwischen dem Sprungbein und den verschiedenen
Fußwurzelknochen ist eine Bewegung in viele
Richtungen möglich. Diese Ebene lässt sich als instabil
erfahren.

Mittelfuß:
Zwischen Fußwurzelknochen und Mittelfußknochen ist
nur eine Vor- und Rückwärtsbewegung möglich. Diese
Ebene lässt sich als stabil erfahren.

Fußballen:
In den Zehengrundgelenken ist eine Bewegung in viele
Richtungen möglich. Diese Ebene lässt sich als instabil
erfahren.

Zehen:
Hier ist nur eine Vor- und Rückwärtsbewegung möglich.
Die Ebene ist als stabil erfahrbar.
Brust Schulter Ellenbogen.jpg
Schultergürtel:
Der Schultergürtel, gebildet aus Schulterblatt und
Schlüsselbein, ist aus funktionaler Sicht der oberste Teil
des Armes. Er ist mit dem Brustkorb über das Brustbein
verbunden. Die Beziehung zwischen Schulterblatt,
Schlüsselbein und Oberarmknochen lässt sich als
instabilste Bewegungsebene des menschlichen Körpers
erfahren. Allerdings gibt es auch einen stabilen Punkt an
der Schulterspitze bei der Verbindung zwischen
Schulterblatt und Schlüsselbein.

Ellbogen:
Im Ellbogen ist nur eine Vor- und Rückwärtsbewegung
möglich. Diese Ebene lässt sich als stabil erfahren.
Unter hand.jpg
Unterarm:
Die Speiche dreht sich um die Elle. Diese Ebene ist als
instabil erfahrbar.

Handgelenk:
Auf dieser Ebene sind hauptsächlich Vor- und
Rückwärtsbewegungen möglich. Sie ist als stabil
erfahrbar.

Handwurzel:
Zwischen den acht Handwurzelknochen ist eine
Bewegung in viele Richtungen möglich. Diese Ebene ist
als instabil erfahrbar.
Mittelfinger.jpg
Mittelhand:
Die Mittelhandknochen können ähnlich wie die
Mittelfußknochen nur vorwärts und rückwärts bewegt
werden, sodass sich diese Ebene als stabil erfahren lässt.

Fingeransatz:
Hier können die Finger in viele Richtungen bewegt
werden. Diese Ebene ist als instabil erfahrbar.

Finger:
In den Fingergelenken ist nur eine Vor- und
Rückwärtsbewegung möglich. Diese Ebene ist als stabil
erfahrbar."



Quelle: European Kinaesthetics Association (Hg.) (2020): Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0. S. 22ff.

2 Vergleiche auch