Anstrengung

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Status in Bearbeitung
AutorIn/RedakteurIn Susanne Hoser/Stefan Marty-Teuber
Letzte Änderung 18.03.2017


1 Zusammenfassung

2 Zum Begriff

2.1 Aktuelle Verwendung

Unter Anstrengung wird allgemein (Duden) Bemühung, Kraftaufwand, Einsatz (für ein Ziel) verstanden. Anstrengung (Wikipedia) beschreibt die willentliche Erhöhung der normalen Aktivität zur Erreichung eines Zieles. Anstrengung besteht aus motorischen und psychischen Anteilen. In Wirtschaft und (Arbeits-)Psychologie wird Anstrengung in Belastung, objektive, von außen auf den Menschen einwirkende Faktoren und Beanspruchung, subjektive Folgen dieser Belastungen, unterschieden. Als Kinaesthetics-Fachbegriff wird Anstrengung eher im Sinne des physikalisch-mechanischen Begriffes Kraft nach Newton benutzt: Dabei definierte er Kraft als zeitliche Änderung des Impulses und identifizierte sie als Ursache für jede Veränderung des Bewegungszustandes eines Körpers. Außerdem erkannte er, dass jeder Körper, der auf einen anderen eine Kraft ausübt, von diesem eine entgegen gerichtete, gleich große Reaktionskraft erfährt.



2.2 Herkunft

Kraft (ur-germanisch): Muskelanspannung

3 Hauptteil

Anstrengung: Anstrengung (kin.) unterscheidet die unterschiedlichen Kräfte, die Einfluss auf Bewegung haben. Es werden quantitative und qualitative Unterschiede und Kräfte, die von innen und von außen auf den Menschen einwirken, unterschieden. (Grafik?) Im Konzeptsystem wird Anstrengung im Konzept Interaktion, Unterthema Bewegungselemente: Raum, Zeit, Anstrengung und im Konzept Anstrengung: Ziehen und Drücken, beschrieben. Im Konzept Interaktion macht die Menge (Quantität) der inneren und äußeren Anstrengung den Unterschied für die Bewegungsqualität aus. Im Konzept Anstrengung macht die Qualität des Wechselspieles zwischen Ziehen und Drücken zwischen Körperteilen den Unterschied für die Bewegungsqualität aus.

Bewegungselement Anstrengung:

Eine Kraft, die beständig und mit einer konstanten Richtung auf unseren Körper wirkt, ist die Schwerkraft. Wir begegnen dieser Krafteinwirkung dadurch, dass wir – solange wir leben – die Anstrengung regulieren, welche die Organisation des Gewichtes unserer Körperteile in der Schwerkraft verlangt. Diese meist unbewusste Tätigkeit besteht aus Veränderungen der räumlichen Beziehung der Körperteile zueinander und aus dem Einsatz von Anstrengung und aus dem Einsatz von Zeit. Kinaesthetics nennt diese drei Größen „Bewegungselemente“. Sie gehören unabdingbar zu jeder Bewegung, spielen immer zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Es werden innere und äußere Aspekte der Bewegungselemente unterschieden: Die innere Anstrengung bezeichnet die Menge der körpereigenen Muskelspannung und die individuelle Muskelkraft die ein Mensch für eine Aktivität einsetzt. Die äußere Anstrengung bezeichnet besonders die konstante Wirkung der Schwerkraft und die von anderen Körpern ausgehenden Kräfte. Die zu einer Bewegung benötigte Anstrengung ist als mehr oder weniger Muskelanspannung erfahrbar.

Selbstregulation

Je differenzierter Anstrengung in der Bewegung wahrnehmen werden kann, desto differenzierter wird die Fähigkeit, sie an die Anforderungen der Situation und die eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten anzupassen. Das hat Auswirkungen auf die inneren und äußeren Führen-Folgen-Prozesse. Die Art und Weise, wie das innere Bewegungselement Anstrengung eingesetzt wird, übt einen steuernden Einfluss auf die Beziehung zwischen den willkürlichen Bewegungen und den unwillkürlichen internen Lebensprozessen (unwillkürliche Komplexe Funktionen) des Menschen aus. Der Mensch ist im ständigen Austausch mit anderen Menschen und seiner Umwelt, d.h. im ständigen Austausch mit den äußeren Bewegungselementen. Die Fähigkeit, differenziert auf Einflüsse äußerer Anstrengung zu reagieren, hat Einfluss darauf, die innere Anstrengung anzupassen, z.B. beim Bewegen mit anderen Menschen in der Pflege. Die Qualität der Führen-Folgen Prozesse, das Social-Tracking, die Interaktion zwischen zwei oder mehr Zeit-Raum-Anstrengungs-Systemen, wird durch die gegenseitige Fähigkeit, die innere Anstrengung anzupassen, bestimmt. Die Wahrnehmung für quantitative Unterschiede verändert sich proportional, Weber-Fechner, das bedeutet, je niedriger die Anstrengung ist, desto kleiner muss ein Unterschied sein, um wahrnehmbar zu sein, um so differenzierter kann dann mit der Anpassung von Anstrengung reagiert werden, sowohl beim Body- als auch beim Social-Tracking.


