Bewegungselemente

Status geplant (bestehende EKA-Texte)
AutorIn/RedakteurIn Dagmar Panzer/ Susanne Hoser
Letzte Änderung 26.08.2017


1 Zusammenfassung

2 Zum Begriff

Element das; -[e]s〈lat.〉: 1. Grundbestandteil, Komponente; typisches Merkmal, Wesenszug [1] in Bezug auf eine Bewegung Hier handelt es sich um einen kinästhetischen Fachbegriff.

2.1 Aktuelle Verwendung

Im Kinaesthetics Konzeptsystem im 1. Konzept Interaktion bildet Bewegungselemente neben Sinne und Interaktionsformen ein Unterkonzept.[2]

2.2 Historie

1996 Zeit, Raum und Kraftaufwand [3]

1998 Kommunikation und Bewegungselemente [4]

3 Bewegungselemente

3.1 Definition

Die Aspekte von Bewegung, die wir über das sensorische System wahrnehmen können, lassen sich in drei beschreibbare Größen unterteilen, Zeit, Raum und Anstrengung. Sie bilden die Grundlage jeder Bewegung und beeinflussen sich im Zusammenspiel in direkter Weise gegenseitig.

Bewegungselemente Zeit - Raum - Anstrengung

Der Teilaspekt von Anstrengung wird im Konzeptsystem noch einmal genauer betrachtet. Im Zusammenhang der Bewegungselemente geht es um die quantitativen Aspekte von Anstrengung. Um die Beschreibung erfahrbarer qualitativer Unterschiede geht es in dem separaten Kinaesthetics Konzept Anstrengung,

3.2 Organisation in der Schwerkraft

Wie wir unser Gewicht in der Schwerkraft organisieren findet häufig unbewusst statt. Für jeden Menschen direkt erfahrbar und für sich beobachtbar sind beispielsweise Unterschiede wie groß - klein, viel – wenig, schnell – langsam. [5]Durch das bewusste Wahrnehmen wie unterschiedlich wir Zeit, Raum und Anstrengung einsetzen, können wir uns an neue Situationen oder Interaktionen immer wieder neu anpassen.

3.3 Hauptteil

In der Kinästhetik wird unterschieden zwischen inneren und äußeren Bewegungselementen. Die anatomischen Strukturen bilden den inneren Raum, die individuell benutzte Muskelanspannung die innere Anstrengung und die persönliche Geschwindigkeit bestimmt die innere Zeit. Im Gegensatz dazu stellt unsere direkte Umgebung den äußeren Raum, der Einfluss der Schwerkraft, oder die Kraftausübung anderer Lebewesen, oder Dingen die äußere Anstrengung und Vorgabe einer bestimmten Dauer die äußere Zeit dar.

Es besteht ein enger Zusammenhang von willkürlichen Bewegungen und unwillkürlichen, vitalen Prozessen. Für die Qualität der eigenen Bewegung und ihre Auswirkung auf Prozesse innerhalb des Körpers kommt es darauf an wie genau ein Mensch die Steuerung seiner inneren Bewegungselemente übernehmen kann.

Die Steuerung und Anpassung der äußeren Bewegungselemente findet ständig im Kontakt mit der Umwelt, mit der Umgebung und anderen Menschen und Lebewesen statt. Die Art und Weise wie die Bewegungselemente im Zusammenspiel mit anderen Menschen koordiniert werden findet ihre Beschreibung in den Interaktionsformen.

Bei einer Bewegungsinteraktion zwischen zwei Menschen treffen zwei individuelle Arten des Umgangs mit den Bewegungselementen aufeinander. Die Qualität der Interaktion wird dabei durch die gegenseitige Anpassungsfähigkeit bestimmt. Während wir als Gesunde unsere Bewegungselemente der jeweiligen Herausforderung anpassen können, brauchen Pflegebedürftige hierbei Unterstützung. Dabei nehmen professionell Pflegende eine wichtige Rolle ein. [6]


4 Erfahrungsberichte

In Erfahrungsberichten über die Arbeit mit Menschen mit Demenz finden sich folgende Beschreibungen zu den Bewegungselementen: "Die Bewegungselemente Zeit, Raum und Anstrengung sind ein sehr gutes Werkzeug. Oft dauert es ein bisschen länger, bis eine Antwort kommt. In der Kommunikation brauchen sie mehr Zeit, um zu reagieren. Ähnlich ist es auch beim Essen und Trinken. Oft müssen sich diese Menschen erst überlegen, wofür die Gabel oder der Löffel gut ist. Wenn man ihnen dafür keine Zeit einräumt, dann funktioniert es einfach nicht."

