KOFL:Projekt Konzeptsystembuch 01: Einleitung: Unterschied zwischen den Versionen

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Quelle: '''European Kinaesthetics Association (Hg.) (2020):''' Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0. S. 7 f.
 
Quelle: '''European Kinaesthetics Association (Hg.) (2020):''' Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0. S. 7 f.
  
== Weiterführende Literatur und Medien ==
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== Ausgewählte weiterführende Literatur ==
 
* '''Asmussen-Clausen, Maren (2009):''' Praxisbuch Kinaesthetics. Erfahrungen zur individuellen Bewegungsunterstützung auf Basis der Kinästhetik. 2. Auflage. München, Jena: Elsevier, Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-27570-8. S. 3 ff.
 
* '''Asmussen-Clausen, Maren (2009):''' Praxisbuch Kinaesthetics. Erfahrungen zur individuellen Bewegungsunterstützung auf Basis der Kinästhetik. 2. Auflage. München, Jena: Elsevier, Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-27570-8. S. 3 ff.
 
* '''Hatch, Frank; Maietta, Lenny (2003):''' Kinästhetik. Gesundheitsentwicklung und menschliche Aktivitäten. Übersetzung: Ute Villwock, Elisabeth Brock. 2., komplett überarbeitete Auflage. München, Jena: Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-31467-4. S. 197 ff.
 
* '''Hatch, Frank; Maietta, Lenny (2003):''' Kinästhetik. Gesundheitsentwicklung und menschliche Aktivitäten. Übersetzung: Ute Villwock, Elisabeth Brock. 2., komplett überarbeitete Auflage. München, Jena: Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-31467-4. S. 197 ff.

Aktuelle Version vom 13. Juli 2020, 15:32 Uhr

Status mit Fachliteratur angelegt
AutorIn/RedakteurIn N. N./Stefan Marty-Teuber
Letzte Änderung 13.07.2020


Hinweis:
Dieser Artikel wird im Rahmen des Projektes „Konzeptsystembuch-Umfrage“ des Ressourcenpools Curriculum und Forschung der European Kinaesthetics Association (EKA) veröffentlicht. Die Absicht ist, dass zum untenstehenden Zitat auf der zugehörigen Diskussionsseite Projekt Konzeptsystembuch 01: Einleitung offene Fragen, unterschiedliche Verständnisse, Weiterentwicklungsbedarf usw. breit und umfassend gesammelt werden. Die Umfrage dauert ein Jahr. Deshalb ist dieser Artikel in dieser Form nur bis August 2021 im KOFL sichtbar.