Anstrengung: Ziehen und Drücken

Ein Gegenstand kommt in Bewegung, wenn eine äußere Kraft auf ihn wirkt. Diese Kraft kann in derselben Richtung als Druck (Stoß, Impuls) oder als Zug auf ihn wirken. Im Gegensatz dazu reagieren Lebewesen auf äußere Zug- und Druckkräfte, indem sie ihre innere Anstrengung verändern.

Die Begriffe „Ziehen“ und „Drücken“ bezeichnen die innere Eigenaktivität und grenzen diese Anstrengungsarten von äußeren Zug- und Druckkräften ab. Die unterschiedlich erfahrbaren Anstrengungsarten „Ziehen“ und „Drücken“ beschreiben die Kraftrichtungen der Körperteile zueinander.

Ziehen: Wir setzen unsere Muskelkraft so ein, dass wir mit einem Körperteil bzw. einer Masse an einem benachbarten Körperteil bzw. einer Masse ziehen. Die Kraftrichtungen der beiden Körperteile laufen voneinander weg.

Drücken: Wir setzen unsere Muskelkraft so ein, dass wir mit einem Körperteil bzw. einer Masse auf einen benachbarten Körperteil bzw. eine Masse drücken. Die Kraftrichtungen der beiden Körperteile laufen aufeinander zu.

Das Konzept Anstrengung richtet die Aufmerksamkeit auf die Erfahrung des komplexen Zusammen- und Wechselspiels dieser beiden Anstrengungsarten.

Während der Ausführung einer Aktivität ist erfahrbar, wie wir Ziehen oder Drücken einsetzen, um mit unseren Massen das Gewicht benachbarter Massen in Bewegung zu bringen. In der Regel spielen dabei die Extremitäten eine besonders aktive Rolle.

Spannungsnetz

Im Verlauf einer Aktivität lässt sich ein vielfältiges Spiel von Ziehen und Drücken zwischen den Körperteilen erfahren. Es zeigt sich in einem ständig wechselnden Auf- und Abbau von Muskelspannung im ganzen Körper. Man kann von einem dynamischen Spannungsnetz sprechen, das sich während einer Aktivität fortlaufend neu gestaltet. Das Spannungsnetz von Ziehen und Drücken kann nur von innen heraus auf- und abgebaut werden.

Je präziser wir das Wechselspiel von Ziehen und Drücken in Zeit, Raum und Quantität koordinieren, desto weniger Kraftaufwand ist nötig, um eine Aktivität auszuführen.

Wenn die Kraft eines anderen Menschen in Form von Zug oder Druck auf jemanden einwirkt, führt dies bei beiden Beteiligten zu einer Veränderung des inneren Spannungsnetzes. Diese Veränderung kann für die Ausführung einer Aktivität förderlich, aber auch hinderlich sein. Beim Konzept Anstrengung zeigt sich besonders deutlich, dass jede Einzelbewegung eine Auswirkung auf den ganzen Körper hat.


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4 Erfahrungsberichte

5 Weiterführende Literatur und Medien

  • Name, Vorname; Name, Vorname (Jahr): Titel. Untertitel. x. Auflage. Verlag, Ort. ISBN.
  • Name, Vorname; Name, Vorname (Jahr)(Hrsg.): Titel (= Reihe. Bd. x). x. Auflage. Verlag, Ort. ISBN.
  • Name, Vorname; Name, Vorname(Jahr): Titel. In: Name, Vorname (Hrsg.): Sammelwerk (= Reihe. Bd. x). Verlag, Ort. S. X–Y.
  • Name, Vorname; Name, Vorname (Jahr): Titel. Untertitel. In: Zeitschrift. Nr./Jahrgang. ISSN. S. X–Y.

6 Weiterführende Weblinks

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7 Vergleiche auch

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8 Einzelnachweise

  1. * Name, Vorname; Name, Vorname(Jahr): Titel. Untertitel. x. Auflage. Verlag, Ort. S. X–Y.

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