"Je mehr sich die Bediensteten gegen seinen Griff wehrten, desto aggressiver wurde K. Deshalb ließ ich jedes Mal, wenn er mich packte, einfach locker. Seine Reaktion bestätigte meine Annahme, dass in diesem Fall Druck Gegendruck erzeugt."

"Der innere Raum wird tendenziell enger. Die Anstrengung steigt. Die Aktivitäten werden tendenziell schneller und schwunghaft. Die Anpassungsmöglichkeit von Zeit, Raum und Anstrengung beginnt sich bereits im Frühstadium der Erkrankung einzuschränken. Das behindert die gesamte Wahrnehmungsfähigkeit."[5] [7]

Weiter Beschreibungen der Bewegungselemente finden sich im Zusammenhang mit Erfahrungen mit einem schwerbehinderten Jungen. " Die angemessene Koordination von Zeit, Raum und Anstrengung in seinem Körper ist für ihn fast nicht möglich. So strengt er sich z. B. entweder enorm an oder liegt völlig spannungslos da." [6] [8] Interaktionsformen

5 Weiterführende Literatur und Medien

  • Asmussen-Clausen, Maren (2009): “Praxisbuch Kinaesthetics“ 2. Auflage. Urban & Fischer in Elsevier, München. ISBN 978-3-437-27571-5
  • Name, Vorname; Name, Vorname (Jahr): Titel. Untertitel. x. Auflage. Verlag, Ort. ISBN.
  • Name, Vorname; Name, Vorname (Jahr)(Hrsg.): Titel (= Reihe. Bd. x). x. Auflage. Verlag, Ort. ISBN.
  • Name, Vorname; Name, Vorname(Jahr): Titel. In: Name, Vorname (Hrsg.): Sammelwerk (= Reihe. Bd. x). Verlag, Ort. S. X–Y.
  • Name, Vorname; Name, Vorname (Jahr): Titel. Untertitel. In: Zeitschrift. Nr./Jahrgang. ISSN. S. X–Y.

6 Weiterführende Weblinks

Weblink

7 Vergleiche auch

Artikel

8 Einzelnachweise

  1. DUDEN, Band 5; (2001): "Das Fremdwörterbuch" 7., Auflage. Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim. ISBN 3-411-04057-2. S.261
  2. Kinaesthetics Konzeptsystem Auflage 2017, EKA. ISBN 978-3-903180-00-0, S.11
  3. Hatch, Frank; Maietta, Lenny; Schmidt, Suzanne (1992): "Kinästhetik". 1.Auflage. DBfK-Verlag, Eschborn.ISBN 3-927944-02-5
  4. Dr. Lenny Maietta; Dr. Frank Hatch; Heidi Bauder (1998): Kinästhetik in der Pflege Aufbaukurs
  5. Kinaesthetics, 2017, EKA, Lernen und Bewegungskompetenz, ISBN 978-3-903180-01-7, S.57
  6. Hatch/ Maietta, Kinästhetik (1999): "Gesundheitsentwicklung und menschliche Funktionen" 1.Auflage. Ullstein Medical, Wiesbaden. ISBN 3-86126-637-7, S. 34
  7. Linktext, zusätzlicher Text.
  8. Linktext, zusätzlicher Text.
  • [1] DUDEN, Band 5; (2001): "Das Fremdwörterbuch" 7., Auflage. Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim. ISBN 3-411-04057-2. S.261
  • [2]Kinaesthetics Konzeptsystem Auflage 2017, EKA. ISBN 978-3-903180-00-0, S.11
  • [3]Kinaesthetics, 2017, EKA, Lernen und Bewegungskompetenz, ISBN 978-3-903180-01-7, S.57
  • [4]Hatch/ Maietta, Kinästhetik (1999): "Gesundheitsentwicklung und menschliche Funktionen" 1.Auflage. Ullstein Medical, Wiesbaden. ISBN 3-86126-637-7, S. 34
  • [5]Serie „Leben mit Demenz“ Teil 2, Zeitschrift lebensqualität, Sonderausgabe Kinaesthetics und Demenz, 2017, stiftung lebensqualität, Nordring 20, CH-8854 Siebnen, S.12, 15, 27
  • [6]Zeitschrift lebensqualität, Sonderausgabe Aufbaukurs „Kinaesthetics in der Pflege“, 2017, stiftung lebensqualität, Nordring 20, CH-8854 Siebnen, S.4
  • [7]Hatch, Frank; Maietta, Lenny; Schmidt, Suzanne (1992): "Kinästhetik". 1.Auflage. DBfK-Verlag, Eschborn.ISBN 3-927944-02-5
  • [8] Dr. Lenny Maietta; Dr. Frank Hatch; Heidi Bauder (1998): Kinästhetik in der Pflege Aufbaukurs

Arbeitsbuch. Institut für Kinästhetik IfK AG, Zollrain 2, CH-5000 Aarau