1 „Einleitung

Die Ausgangsfragen von Kinaesthetics sind: „Wie ‚funktioniert‘ der Mensch? Wie
steuert er sein ganzes Verhalten? Wie kann er seine eigenen Lernprozesse und seine
Gesundheitsentwicklung aktiv gestalten und beeinflussen?“ Auf dem Hintergrund
dieser Fragen interessiert sich Kinaesthetics für die Bewegung und die
Bewegungswahrnehmung des Menschen, die zwischenmenschliche Interaktion und
die grundsätzliche Bedeutung der Bewegung für das Leben.
Kinaesthetics beruht im Wesentlichen auf zwei Grundlagen: Die wissenschaftlichen
Grundlagen von Kinaesthetics bilden die Kybernetik, die Forschungen des
Verhaltenskybernetikers K. U. Smith, die von F. J. Varela und H. Maturana geprägte
Richtung der Neurobiologie und aktuelle Forschungen aus verwandten Gebieten.
Die Kybernetik entstand in den Vierzigerjahren des 20. Jahrhunderts in Amerika aus der
Zusammenarbeit von WissenschaftlerInnen verschiedenster Richtungen. Im
Zentrum ihrer Forschungen stand die Untersuchung und Beschreibung von
Regulations- oder Steuerungsprozessen. Ihre Erkenntnisse hatten einerseits einen
enormen Einfluss auf die Entwicklung von Steuerungssystemen, die in der heutigen
Technik sehr verbreitet zur Anwendung kommen. Andererseits beeinflussten sie
verschiedene Gebiete der gesamten wissenschaftlichen Forschung.
Ein zentrales Element der Kybernetik ist die Theorie der zirkulären Selbststeuerung
durch Rückkoppelung (Feedback). Sie liefert ein Modell für die Beschreibung von
Regulations- und Steuerungsprozessen in Systemen. KybernetikerInnen und
NeurobiologInnen übertrugen dieses Modell auf Lebewesen und befassten sich mit
Feedbackprozessen innerhalb von lebenden Systemen. Aus solchen Forschungen
entwickelte der Verhaltenskybernetiker K. U. Smith die „Feedback Control Theory“
(Rückkoppelungs-Kontroll-Theorie). Es zeigte sich, dass Lebewesen ihre
Lebensprozesse von innen heraus regulieren und steuern (Selbstregulation).
Entsprechend geht Kinaesthetics davon aus, dass der Mensch seine Gesundheits-
und Lernprozesse als Feedbackprozesse von innen heraus reguliert und dass die
Bewegungskompetenz in der Steuerung dieser Prozesse eine zentrale Rolle spielt.
Die zweite Grundlage von Kinaesthetics ist die direkte Wahrnehmung und Erfahrung
der eigenen Bewegung. Dementsprechend beschreibt das vorliegende
„Konzeptsystem“ verschiedene Blickwinkel, durch die unterschiedliche
Bewegungsaspekte von menschlichen Aktivitäten im eigenen Körper systematisch
erfahren, beobachtet und analysiert werden können.
Man kann diese Art von Wissenserwerb mit F. J. Varela eine „Erste-Person-Methode“
(„First Person Method“) oder eine „Innensicht, Innenperspektive“ („View from
Within“) nennen. Die Begriffe bezeichnen den Zugang zu Wissen durch die
Erfahrung an der eigenen Person (ich) gegenüber einem rein intellektuellen,
„objektiven“ Wissenserwerb.
Kinaesthetics legt großen Wert auf das Forschen und Lernen durch
Bewegungserfahrungen. Da das daraus entstehende Verständnis und Wissen auf der
Innensicht und der Eigenerfahrung beruht, ist es direkt mit der eigenen Bewegungs-
und Handlungskompetenz verknüpft. Die Wirkung zeigt sich im Tun.
Seit über 20 Jahren tauschen unzählige KursteilnehmerInnen und
Kinaesthetics-TrainerInnen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus. Dieser
„Feldforschungsprozess“, der mit den Begründern von Kinaesthetics, F. Hatch und
L. Maietta, begann und sich bis heute fortsetzt, hat die einzelnen Inhalte und
Differenzierungen des Konzeptsystems ergeben. Er führte auch zu einem
Kinaesthetics-Curriculum, das ein umfassendes und breit gefächertes
Bildungsangebot darstellt.“
Konzeptsystem-s-w DE.png

Quelle: European Kinaesthetics Association (Hg.) (2020): Kinaesthetics. Konzeptsystem. Linz, Winterthur: Verlag European Kinaesthetics Association. ISBN 978-3-903180-00-0. S. 7 f.

2 Ausgewählte weiterführende Literatur

  • Asmussen-Clausen, Maren (2009): Praxisbuch Kinaesthetics. Erfahrungen zur individuellen Bewegungsunterstützung auf Basis der Kinästhetik. 2. Auflage. München, Jena: Elsevier, Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-27570-8. S. 3 ff.
  • Hatch, Frank; Maietta, Lenny (2003): Kinästhetik. Gesundheitsentwicklung und menschliche Aktivitäten. Übersetzung: Ute Villwock, Elisabeth Brock. 2., komplett überarbeitete Auflage. München, Jena: Urban und Fischer. ISBN 978-3-437-31467-4. S. 197 ff.
  • Maietta, Lenny; Hatch, Frank (2011): Kinaesthetics Infant Handling. Originalmanuskript aus dem Amerikanischen von Ute Villwock. 2., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Bern [u. a.]: Hans Huber. ISBN 978-3-456-84987-4. S. 157 f.

3 Vergleiche auch

Kinästhetik (Begriff)